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2019

 

Auf zum Festland - 10.09.2019 (Sandra)

Nach gut 2½ Monaten auf den Azoren, warten wir sehnsüchtig auf Olaf und seine Tochter Nelly. Beide sind erfahrene Segler und sie wollen uns auf den kommenden langen Schlag ans Festland begleiten. Wir wollen von Sao Miguel nach Gibraltar, d.h. gute 1000 sm. Wenn’s gut läuft brauchen wir 7 Tage, läuft es jedoch schlecht....

Die letzten Tage verbringen wir mit dem letzten Check von anyway und wildem Einkaufen. Frisches Essen für mindestens 10 Tage, dazu geringe Kühl- und Lagermöglichkeiten, alles zu Fuß mit dem Hackenporsche... eine Herausforderung.

Die neue WetterApp von Berthold gibt grünes Licht, wir sind auch bereit, und so machen wir uns auf den Weg. Gutes Wetter, etwas wechselhafte Winde, oft von hinten, begleiten uns und geben allen die Möglichkeit sich aufeinander einzustellen. Auch die erste Nacht verläuft gut und wir fahren unser bestes Tagesetmal von 164sm.

Leider ändert sich dann jedoch der Wind, sodass wir aufkreuzen müssen. Zudem kommt dauerhafter, heftiger Regen... 3Tage lang... nicht so schön. Irgendwie kommen wir nicht wirklich weiter, erst Ratlosigkeit dann Überlegungen ob wir besser umkehren, alternativ nach Madeira fahren. Aber, die Crew möchte ans Festland und entscheidet sich fürs Durchbeißen.

Eindringendes Wasser, durch Regen und überkommende Wellen, verwandelt anyway bei einer Luftfeuchtigkeit von über 90% in eine Tropfsteinhöhle. Unsere Matratzen aus der Bugkabine werden nass und damit unbenutzbar, Berthold schläft auf der Salonbank und ich gut abgepolstert auf dem Boden. Auch der Autopilot erleidet einen Wasserschaden und fällt damit aus. Die Sprayhood sowie das Lazybag leiden deutlich unter der großen Belastung. Das Großsegel bekommt einen kleinen Riss. Mehrfach reißt die Genuaschot, der Bugkorb verbiegt sich. Zu guter Letzt werden die Geräusche und Bewegungen durch die extreme Dauerbelastung so heftig, dass wir tatsächlich Sorge um unsere anyway bekommen. Wir können größeren Schaden am Mast, Rumpf oder Ruder nicht mehr ausschließen und entscheiden damit das nächst mögliche Ziel ans Festland, Lagos/Portugal, anzusteuern.

Mit der Entscheidung änderte sich seltsamerweise dann auch das Wetter, so können wir die letzten 3 Tage unter deutlich besseren Bedingungen und trockenem, sonnigen Wetter segeln.

Nach 8 Tagen 10 Std und 1046 sm fährt uns Nelly sicher durch den Kanal von Lagos in den Hafen.

Dankbar, glücklich und total fertig gehts zum Essen und nach 2 Bier/Wein fallen wir in einen komaähnlichen Zustand.

Mit Lagos haben wir unsere kleine Atlantikroute gekreuzt und damit unsere Atlantikrunde abgeschlossen.

PS: anyway ist schon wieder auf dem Weg, Mast und Rumpf sind in Ordnung, das Ruder muss in unserem Winterlager Cartagena mal zu einem Fachmann... sollte bis dahin halten 

 

09.08.2019 - Ein Segelversuch!

Die Strecke von Terceira nach Sao Miguel mit knapp über 90 nm nicht bei Tageslicht zu schaffen, weshalb man normalerweise die Nacht mit einbezieht. Ich habe eine neue Wetterapp, SailGrib WR (Weather Routing). Diese App errechnet anhand der Wetterlage (Gribfiles), den idealen, schnellsten Weg zum Ziel. Sailgrib errechnete uns, dass wir in ca 14h in Ponta Delgada, Sao Miguels Hauptstadt sein können. Da wir die App vor unseren langen Trip zum Festland mal ausprobieren wollen, starten wir den Versuch! Am Morgen lade ich nochmals neue Wetterdaten und die App relativiert auf knapp 15h. Wir starten um 6:30h aus Angra und der Wind hält uns auf Trapp, andauernd ändert er Richtung und Stärke. An den Einsatz von Hohecker ist nicht zu denken, wir kommen schlecht voran. Gegen Mittag geht der Wind ganz aus und wir motoren über den Atlantik. Dann entdecken wir schwarze Wolken, die in unsere Richtung ziehen. Die App sagt, dass der Wind gleich auffrischen soll. Pünktlich um 15:30h setzt dann richtiger Wind ein, allerdings mit Regen. Wir werden etwas nass aber anyway kommt in ihr Element und das Segeln wird zum Vergnügen, rasen wir doch mit bis zu 8,5kn dahin! Trotzdem schaffen wir es nicht im Hellen anzulanden. Als wir in die Abdeckung der Insel geraten geht die Sonne unter, noch 10sm, Mist. So laufen wir gegen 22:30h im dunklen Hafen ein. Die App hat uns überrascht, den wenigen Wind konnte sie nicht so exakt vorhersagen, aber die Rauschefahrt war exakt in Zeit und Windstärke vorher gesagt!

In Ponta Delgada laufen eine Woche lang die Vorbereitungen für das ‚Weiße Ozeanfest’ auf Hochtouren. Überall wird geschmückt, Fische Quallen, Wale, alles in Weiß wird aufgebaut. Dann kommt der Festabend, alle ziehen sich weiß an und schlendern durch die Menge. An jeder Ecke spielt eine Band. Ein toller Abend in einer tollen Stimmung!

 

 

07.08.2019 – Zur Heldenbucht auf der Dritten

Die Insel Terceira (zu Deutsch: Dritte) ist die sechste Insel der Arzorengruppe, die wir besuchen. Es gibt zwei Yachthäfen dort, wir entscheiden uns für Angra do Heorismo (zu Deutsch: Heldenbucht), weil dies auch die Inselhauptstadt ist, deren Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Im Hafen erhaschen wir den vorletzten Platz am Besuchersteg. In den nächsten Tagen danach erkunden wir die Insel im Smart und Angra zu Fuß. Wir besuchen eine von zwei Höhlen, machen 2 Wanderungen...

 

21.07.2019 – Griechische Verhältnisse

Auf Graciosa gibt es keine Marina. Nahe der Hauptstadt, der 2000 Einwohner zählenden Insel, wird fleißig daran gebaut, aber da kann bislang noch keiner festmachen. Also segeln wir nach Praia. Nach einem schönen Segeltag gelangen wir an die Ostküste. Dank dem Insiderwissen der Annamera-Crew wissen wir, das im kleinen Fischerhafen einige Plätze für Yachten frei gehalten werden und so fahren wir an den vor dem Hafen ankernden Yachten vorbei direkt in den Hafen und machen dort an einem Betonsteg fest. Es gibt kein Wasser und kein Strom, kostet aber auch kein Geld, ganz so, wie wir es aus Griechenland kennen. Duschen können wir in den Sanitäranlagen des benachbarten Strands, so bleibt unser Wassertank länger voll, Strom produziert unsere Solaranlage satt, also alles kein Problem. Natürlich hat auch Graciosa eine Caldera. Ein Rundwanderweg ermöglicht tolle Aussichten auf die Insel, diesen erreichen wir zu Fuß ab Hafen. Bei der Bustour nach Santa Cruz (ja, sehr einfallsreich mal wieder) nutze ich die Gelegenheit meinen Gutschein einzulösen durch einen Barbierbesuch. Aber diese Caldera auf Graciosa hat eine Besonderheit, ein Tunnel führt ins Innere, sodass man auch in der Caldera Wandern kann. Da müssen wir noch hin! Zudem gibt es hier eine Höhle, die man über eine in einem Turm versteckte Wendeltreppe mit 183 Stufen erreichen kann. Unten in der Höhle gibt es einen See und es stinkt nach Schwefel... Am meisten hat uns das Besucherzentrum beeindruckt, moderne Architektur mitten im Urwald!   

 

16.07.2019 – Die Tage auf Faial

Zum Glück ist auch auf den Azoren mittlerweile der Sommer eingekehrt und von unserem Liegeplatz im Hafen sehen wir viele interessante Dinge: das fliegende Schlauchboot, die Segelanfänger-Kids im Optimisten, Taucher und Walbeobachter beim rein und rausfahren, Regattastarts und Zieleinläufe mit Ruder und Segelbooten (alte Walfangboote), das traditionelle „Peter Café Sport“, die alte Festungsanlage, den Berg Pico (Portugals höchster Berg!) auf der Nachbarinsel Pico, „unseren“ Hausberg usw usw usw... Der Hausberg, wie wir ihn nennen, ermutigt uns, ihn doch mal zu besteigen und weil es so schön ist besteigen wir auch noch den höheren dahinter. Am Fuße besuchen wir das Meeresaquarium und das Walfangmuseum. Wir lassen uns und unsere Fahrräder mit dem Taxi hoch zur Caldera fahren und umwandern (8 km) den 400 m tiefen eingefallenen Krater, gibt es noch mehr Grüntöne? Die anschließende Radtour zurück zum Hafen ist ein Genuss, erst recht die Pausen zwischendurch. 

 

09.07.2019 – Horta, das Seglermekka

Das deutsche Segelboot Annamera und auch wir wollen von Sao Jorge zur Nachbarinsel Faial. In Faials Hauptstadt ist die älteste Marina der Azoren. Hier landet so ziemlich jeder an, der aus der Karibik nach Europa segelt. Als Brauch wird noch ein Bild auf Steg oder Kaimauer gemalt, das mit der Route, der Crew oder dem Boot zu tun hat. Am späten Vormittag machen wir uns auf, bei 8kn Wind segeln wir gemütlich die kurze Strecke nach Horta. Die Annamera nimmt zeitweilig den Motor zur Hilfe und ist bald neben uns, es beginnt eine wilde Knipserei und wir fotografieren uns gegenseitig. Annamera fährt noch einen kurzen Umweg und so sind wir zuerst in Horta. Das große Hafenbecken bietet die Möglichkeit zu ankern, was wir auch tun, da die Marina sehr voll ist. Annamera findet später tatsächlich noch einen Platz im Päckchen außen an der Kaimauer und bietet uns an, das wir uns dort auch noch dran legen. Daraus wird jedoch nichts, unser Anker hängt unter einem dicken Stein fest. Wir vertagen uns auf den nächsten Tag und staunen über das fliegende Schlauchboot! Am nächsten Morgen schaffe ich es bei Niedrigwasser den Anker zu befreien, doch der Platz an der Annamera ist von einem Kat belegt. Wir finden aber einen schönen Platz bei Kyla im Päckchen, neben den von der Polizei konfiszierten Drogenkurierbooten. Hier liegen wir ruhiger als Annamera an ihrem Platz. Nach 2 Nächten zieht sie zu uns um. Horta und Faial gefällt uns bislang am besten von allen besuchten Azoreninseln.

 

05.07.2019 – Raue Inseln im Atlantik

Nach einer kurzen Stippvisite auf Sao Miguel haben wir den 130nm langen Schlag nach Sao Jorge in Angriff genommen. Auch findet sich der grün-raue Charm, dem wir bereits auf Santa Maria erlegen waren... 

 

23.06.2019 – Roland Kaiser

„Santa Maria, Insel aus Träumen geboren...“ so singt der deutsche Schlagerbarde über diese Azoreninsel. Oben ein paar Bilder von der verträumten Insel! 

 

11.06.2019 – Ablegen Richtung NW

Mittwoch treffen Olaf und Schrat per Flieger auf La Palma ein. Die beiden wollen uns unterstützen die 615nm zu bewältigen. Wenn es gut läuft, sollten 4 Tage plus ein paar Stunden reichen. Die Wettervorhersage sieht gut aus, aber starten wir besser Freitag oder Samstag? Starten wir zu früh, kommt der Wind zu Nördlich und wir müssen kreuzen, starten wir zu spät, erwartet uns eine Flaute kurz vor unserem Ziel Santa Maria, die südlichste Azoreninsel. Donnerstagmorgen entscheide ich nach Ansicht der neuesten Wetterprognosen Freitagmorgen zu starten. Neben uns liegt die ‚Harmonii’, eine NAJAD 490 unter britischer Nationalflagge. Zwei Mann sind an Bord, ein jüngeres Paar kommt Donnerstags hinzu. Wie sich herausstellt, will die ‚Harmonii’ ebenfalls zu den Azoren, allerdings zu der etwas nördlicheren Insel Sao Miguel. Olaf erfährt, dass man erst später ablegen will, nachdem man in Ruhe gefrühstückt habe. Während wir also am nächsten Morgen um 8h aus der Koje krabbeln, startet unser Nachbar bereits den Motor, wir schaffen es gerade noch beim Leinen loswerfen zu helfen und zu winken, seltsam! Wir legen um 10:20h ab, nachdem wir uns von Siggi und Giotta sowie Holger und Carmen, unsere lieben Stegnachbarn, verabschiedet haben. Kaum aus dem Hafen erblicken wir die ‚Harmonii’, die vor der Hafenmauer rumdümpelt. Wir fahren vorbei und erfahren, dass der Autopilot gerade repariert wird, und unsere Hilfe nicht benötigt wird. Wir legen Kurs NW an und motoren aus der Inselabdeckung. 30 Minuten später sehen wir auf dem AIS, dass sich auch die ‚Harmonii’ in Bewegung setzt, jedoch näher an der Küste langfährt, mehr Kurs Nord. An der Windkante setzen wir Segel und segeln hoch am Wind was geht, um Richtung Azoren zu gelangen. Weiter von Küste dreht der Wind rechts, sodass wir recht schnell die richtige Richtung halten können. Die ‚Harmonii’ versucht es uns gleichzutun, kann die Höhe am Wind aber nicht segeln, fällt deshalb weiter ab. Wir verlieren sie aus den Augen und aus dem AIS während der ersten Nacht. Unser Kurs ist Hoch am Wind, auch wenn der Wind dreht, die Windsteueranlage steuert unbeirrt auf der Windkante. In den nächsten beiden Tagen entdecken wir immer wieder die ‚Harmonii’ im AIS, zuletzt 50sm westlich von uns, wenn ein Frachter das AIS-Signal an uns weiterleitet. Am dritten Tag wird der Wind immer weniger, es fällt schwer auf der Windkante zu segeln, teils unter 3kn schnell. Mit Anbruch der Nacht läuft anyway in meiner Nachtwache wieder 6,5kn bei wenig Wind und noch weniger Welle, ein Genuss unter klarem Sternenhimmel. Doch den Spaß hatte Sandra in ihrer Wache schon nicht mehr, unser Speed sinkt auf knapp über 1kn, die Richtung ist nicht mehr zu halten. Gemeinsam holen wir das Vorsegel rein und starten den Motor. Nur 45 Minuten später setzt der Wind wieder ein, Motor aus, Segel raus, wir können den Kurs wieder aufnehmen, 5,5kn sind drin! Da die ‚Harmonii’ Richtung Kanada (?) segelt, gehen wir davon aus, eher auf den Azoren zu sein, da sie ja früher oder später den Holeschlag segeln muss. Aber als wir nach ziemlich genau 5 Tagen in Santa Maria anlegen, liegt die ‚Harmoinii’ schon in Sao Miguel am Steg, wie wir später im vesselfinder.com sehen können. Dies kann nur bedeuten, dass sie mind. 1,5 Tage unter Motor gelaufen sind...

 

 

16.05.2019 – Vorbereitungen für unseren bislang längsten Nonstop-Törn

Letzten Montag war es soweit, anyway wurde wieder ins Wasser gekrant. Nach Anschleifen des Unterwasserschiffs und Entrosten des Kiels wurden von uns 3 Schichten Antifouling ‚SEAJET Shogun 33’ in dunkelgrau aufgebracht. Und da es in der Werft ein kleines Gerüst zur freien Nutzung gab, haben wir noch den Rumpf poliert. Wieder im Wasser, sind wir nun damit beschäftigt, das Deck zu reinigen und polieren und alle Ausrüstungsgegenstände wieder an ihren Ort zu bringen.

 

25.04.2019 - Plege muß sein

Nach 2,5 Jahren musste anyway ihr Element heute mal wieder verlassen. Der Bewuchs am Unterwasserschiff war letzten Sommer schon am deutlichen Geschwindigkeitverlust festzustellen. Zudem ist der Ölwechsel am Saildrive überfällig und auch alle Anoden sind fällig zum Wechsel, es lohnt sich also. Die Antfoulingschicht ist offenbar noch recht dick, sodass meine Überlegung aufgeht, nach kurzem Anschliff, einfach neue Schichten aufzutragen.     

 

 Inselgruppe im Atlantik mit 5 Buchstaben...???

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