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Motor und Getriebe

Hier möchte ich mich ein wenig dem Antrieb widmen, der bei Flaute und Hafenmanovern eingesetzt wird. Motor und Getrieb sind ja Dinge, mit denen ich mich in meinem ersten Leben ausgiebig beschäftigt habe.

Motor:

Der Motor ist ein YANMAR 3JH4E. Der 3 Zyl. Diesel mit 1642ccm hat 29,4kW, was knapp 40 PS entspricht. Diese Antriebsreihe gibt es in diversen Varianten, u.a. mit 4 Zylindern und auch Abgasturbolader. Der Motor ist, wenn man im Internet forscht, ein probloser Bursche, der unauffällig seinen Dienst versieht, selbst wenn man es mit der Wartung nicht so genau nimmt. Vor dem Start zu unserem Blauwassertörn hatte er 996 Betriebstunden auf der Uhr. was wohl so etwa 60-70.000 km bei einem Automotor entsprechen. Ich war vermutlich der erste, der nach Zusammenbau im Werk die Ventile eingestellt hat. Keines stand zu stramm, alle etwas zu lose, was auch auf einen gesunden Ablauf in einem robusten Motor hindeutet. Auffällig war für mich, wie grob das Gewinde der Einstellschrauben war...

Da YANMAR-Teile recht teuer sind, oder eine Alternative manchmal leichter zu beschaffen ist:

Die Ölfilterpatrone ist absolut Baugleich mit dem HONDA Motorrad Ölfilter.

Der Keilrimen kann mit der Normnummer XPA1120 günstig im Industriebedarf bezogen werden.

Getriebe/Saildrive

Wie bereits zum Propeller beschrieben, hat das Getriebe eine Kupplung, die unter dem vergrösserten Drehmoment des Props gerne Durchrutscht. Leider scheint der Saildrive SD50 der Schwachpunkt im ganzen Antrieb zu sein. Laut Propeller-Hersteller ist das Problem bekannt, und man soll den laufenden Motor mit eingelegtem Gang stoppen, dann rutscht die Kupplung beim Segeln nicht durch. Wir haben es ausgiegig getetstet, es funktioniert. Wenn der Prop sich dreht, und somit die Kupplung rutscht, hört man das gut, wenn man am Niedergang steht. Nun wurde nach ca. 900 Betriebstunden die Kupplung gewechselt, da diese verschliessen war. Ich möchte dies verständlicherweise nicht zur Regel machen, allerdings muss man auch bedenken, dass im harten Charterbetrieb (jeder muss das Boot neu kennenlernen) der Verschleiss höher ist, auch glaube ich kaum, dass jeder Skipper die Anweisung zum Motorstopp mit eingelegtem Gang befolgt hat, falls er sie überhaupt kannte! Zudem hatte es die Kupplung schwer, da niemals das Öl gewechselt wurde, obwohl vom Hersteller alle 250h vorgeschrieben. Trotzdem möchte ich das Getriebe, oder besser die Kupplung standfester machen! Meine Überlegungen hierzu betreffen hierzu bislang das Öl. Empfohlen ist ein mind. GL4 Hypoydöl SAE 90, für harte Beansprung sogar ein ganz spezielles Öl: Quicksilver High Performance Gear Lube. Dieses Öl hat keine weitern Angaben (Viskosität oder Mineralisch usw.). Ein typisches US-Produkt (trust me!), mit Weihrauch empfohlen (ähnlich wie Penzoil) soll es Wunder bewirken. Alle YANMAR-Händler mit denen ich sprach, empfahlen dieses Produkt. Ich vermute auch, das es im Getriebe verfüllt wurde nach der Reparatur. Keiner traut sich, etwas anderes einzufüllen. Das Öl das ich ablies war sehr, sehr dickflüssig. Und ich glaube hier liegt das Problem, denn laut YANMAR-Importeur Marx ist die Kegelkupplung trockener, wenn der Gang eingelegt war, bei Motorstopp, dann packt auch die Kupplung. Dünneres Öl braucht weniger Fliehkräfte (und damit Motordrehzahl) um den Kupplungskegel zu verlassen. wer jetzt glaubt, ich wechsele die Viskosität, der irrt: Ich wechsele auf Vollsynthetisches Mehrbereichs Getriebeöl, dass ist deutlich dünner als ein mineralisches Hypoydöl, und übrigens auch nicht teurer als das 'Spezialöl' aus Übersee. Mit diesem synth. Öl habe ich allerbeste Erfahrungen in wirklich hoch- und höchstbelasteten Motorradgetrieben gemacht, auch solchen mit Kupplung. Alle YANMAR erfahrenen Techniker, mit denen ich sprach, rieten mir hiervon ab - probiert hatte es jedoch keiner von Ihnen....Ich werde berichten was daraus wurde.

Anmerkung nach 1 Saison: Das abgelassene Getriebeöl nach 350h war vom Kupplungsabrieb grau gefärbt und roch nicht verbrannt, also alles im Lot. Ich habe nicht feststellen können, dass die Kupplung durchgerutscht ist (hören, dass sich die Welle dreht). Allerdings haben wir den Motor auch immer zum Segeln mit eingelegtem Gang gestoppt.

Anmerkung nach 2 Saison: 300h später hat der Getriebeölwechsel im Winterlager in Griechenland den gleichen Eindruck hinterlassen, wie ein Jahr zuvor auf Sardinien. Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass die Ölwahl und auch die Vorgehensweise beim Ausstellen des Motors besser sind, als die entsprechenden YANMAR-Empfehlungen. Das Öl ist vielleicht sogar gegen das deutlich günstigere ATF nicht im Nachteil. Bis ich das evt. mal probiere, muss sich aber erst einmal weiterhin das vollsynthetische Hypoydöl bewähren!

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