Willkommen auf der Homepage der Sailyacht 'anyway'
Unsere Homepage mit Reiseberichten und Infos
2017

09.11.2017 – La Palma, „La isla bonita“

 

Nachdem wir uns ausgeruht und auch ein wenig eingelebt haben,haben wir am nächsten Tag Besuch von Rolf und Rosita, die uns zum Balcon Taburiente entführen, eine Lokal mit spektakulärem Ausblick auf die Caldera. Später geht es noch nach Los Llanos einen künstlerich gestalten Park besuchen, der wie ein Miniaturformat des Gaudipark in Barcelona wirkt. Tags darauf brechen wir mit Jost und Susanne von der Serenity auf eine Wanderung zu machen. Es ist die Wanderung der 12 Tunnel. Man parkt quasi am Ende der Wanderstrecke und ein Taxi fährt einen zum Startpunkt, wir überlegen nur den ersten und auch fast eben Teil zu absolvieren und uns auch vom Taxi zurückfahren zu lassen. Aber nach einigem Überlegen stellen wir fest, dass der Zeitaufwand absolut identisch ist, egal ob 2 x 4KM auf der Ebene oder 12,5KM incl 1000 Höhenmeter bergab bewältigen. Also nur mit dem Taxi hin, Buckelpiste durch den Wald nach oben auf den Berg. Oben angelangt, folgen wir einer Wasserrinne, ähnlich wie auf Madeira, aber eben durch 13 Tunnel (trotzdem heisst die Tour 12 Tunnel, warum auch immer), teils eng und nass bis zu einem trockenem Flussbett, das wir dann zum geparkten Auto runter kraxeln müssen. Im Tunnel Nr. 3 haue ich mir den Kopf blutig, und in Tunnel 12 werden wir alle kräftig geduscht, es ist halt eine Abenteuerwanderung! Das wir abends beim Flamencoabend fast einschlafen muss ich hier wohl nicht schreiben… Dafür sind Sandra uund ich am nächsten Tag mit Rolf und Rosita zum wandern in der Caldera verabredet. Hier ist es weniger steil, was unsere Muskeln jetzt besonders gut finden und so machen wir auch hier nochmal ca. 8KM und ein schönes Picknick. Tags drauf helfe ich Jost bei Ab- und Aufbau des Rollfurlers, da er das Vorstag auf evt Schäden kontrollieren will. Als Abschluss bevor die Serenity weiter segelt, machen wir vier noch einen schönen Grillabend zum Sonnenuntergang am Strand. Zwei Tage später verabschieden wir uns um 8h morgens am Steg und die Serenity verlässt Tazacorte und damit auch uns bis auf weiteres.  

 

05.11.2017 – Die Überfahrt zu den kanarichen Inseln

Die Gäste am Flughafen, den Leihwagen zurück gegeben, machen wir uns daran auszulaufen. 9:45h ist dann soweit, wir werfen die Leinen los und unter Motor nehmen wir zunächst Kurs auf die Kanarische Insel La Palma. 10 Minuten später sehen wir, wie in Funschal auf der ins Meer gebauten Startbahn eine Air Berlin Maschine startet, ein letztes mal winken wir zum Abschied, zunächst Domonique und Jürgen, dann Madeira – es war schön hier, bestimmt kommen wir nochmal wieder. Etwa eine Stunde später sind wir aus der Abdeckung raus und wir setzen Segel, Motor aus. Wir können 120 Grad zum Wind halten, also mit Vollzeug den achterlichen Wind nutzen, anyway macht gut Fahrt mit bis zu 6,5 Knoten. Mit der Dunkelheit pendeln wir uns bei etwa 5,5 Knoten ein, und so geht es durch die Nacht. Gegen Morgen des zweiten Tages dreht der Wind achterlicher, wir könnten nur mit der Genua oder auch zusätzlichem Passatsegel segeln, allerdings hält der Atlantik wieder so eine heftige Welle bereit, das wir lieber motoren um die schlagenden Segel zu vermeiden und damit Material zu schonen. So motoren wir durch den Tag, bis uns eine Delfinschule entdeckt, und in der Bugwelle ihre üblichen Spielchen treibt. Ich setze mich ganz vorne auf den Bugspriet und lasse die Beine runterbaumeln. Die Delfine öffnen nun zum ausatmen ihre Atemlöcher früher und spritzen mich dadurch nass, als Reaktion strampele ich mit den Beinen, so entsteht eine Art Kommunikation! Ab und zu schaffe ich es die Füsse bis ins Wasser zu bekommen, aber die Delfine halten lieber etwas mehr Abstand, so dass ich sie nicht berühren kann, schade. Aber ich lasse nicht locker und flöte laut einen Rhythmus, darauf reagieren sie, indem sie immmer wieder enge Kreise vor unserem Bug schwimmen und einer haut jedes mal wenn er gerade vor dem Bug schwimmt seine Schwanzflosse aufs Wasser um mich nass zu spritzen. Nach 10 Minuten ist alles vorbei und die Delfinschule schwimmt weiter, wir sind völlig geflasht von diesem Erlebnis. Wieder eine Stunde später setzen wir die Genua zum Motor, die Welle ist nicht mehr ganz so arg, eine halbe Stunde später heisst es Motor aus, gerade noch Rechtzeitig, denn die Dämmerung naht, und wir schlafen in unserer Freihwache besser, wenn der Motor aus ist. Nachts korrigieren wir den Kurs etwas in Richtung Westen, das Nordkap von La Palma ist berüchtigt für seine unberechenbaren Winde, da halten wir lieber Abstand. Als ich um 4:00h meine zweite Wache antrete sieht man bereits Lichter der Insel und so muss ich scharf aufpassen, ob sich davor nicht ein Boot versteckt. Bis dahin war wenig Verkehr, eigentlich haben wir kaum andere Schiffe auf dem AIS entdecken können, aber in Landnähe muss man vor allem mit Fischern ohne AIS rechnen. Vier Stunden später setzt der Kapeffekt ein und es geht immer schneller voran, wir fallen weiter Richtung Westen ab um ein reffen zu vermeiden. Aber wie es kam, so ging es auch, die letzten 1,5h müssen wir motoren, um in der Abdeckung den Hafen zu erreichen. Ich funke den Hafen an, um uns anzumelden, halten Ausschau nach Rolf und Rosita, die ja auf La Palma wohnen. Wir hätten ihnen schon einen Empfang mit Kapelle und rotem Teppich zugetraut, aber Rolf ist in Deutschland wie wir später erfahren. Trotzdem werden wir herzlich empfangen: Susanne und Jost von der Serenity, die ja einen Tag vor uns abgelegt haben, warten schon auf uns – Hurrah!!  

  

31.10.2017 – Madeira 2

In Funchal, Madeiras Hauptstdt, gibt es eine touristische Aktration, die wir uns auf keinen Fall entgehen lassen dürfen: Die Korbfahrt vom botanischen Garten bergab in Richtung Stadtzentrum. Dafür muss man zunächst einmal den Berg rauf kommen, aber kein Problem, es gibt eine Seilbahn wie man sie aus Skigebieten kennt. Also steuern wir unseren Mietwagen, Ferrari Panda, ins Parkhaus neben der Talstation und kaufen Tickets „einfache Fahrt“ und geniessen die Auffahrt mit Einblicken auf Madeiras Hauptstadt. Oben angekommen geht unser Besuch Dominique und Jürgen zunächst ihre eigenen Wege, während Sandra und ich die Korbfahrt direkt in Angriff nehmen. Gelenkt wird der Korb von zwei weiss gekleideten Herren, die mit ihrer dicken Stiefelsohle und zwei Stricken den Korb auf Kurs halten. Die traditionsreiche Abfahrt wird zeitweise atemberaubend, z.B. wenn die Mauern am Fahrbahnrand im Zentimeterabstand vorbeiziehen während der Korb in dem wir sitzen schräg die Strasse runterschliddert und ein Geruch von angebranntem Holz (die Kufen!) in der Luft hängt. Auf die Frage eines unsere Chauffeure, ob alles OK wäre, antworte ich mit ja, aber…es wäre etwas langsam, und sofort geht es noch schneller bergab. Unten angekommen, gehen wir zu Fuß in die City. Wir erkunden die Markthalle und kaufen ein paar Früchte zu Touriabzockpreisen. Abends haben wir einen Tisch reserviert in einem Fado-Restaurant. Wir vier treffen uns dort mit Susanne und Jost von der Serenity zum Abendessen mit Fadogesang. Und trotz der traurigen Fadoklänge wird es ein fröhlicher Abend. Tags drauf heisst es wieder, Wanderschuhe an. Wir machen eine einfache, fast ebene Wanderung in den Bergen entlang einem der unzähligen Wasserkanäle auf Madeira zu einem Aussichtspunkt, leider ist es aber ziemlich nebelig. Dominique und Jürgen besuchen am nächsten Tag den botanischen Garten Funchal, Sandra und ich putzen das Schiff und machen uns einen sonnigen Nachmittag am Seewasserpool der zum Hafen Quinta do Lorde gehört. Donnerstag machen wir dann die überall empfohlene Wanderung ‚25 fuentes’. Oben am Einstieg am Talrand empfingen uns etliche Kühe und ob es tatsächlich 25 Wasserfälle waren ist nicht zu sagen, aber überall plätcherte das Wasser munter ins Tal, abends geht es noch spät ins untouristische Nachbardorf, wo wir im Fischerrestaurant gut und günstig essen. Die Serenity legt am nächsten Tag Punkt 10 Uhr ab, Richtung Tazacorte auf La Palma, es wird also ein Wiedersehen auf den Kanaren geben – schön! Wir vier von der anyway machen uns noch einen gemütlichen Tag am Seewasserpool. Samstag dann klingelt der Wecker schon um 6h. Unser Besuch muss zum Flughafen, danach gebe ich den Mietferrari zurück, denn auch wir wollen uns auf den Weg machen, das Wetter ist günstig für die ca. 50 stündige Überfahrt nach La Palma – aber das ist eine neue Geschichte….       

 

23.10.2017 – Besuch, Motorpanne, Wiedersehen

Ophelia zog vorbei, der Hafen leert sich, nach und nach laufen viele Schiffe aus, wir suchen uns den geeignesten Platz aus, wo der Steg den sabilsten Eindruck macht, und der Hafen leert sich weiter. Viele fahren weiter, entweder zu den Kanaren oder aber zu Hauptinsel Madeira. Wir bleiben, denn wir warten auf Besuch! Der kommt dann am Donerstagabend um 22:40h. Für uns ist das spät, wir sind es nicht mehr gewohnt, solange wach zu bleiben. Am nächsten Tag wiederholen wir nach einem Bad im Atlantik die Inselrundfahrt im offenen Bus, gehen einkaufen und Abends lassen wir uns abholen zum essen in einem traditionellen Restaurant, sehr lecker! Am nächsten Tag legen wir ab, Richtung Madeira. Der wenige Wind kommt exakt von hinten, leider nicht segelbar. Da die Welle zu hoch ist, bleibt das Segel durch den wenigen Wind nicht stehen, weshalb wir motoren. Auf etwa halber Strecke fällt Sandra und Jürgen auf, dass die Motordrehzahl aus unerklärlich Gründen gesunken ist. Die erste Vermutung, mal wieder etwas in der Schraube zu haben verwerfen wir schnell. Wir stellen den Motor aus, und seglen weiter. Natürlich so, dass das Seglel stehen bleibt, jedoch nicht in die Richtung in die wir eigentlich wollen. Ich begebe mich auf Fehlersuche und schnell ist klar, es kommt nicht genug Diesel zur Pumpe. Zunächst vermute ich eine verstopfte Tankbelüftung, aber die ist frei! Ich denke darüber nach, dass dies die Situation ist, die ich schon öfters durchgespielt habe, der Motor streikt und ich muss ihn idealerweise zum laufen bringen, um in einen Hafen fahren zu können. Es besteht ja keine Eile, aber es gibt ein Problem. Also weiter den Fehler suchen… ich öffne die Revisionsöffnug des ¾ vollen Tanks und sehe Krümel auf dem Tankboden liegen. Mir scheint sofort klar, was das ist: Dichtungsmassenreste vom Abdichten des kürzlich undichten Tankgebers, irgendwas davon wird wohl auch in der Leitung stecken! Ich entferne die Leitung und pusste sie in entgegengestzte Pumprichtung durch, bis ich freien Durchgang habe, dann baue ich alle wieder zusammen. Ich starte den Motor neu, der springt aber zunächst nicht an, denn erst muss die Luft aus der Leitung ‚georgelt’ werden. Der zweite längere Startversuch lässt den Motor dann auch anspringen und die Damen (Sandra und Dominique) applaudieren, offenbar fällt ihnen wir mir eine Stein vom Herzen, dass wir wieder einen funktionieren Motor haben. Wenig später stelle ich ihn wieder aus, und wir segeln weiter, kreuzen vor dem Wind in Richtung Ziel. Quinta do Lorde, der Hafen am Ostzipfel Madeiras ist unser Ziel, wir haben reserviert und legen fast direkt gegenüber der Serenity an, die wir ja bereits aus Porto Santo kennen. Susanne und Jost kommen aber erst später mit ihrem Leihwagen von einer Wanderung zurück, immerhin so rechtzeitig, dass wir zu sechst zusammen essen gehen. Wandern, ja das ist wohl die Hauptbeschäftigung der Touristen auf dieser Insel, und so machen wir vier uns auch am nächsten Tag auf, die Ostspitze Madeiras zu erkunden, sehr schön, aber auch ungewohnt anstrengend! Heute habe ich dann aus dem Tank geholt, was die Leitung verstopft hat: es waren Dieselbakterien (doch keine Dichtmasse), also eine beginnende Dieselpest durch diese Tankreinigung im Vorfeld verhindert wurde – SUPER!

 

 

15.10.2017 – Hurrikan Ophelia

Nachdem wir fest sind, rufe ich Rolf auf La Palma an, er beobachten unsere Reise sehr genau, und hatte schon versucht anzurufen, um zu erfahren wie der Trip war. Er berichtet mir von einem Hurrikan, der in Richtung Azoren unterwegs ist, ob er uns nicht begegnet sei? Nein, unseres Stegs durchaus auch bei heftigem Wind möglich sein sollte. Aber die Nacht war ruhiger als gedacht, Schwell im Hafen und moderate Winde, also Alarmstufe Rot ist aufgehoben!

 

 

14.10.2017 – Porto Santo, Insel im Madeira Archipel 

 

Nach wundervollen Tagen am Rio Guadiana klappern wir noch ein wenig die Algarve ab. Dabei machen wir auch einen Ausflug mit dem Bus nach Sagres, diesen Ort habe ich 1990 zum letzten mal mit dem Motarrad besucht. Die unglaublich tolle Küstenlandschaft der Algarve ist immer noch beeindruckend! Unser letzter Hafen am europäischen Festland ist Lagos, und kann uns zunächst wenig begeistern, deshalb beschliessen wir schon nach ein paar Tagen die Überfahrt nach Madeira zu wagen. Nach einem halben Tag motoren in hohen Wellen mit Kreuzsee und kaum Wind beschliessen wir zurück nach Lagos zu fahren und dort auf günstigeres Wetter zu warten. So schauen wir uns den Ort nochmal näher an, und entdecken tatsächlich schöne Seiten, ua ein phänomelales Fischrestaurant, sehr lecker und sehr günstig…. Dabei suchen wir immer noch nach dem optimalen Wetterfenster, dies tut sich ab Sonntag auf, wenn auch leider mit wenig Wind, die Welle soll aber nicht mehr so hoch sein. Wir wagen es, und zunächst geht es auch recht gut voran, wobei wir die Wellen immer noch ähnlich empfinden, wie bei unserem ersten Versuch. Dabei werden wir als kleine Entschädigung begleitet von Delphinen, die sich immer wieder zu uns gesellen, viele Kinderdelphine sind dabei. Eigentlich jagen sie gerade riesige Fischschwärme zusammen, viele Seevögel nutzen die Chance und stürzen sich im Sturzflug ins Wasser um Beute zu machen, ein faszinierendes Schauspiel! Später dann setzen wir unseren Gennaker zum Groß und das geht gut, solange der Wind vorlicher als querab einfällt, ansonsten klappert das Groß unerträglich, und die Geschwindigkeit fällt in den Keller. Als es dunkel wird, bergen wir das Leichtwindsegel und motoren durch die Dunkelheit, segeln ginge zwar, aber nur als Materialschlacht, denn die Segel schlagen wegen der hohen Wellen. Kurz vor Sonnenaufgang kann ich wieder die Genua setzen und es geht zunächst mit Motorunterstützung weiter, doch auch den Diesel kann ich bald abstellen. Dann setzen wir unser Passatsegel, stimmt, das gab es ja auch noch. Die Bedingungen sind ähnlich wie am ersten Tag und die große Segelfläche nutzen wir bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Sicherheit geht vor, denn im Dunkeln die ausgebaumten Vorsegel bergen oder den riesigen Gennaker, das ist schwierig und man muss auf dem Vorschiff rumturnen, dieses Risiko meiden wir, und so motoren wir mit Genuaunterstützung oder teilweise auch ohne Motor durch die Nacht. Zunächst ist es Nebelig, doch als der Mond aufgeht verzieht sich der Dunst. Am nächsten Tag wird es besser, wir können bei weniger Welle besser segeln, aber Rauschefahrt ist nicht dabei, wir gewöhnen uns an die Bordroutine und lassen uns darauf ein. Längst ist klar, bei den gedachten 3 Nächten wird es nicht bleiben, dafür sind wir einfach zu langsam unterwegs, das ganze ist eine Geduldprobe! In der vierten Nacht verzeiht sich nicht nur der Nebel bei Mondaufgang, nein es kommt Wind auf, richtiger Wind! Vortan können wir am Wind segeln mit immerhin 5-6 Knoten, aber leider nicht in die richtige Richtung. Wir brauchen eine Taktik, wann wird gewendet? Ich schaue mir den Tags zuvor per KW geladenen Wetterbericht an, und entscheide unter welchen Bedingungen wir wenden, so seglen wir entspannt durch die Nacht auf westlichem Kurs, bis der wachhabende Offizier (Sandra) mich weckt: ein Frachter hinter uns hält Kurs auf uns. Das AIS zeigt dies unmissverständlich an. Da nicht klar ist, ob er uns sieht, funke ich ihn an. Der Funker ist sehr freundlich und erklärt mir, es ist noch zu entscheiden, an welcher er uns überholt, eine kurze Rücksprache mit dem Kapitän hat dann aber das Ergebnis „Steuerbord!“ Wir fallen nach Backbord ab und holen die Segel ein und Motoren in Richtung Porto Santo, denn der Wind war immer weiter eingeschlafen. 2 deutsche Segelboote folgen uns: Frida und Serenity. 20 Minuten später frischt der Wind wieder auf, und ich setze in meiner Wache erneut Vollzeug, Motor aus und es geht immer schneller voran, Rauschefahrt! Die AIS-Signale von Frida und Serenity verlieren sich schnell, anyway macht mal wieder auf Rennziege! Als die Sonne aufgeht können wir die kleine Insel bald entdecken und die Vorfreude ist groß. Gegen 11:30h laufen wir in den Hafen ein, und suchen uns einen Platz, gar nicht so einfach……    

 

 

 

 

24.09.2017 - Großer Spass am Rio Guadiana 

Hier am Fluß ist noch Sommer, während am Atlantik schon Herbst ist mitkalten Winden, ist es hier noch bis zu 35 Grad warm! Wir haben gestern den herrlichen Sommertag dazu genutzt die beiden Dörfer am Fluß ein wenig näher kenne zu lernen. Nachmitags sind wir dann mit der Seilbahn von Spanien nach Portugal gefahren, ein riesiger Spaß, siehe auch den Film oben. Am Abend dann haben wir zunächst ein Konzert in Spanien besucht, später dann vom Boot aus (Portugal) weiter gelauscht und den Abend nach einem gelungenem Tag ausklingen lassen..... 

 

23.09.2017 – Rio Guadiana

Mazagón, so hieß der Plan! Ich beobachtete nämlich, dass nachmittags gerne der Wind rückdrehend ist, und so fuhren wir gegen 14h aus dem Hafen von Chipiona Richtung Norden. Zunächst kam der Wind auch sehr nördlich, drehte dann jedoch Richtung Westen – es war herrliches Amwindsegeln bei gerade mal 3 Windstärken. In Mazagón beschlossen wir zwei Nächte zu bleiben und da kaum Wind war, hatten wir endlich mal wieder sommerliche Temperaturen, die ich dazu nutzte endlich mal unsere Sitzhängematte aufzuhängen. Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Westen. Lange hatte ich mich damit beschäftigt, den einen oder anderen Fluß in dieser Region hinauf zu fahren. Der Guadalquivir ab der Flußmündung bei Chipiona bot sich an, Ziel wäre dann Sevilla gewesen. Aber auf große Stadt haben wir im Moment wenig Lust, hinzu kam die Lage und Möglichkeiten der Häfen in Sevilla, die nicht gerade optimal ist. OK, dann evt El Ropido? Hier kann man nur mit Hochwasser einlaufen, ruhiges Wetter und etwas Glück voraus gesetzt, wenn man den Reiseführer richtig deutet. Unterwegs überlegen wir noch, aber nein, wir haben ja gerade Niedrigwasser, also geht es nicht. Also fahren wir von Mazogón nach Ayamonte, gelegen im Grenzfluß zu Portugal, auf der spanischen Seite, es soll schöner sein als Villa Reale auf der portugiesischen Seite. Zunächst motoren wir, dann setzen wir Segel dazu und können das Gas immer weiter zurück nehmen, es stellt sich Wind ein – doch was ist das, Sandra nimmt schnell das Gas zurück und den Gang raus, eine Menge Seil treibt an uns vorbei. Wir holen davon rein was geht, HALTET DIE MEERE REIN, muss man sich ja nicht noch irgendwer in die Schraube fahren. Als Belohnung dafür nimmt der Wind weiter zu, also Motor aus und so segeln wir unserem Ziel entgegen. Im Hafen dann ist das Anlegen eine echte Herausforderung: Strom von 2kn und böiger Wind versuchen es uns schwer zu machen. Im Hafenmeisterbüro werde ich freudig empfangen und gefragt, ob ich den Fluß rauffahren will. Wir wollen, und auch die Autobahnbrücke stellt laut Reiseführer kein Problem dar, soll sie doch bei Hochwasser 20,5m hoch sein. Bereits in La Linea/Gibraltar hatten wir nochmal nach gemessen: 20,3m mit Antennen, Ankerlicht ect war unser Meßergebniss. Der freundliche Hafenmeister erklärt mir: Brückenhöhe 20m bei Hochwasser, ich protestiere, er holt einen Brückenbauplan (!) hervor und sagt: „OK, ich sage immer 20m aber es sind 21,8m wie man hier sieht!“ Ich gebe mich geschlagen, er empfiehlt bei Niedrigwasser zu starten, damit der Strom einen den Fluss raufschiebt und die Brücke gleich zu Anfang des Flusses mehr Platz lässt, er drückt mir noch einen aktuellen Gezeitenplan, eine Karte des Flusses und die Kopie der Brückenkonstruktion in die Hand – was braucht man mehr?? Nun, eine elektronische Karte wäre schön, denn weder C-Map im Plotter, noch unsere Redudanz, die Garminkarte auf dem Laptop hat den Fluß drauf, aber auch das lösst sich ganz von alleine: ich fummele mit dem Handy rum, auf dem eine nicht freigeschaltete Navionics-Karte instaliert ist, irgendwie will sie nicht wie ich will und ich drücke alle Knöpfe, fluche und plötzlich ist die Karte freigeschaltet mit Hochauflösung und allem pipapo! …und natürlich ist hier der ganze Fluß drauf, jede Untiefe, jede Tonne, einfach alles. So fahren wir am nächsten Tag bei Niedrigwasser unter der Autobahnbrücke durch den Fluß hinauf. Ein wirklich schönes Erlebnis, mit sanften Hügeln. Wir verlieben und verlieren uns in der Landschaft, wie offenbar schon so einige andere: es stehen etliche Häuser am Flußufer, die meisten jedoch zum Verkauf, es ist wohl auf Dauer zu einsam hier, auch einige zugemüllte vergesssen Boote zeugen hiervon. 20 Meilen geht es den Fuß rauf, dann erreichen wir Sanlúcar de Guadiana (spanische Seite) und Alcoutim (portugiesiche Seite). Wir sind in der Einöde und begeistert, man könnte auch auch sagen Idylle und Ruhe. Es gibt auf beiden Seiten Platz am Steg, oder wollen wir ankern? Wir entscheiden uns für den portugiesichen Steg, da ist am meisten Platz.     

 

18.09.2017 – Ist Krieg ausgebrochen?

La Linea/Gibraltar konnten wir dann doch 2 Tage ehr verlassen, als ursprünglich geplant, Montags 2h nach Hochwasser um 9:00h verlassen wir den Hafen, kurz in Gibraltar die Tankstelle angesteuert und Diesel für sagenhafte 0,459€ getankt, soviel wir fassen konnten. Dann ging es durch die Meerenge von Gibraltar, vorbei an Tarifa und die ganze Zeit gegen den Strom, offenbar sind wir dann doch etwas zu früh los gefahren. Hinter Tarifa biegen wir rechts ab, zur Costa Luz, Barbate ist unser Ziel. In Barbate trifft 1h nach uns ein Franzose ein, der uns bereits in der Bucht von Gibraltar unter Motor überholt hatte. Als er mich am Steg sieht, fragt er sofort „anyway?“. Er lobt meine navigatorischen Fähigkeiten, er habe sich wohl etwas verfahren… In Barbate bleiben wir 2 Nächte, dann passt der Wind angeblich laut Wetterbericht. Dieser Tag allerdings wird recht beschwerlich: Zunächst haut uns der Wind mit knapp 20kn eins aufs Heck, der Schwell kommt aber mit ca. 3m hohen Wellen von der Seite und sorgt dafür, dass wir ordentlich durchgeschüttelt werden. Eine Stunde später halsen wir und nehmen Kurs Richtung Nord. Die Lage entspannt sich und anyway benimmt sich wie es sich gehöhrt auf Achterlichemwindkurs. So geht es bis zur Bucht von Cadiz, bis uns zwei Militärhubschrauber immer wieder umfliegen (siehe auch AUS DEM COCKPIT). Wir lassen uns nicht beirren und machen schließlich im Hafen fest, abends geht es noch in die schöne Altstadt, etwas essen. Als wir zurück kommen ist es mittlerweile dunkel, und es hat sich eine ca. 50 Personen starke Truppe mit Musikinstrumenten an der Promenade im Schutz einer Überdachung versammelt um zusammen zu musizieren. Als wir später zurück am Schiff sind können wir sie immer noch hören wie übrigens die nächsten Abende auch noch. Wir geniessen es den Tag zu verbummeln und gegen Abend in die Stadt zu gehen und uns in den schmalen Gasse zu verlieren und auf dem Rückweg noch ein bisschen das ‚Open Air Konzert’ anzuhören. Aber der Schwell im Hafen ist tagsüber recht heftig und so treibt es uns schon nach 3 Nächten weiter nach Chipiona, woran wir aus 2014 noch gute Erinnerungen haben. Beim bezahlen im Hafenmeisterbüro Cadiz entdeckt Sandra einen Aushang mit Helikopter-Übungszeiten, naja, das kennen wir doch schon… Am nächsten Tag verlassen wir gegen 10 den Hafen und schon in der Bucht fällt uns das große graue Schiff auf. Laut AIS heisst es ‚L61’, was für ein seltsamer Name? Scheint wohl ein Kriegsschiff zu sein. Mit uns fahren noch einige Boote raus aus Cadiz, aber sie halten sich Steuerbord und wollen offenbar nach Rota, wo überhaupt ganz viele Boote ankern und der Strand völlig überlaufen ist. Dann überholt uns ein schnelles Motorboot, die Guardia Civil, auch das fährt nach Rota. Wir lassen uns mal wieder nicht beirren und halten weiter Kurs auf den Ausgang der Bucht, wo sich immer noch ‚L61’ rumtreibt. Plötzlich kommt die Guardia Civil zurück und bedeutet uns auch Richtung Rota zu fahren und Abstand von ‚L61’ zu halten. Wiederwillig ändern wir den Kurs – was soll das? Dann erkennen wir, das ‚L61’ ein Flugzeugträger ist, voll mit Kampfjets und Hubschraubern! Manöverübungen, oder was? Wieso spielen die nicht weiter draussen, statt hier in Stadt und Ufernähe? Und dann geht es los, irgendwo im Norden muss es einen Militärflughafen geben, alles was fliegen kann, startet dort nach und nach und macht über Rota und dem Strand irgendwelche Mätzchen. Weil das nicht reicht, startet noch so einiges vom Flugzeugträger. Die Leute am Strand und die Boote vor Anker haben offenbar nur darauf gewartet, quasi eine Flugschau der Armee. Wir sind froh, dass unser Mast unversehrt bleibt und segeln weiter Richtung Chipiona, denn hier wollen wir nicht bei Niedrigwasser ankommen, 2014 hatten wir in der Hafeneinfahrt aufgesetzt. Von hier aus wollen wir weiter nördlich, nach Ayamonte, dies liegt im Grenzfluss Spanien/Portugal, doch leider gibt es im Herbst (ja, den gibt es auch hier!) eigentlich nur nördliche Winde. Mist, das haben wir in der Planung nicht bedacht – wie kommen wir jetzt an die Algarve? Nun, ich habe da einen Plan…..         

 

09.09.2017 - Krankenstation wieder geschlossen

Kaum war unser Besuch abgereist, war es mal an der Zeit krank zu werden: zunächst bekamm ich eine handfeste Erkältung, Schüttelfrost, Nase zu, Halsschmerzen, Husten, dazu gesellte sich dann noch Durchfall, dem auch unsere Medikamnete nicht Herr werden wollten. Also ab ins Bett und fasten. Als es mir so einigermassen besser geht, kriegt Sandra Halsschmerzen..... Nun ist aber alles wieder gut, die Krankensttion ist bis auf weiteres geschlossen, und eigenlich könnten wir ablegen Richtung Costa de luz, aber hier hat der Wettergott ein Veto eingelegt: in der Meerenge von Gibraltar gibt es nur zwei Windrichtungen, entweder es blässt rein ins Mittelmeer (Westwind) oder raus aus dem Mittelmeer (Ostwind), ahtuell bläst er rein ins Mittelmeer, so dass wir also nicht raus kommen. Am Montag soll es aber eine Pause geben, und wenn dann nicht zuviel Welle übrig ist vom aktuellen Wetter, machen wir uns auf.    

 

27.08.2017 – Tagestrip nach Marokko 

Um 6:00h klingelt der Wecker. Wir beeilen uns, denn um 7 kommt das Taxi, das uns nach Algeciras bringen soll, von hier fahren wir mit dem Bus der Fährgesellschaft nach Tarifa von wo aus wir dann mit der der Fähre nach Tanger, Marokko übersetzen. Die gebuchte Tour bietet ein Vollprogramm an: Stadtrundfahrt, Museumsbesuch, Mittagessen, Basarbesuch, Gewürzladen, Kamelritt und Besuch der sagenumwogenen Herculeshöhle usw. Danach den ganzen Weg zurück, wir waren 13h unterwegs, total erschlagen und erschöpft hatte es der Tag in sich aber gelohnt! 

 

27.08.2017 – In Gibraltar 

Nach dem wir angelegt haben, gehen wir gegen Abend noch flucks über die Grenze nach Gibraltar. Wir sind spanische Öffnungszeiten bei den Geschäften gewohnt, hier jedoch macht alles gegen 19:00h zu. Am nächsten Tag mieten wir uns zur üblichen Gibraltar-Tour ein: Pillars of Hercules, Tropfsteinhöhle, Affen und die Tunnel. Die Bilder oben sagen mehr als ich hier schreiben kann….

 

27.08.2017 - Auf nach Gibraltar

Nach 2 Wochen „Heimaturlaub“ landen wir wieder auf dem Flughafen von Malaga. In den 2 Wochen unserer Abwesenheit war sehr viel Schwell im Hafen von Benalmadena, und wie der Zufall es so wollte waren Peter und Ute mit ihrer Hugin3 ebenfalls in diesem Zeitraum in Benalmadena! Der Nachteil war, dass wir uns nicht gesehen haben, der Vorteil: Peter konnte in unserer Abwesenheit unsere kaputte Festmacherleine neu belegen - nochmal DANKE dafür! Ausserdem konnte die Segelmacherin unser neues, aber zu grosses Hauptsegel ändern. Und zur Abwechselung bringen wir Besuch aus der Heimat mit: Felix und Jörg wollen uns eine Woche bis nach Gibraltar begleiten. Schon vom Taxi aus zum Hafen rufe ich die Segelmacherin an, dass wir in ca 15 min. am Boot sein werden. Noch am selben Abend montieren wir das Segel mit ihr, um zu sehen, dass es spasst und natürlich um dann am nächsten Tag auslaufen zu können. Für die knapp 70nm nach Gibraltar ist eine Woche viel Zeit, so motoren wir am ersten Tag nicht weit: Fuengirola heisst unser erstes Ziel. Ein beschaulicher Hafen, ohne Schwell und weit günstiger als Benalmadina, hier wäre unser Boot in den letzten zwei Wochen sicherlich besser aufgehoben gewesen. Als wir hier ankommen und ich zum Hafenmeister will, um uns anzumelden, komme ich nicht vom Steg, da ein Tor mir den Weg versperrt. Also warte ich, bis jemand mit elektronischem Schlüssel kommt, der das Tor öffnen kann. Der Holländer zwei Boote weiter geht in Richtung Tor, ich schliesse mich ihm an. Wir quatschen ein wenig, es stellt sich heraus, dass er als Kind 4 Jahre in Gerkerath gewohnt hat! Unser nächster Stopp am nächsten Tag heisst La Duquesa. Wieder motoren wir mit teilweise gesetztem Vorsegel, der Wind reicht einfach nicht aus. Plötzlich verlieren wir an Geschwindigkeit, satte 2 Knoten werden wir langsamer. Sandra vermutete eine Leine oä, wir entdecken aber nichts. Wir beschliessen den Gang rauszunehmen und anshliessend ein Stück Rückwärts zu fahren. Beim Rückwärtsfahren lösst sich ein Stück grosser Fisch- oder Walkadaver unter dem Boot, der plötzlich neben dem Boot auftaucht. Der hat uns gebremst??? Beim Ankern neben unserem Zielhafen in La Duquesa tauche ich das Boot ab, und vor dem Kielschwert findet sich ein grosser Fleck glibberiges weisses Fett, hier muss er wohl gehangen haben. Am nächsten Tag segeln wir (HURRA!!) bei mitlaufendem Strom zunächst mit bis über 7 Knoten Richtung ‚The Rock’, wie Gibraltar auch genannt wird. Leider wird der Wind immer weniger, so holen wir am Point Europe die Segel rein und motoren in die Bucht von Gibraltar. Unser Ziel ist der Hafen von La Linea, auf der spanischen Seite der Grenze zu Gibraltar. Hier waren wir schon 2014….    

 

31.07.2017 - Abendessen mit Peter Maffay

In San José am Cabo de Gata wohnen Freunde, die vor 8 Jahren dorthin ausgewandert sind. Natürlich konnten wir dort nicht einfach so vorbei segeln, ohne Buenos dias gesagt zu haben. Wie in 2014 ankern wir in der Nachbarbucht Genoveses und fahren mit dem Dinghi nach San José. Auf der Plaza treffen wir uns, um in Silvias und Barneys Stammkneipe unser Wiedersehen zu begießen. Da auch noch einiger Besuch aus Deutschland da ist und sich einige andere Freunde dazu gesellen wird es ein lustiger Abend. Den nächsten Tag verbringen wir mit lesen und schwimmen in der Genoveses-Bucht, abnds geht es wieder in Städtchen, wir sind um 21h zum Abendessen verabredet. 15 Personen sind wir, eine dieser Personen ist Künstler Waldi aus Bayern (http://www.waldi-wrobel.com), der schon lange in Andalusien lebt und dessen äußeres uns doch stark Peter Maffay erinnert...  der Abend klingt dann bei Uli und Peter aus München aus, die ein herrliches Anwesen in San José besitzen, das uns wirklich begeistert hat!

Nach zwei Tagen vor Ort 'müssen' wir weiter. Unser Ziel Almerimar hat einen Hintergrund: Unser Vorstag ist, schon seit das Boot neu ist, zu lang. In Almerimar gibt es einen Rigger, der dieses kürzen wird. Wir hatten eben schon Besuch von ihm hier an Bord, und er wird morgen das Stahlseil kürzen und auch eine Spanner einbauen, so dass unser Rig optimal steht und auch trimmbar ist.. 

 

15.07.2017 - Manhatten und Gibraltar

In und um Ibiza, Espalmador und Formentera buchen wir Bojen in Naturschutzbuchten oder ankern. Immer wieder dreht der Wind, und ist vor allem nachts teilweise recht heftig. Wir suchen die Ankerbuchten nach angegebenen Windrichtungen aus dem Wetterbericht aus. Wir sind nicht die einzigen, teilweise fühlen wir uns wie in einem großen Ameisenhaufen, wenn wir die nächste Bucht ansteuern, alles fährt in die selbe Richtung. In unserem fantastischen Revierführer, der uns auf Sardinien von Ulrike und Norbert geschenkt wurde, steht dann auch, dass in Formenteras Süden IMMER wenig los ist, und das man dort viel Platz und Ruhe hat. Wir wollen hier ein wenig entspannen, und fahren in die wirklich weite Bucht. Von hier wollen wir dann, wenn der Wind stimmt zum Festland abspringen. Tatsächlich ist es hier leer und die paar Yachten, die hier vor den Stränden über türkisem Wasser ankern, fahren vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurück in den Hafen. Hier sind wir zwei Tage, schnorcheln, schwimmen, lesen, faulenzen, einfach nur schön. Dann kommt der Tag, an dem wir angeblich 10 kn achterlichen Wind haben sollen, um zum Festland zu segeln. Ich hole den Gennaker aus den Untiefen des Bootes und um 6:30h holen wir den Anker ein, und machen uns Richtung Westen auf. Leider wird es ein Motortag, denn es hat nicht einmal gereicht, um unser Leichtwindsegel zu setzen, schade. Wir haben uns für Calpe entschieden, weil wir hier noch nie waren, und der dicke Felsen interessant aussah, so erinnert er doch an Gibraltar, die Hochhäuser mehr an Frankfurt oder Manhatten. Heute haben wir einen Großeinkauf gemacht, mit dem Fahrrad, morgen geht es aber dann weiter, wir wollen in der Hochburg des Hochhaustourismus ankern: Benidorm, wir vermuten eine Nacht dort reicht uns vollkommen, warten wir es ab!

 

04.07.2017 - Ibiza

Von Puerto Soller fährt eine historische Straßenbahn nach Soller, und von dort eine Bimmelbahn nach Palma - das wollen wir machen, aber die Preise sind gesalzen, 62,- Euro hin und zurück für zwei Personen, ob das lohnt? Wir finden raus, es fährt auch ein Bus für ca. 14,- Euro 2 Personen hin und zurück. Wir fahren mit dem Bus hin und mit der Bimmelbahn zurück nach Soller, und von dort mit der Straßenbahn nach Puerto Soller. Palma ist ähnlich wie Puerto Soller sehr voll, wir bummeln durch die Straßen und nehmen einen Zug früher zurück als geplant, wir haben das Gefühl, wir haben alles gesehen. 2 Tage später wird es mal wieder Zeit weiter zu ziehen, und so segeln wir bei 10 kn Wind und über 2 Meter Welle nach Port d'Antraitx, was überhaupt nicht zusammen passt. Wir haben beim örtlichen Segelclub einen Liegeplatz reserviert, wir sind total überfordert, überall ist es so voll - muss man reservieren, oder nicht? Ohne Reservierungsbestätigung laufen wir im Hafen ein, und sehen, dass im Stadthafen noch viel Platz ist, man legt römisch-katholisch mit Anker an, wehleidig denke ich an Griechenland und überlege die unbestätigte Reservierung sausen zu lassen. Aber rufe dann doch über Kanal 9 den Segelclub und behaupte, ich habe eine Reservierung. Kein Problem, es gibt einen Platz für uns, und obendrein eine Zugangsberechtigung zum Club eigenen Swimming Pool - WOW! Wir gehen zu Abwechselung mal im Pool schwimmen, irgendwie abgefahren und anders. 3h später, kommt per Mail die Reservierungsbestätigung - die Verwirrung wird immer größer! Für den nächsten Tag haben wir eine Boje auf Cabrera gebucht. Das alte Piratenversteck mit Burg auf der kleinen Insel im S/W Mallorcas ist stark reglementiert, weshalb es dort nur erlaubt ist, an einer Boje fest zu machen und zu übernachten. Aber bevor wir uns dahin aufmachen, sind wir froh nicht im Stadthafen fest gemacht zu haben, eine Gewitterfront zieht über uns hinweg, viel Wind zerrt an unserm Zuhause und es regnet - ob der Anker im Stadthafen gehalten hätte? Der ca. 6stündige Weg nach Cabrera hat dann so einige Wetter- und Segelraffinessen auf Lager: von voll gerefft bis Windstille, incl. einer Winddrehung in Sturmstärke um 180°, es war nicht Langweilig. Auf Cabrera angekommen, machen wir an einer Boje fest, schimmen und schnocheln, am nächsten Tag bleiben wir noch bis Nachmittags und fahren von da aus zurück nach Mallorca. Irgendeine Ankerbucht für die Nacht, wir wollen am nächsten Tag den Mistralausläufer nutzen um nach Ibiza zu segeln. Bei 5 BFT am Wind segeln wir mit einem Schnitt von 6,8 kn die knapp 70nm, finden auf Ibiza eine schnuckelige Ankerbucht um unseren Anker auszubringen. Hier lässt es sich aushalten, schöner Strand, grünes Wasser. Leider haben wir ein technisches Problem mit unsere Toilette! Ich buche (mal wieder) in Santa Eulalia einen Hafenplatz, wir brauchen 230V, Ersatzteile und anyway eine Dusche, die sie von ihrer Salzkruste befreit, die sich sich bei der Überfahrt zu gelegt hat....

 

26.06.2017 - Wer bekommt den Ankerorden?

Sonntag, gestern war laut 3 Wetterberichten Ostwind für den Norden Mallorcas angesagt. Die 12 Knoten achterlichen Wind sollten uns doch prima nach Puerto de Soller bringen. Zunächst motoren wir aus der Bucht von Pollensa Richtung Cabo Formentor, hier erreicht der Wind schon 12 Knoten, obwohl erst 3h später der Wind einsetzen soll. Ums Kapp segeln wir dann am Wind mit über 8 Knoten -wow! Dann fallen wir ab, und können schon bald 'Schmetterlingsegeln'. Doch der Wind legt immer weiter zu, bis zu 23 Knoten lesen wir vom Windmesser ab, wir müssen reffen. 3h später schläft der Wind wieder ein, und wir motoren letztendlich in die Bucht von Soller. Als wir in die Bucht einfahren, trifft uns fast der Schlag, die Bucht ist voller Ankerboote. Wir versuchen unser Glück im Süden, hier ist noch mehr Platz. Aber bald wissen wir warum: Hier hält der Anker nicht. Wir fragen in der Marina nach einem Platz, jedoch alles ausgebucht heute Nacht. Also weiter suchen, und tatsächlich finden wir einen Platz, aber es ist nicht so einfach den Anker da zu platzieren, damit man am richtigen Ort ankert. Wir brauchen drei Anläufe, bis es klappt. Trotzdem kommen immer mehr Yachten rein, die sich irgendwie und irgendwo dazwischen quetschen, wir haben Angst, das es noch kracht, während wir schlafen. Ich funke den Hafen an, und reserviere einen Platz für die nächsten 2 Nächte, müssen aber diese Nacht noch Ankern. Heute morgen dann beobachten wir einen französischen Katamaran, der Stunden damit verbringt zu ankern und wieder Anker auf, einen neuen Platz suchen. Das Problem ist, keiner weiß, wie viel Kette die anderen gesteckt haben, und fast alle lassen zu wenig Kette raus in eine so übervollen Bucht. Dadurch ergeben sich verschiedene Schwojenkreise un -radien, und bei vielen hält der Anker schlecht, gut dass wir im Hafen liegen...!

 

24.06.2017 - Mallorca

Menorca haben wir genossen! Nach der Zeit auf Sardinien, wurde es einfach Zeit Land und Insel zu wechseln. Menorca hatten wir noch in guter Erinnerung aus 2014, die sich auch bestätigt hat. Trotzdem wollten wir weiter, schließlich hatten wir 2014 außer Menorca wenig von den Balearen gesehen. Unser erster Stopp ausserhalb Menorcas führt uns in die Bucht von Puerto Pollensa, bekannt für seine gute Ankermöglichkeiten. In der Bucht gibt es ein Sperrgebiet mit Ankerverbot, dies ist die Start- und Landefläche für das in der Bucht stationierte Löschflugzeug. Gestern und Vorgestern wurde dann dieses gelbe Unikum auch getestet. Es gab offenbar technische Probleme, nach dem Flug gestern hat auch ein Feuerwehrwagen den Löschschlauch auf das Flugzeug gehalten, Rauch oder Flammen konnten wir jedoch nicht erkennen. Überhaupt passiert viel um uns herum, dauernd ist unser Boot von 'Optimisten' umzingelt, die Jugend übt fleißig segeln. Der Ort selbst lässt uns erahnen, was uns noch noch auf dieser Insel erwartet: es ist sehr touristisch, Spanisch spricht man kaum, untereinander sprechen die Einheimischen Catalan, mit den Touristen English irgendwie zwei Klassen. Der Ort besteht eigentlich nur aus Hotels und Ferienhäusern. Die kleine Schwester Menorca hat uns da zumindest bis jetzt viel besser gefallen...   

 

18.06.2017 - San Joan.....

....ist DAS Fest auf Menorca und in Ciutadella sowieso! Wir haben im Vorfeld schon einiges darüber gehört, irgendwie geht es um Pferde? Um es kurz zu machen wir wissen es immer noch nicht so genau! Als wir in Ciutadella anlanden, wird uns sofort gesagt, dass wir nicht lange bleiben können wegen der Fiesta, es wird ja soooo voll und überhaupt, alles Plätze im Hafen sind reserviert. Nun ja, wie sich herausstellt, ist das aber reine Panikmache und stöhnen der Marineros, wir dürfen bleiben, 4 Tage wir geplant, claro, no hay de problem. Das Fest geht offiziell ab heute Sonntag bis nächste Woche Sonntag. Gestern Abend wurde dann aber schon einmal das Schaf präsentiert, das heute von Haus zu Haus getragen wird. Für diesen Auftritt wurde das arme Tier 3 Wochen lang gewaschen und gebürstet, bis es ganz sauber und schön war, die letzten 3 Tage waren dann noch Diät angesagt, damit es sauber bleibt und sich nicht etwa mit seinem Darminhalt verschmutzt. Die Schafinfo kam heute morgen von unserer Stegnachbarin, die das Schaf auch gestern schon live besichtigt hat. Das bereits völlig paralysierte Tier wurde gefeiert wie ein Rockstar... Die Sache mit den Pferden ist leider erst nächstes Wochenende. Da es kein Programmheft oder ähnliches gibt, wissen wir fast gar nichts, außer, dass fast jedes Haus mit dem Kreuz San Joan geschmückt ist und man in jedem Laden T-Shirts mit dem Logo kaufen kann und es wird täglich voller hier. Gestern haben wir vergeblich versucht einen Tisch in einer Bar zu ergattern.

Uns geht es gut, wie Ihr sicher schon bemerkt habt, ist unser Reisetempo im Moment recht beschaulich, und wir genießen es länger an einem Ort zu sein und uns unter die Leute zu mischen und alles mit Ruhe in uns auf zu nehmen. So langsam kriege ich die ital. Sprache aus dem Vordergrund geschoben um sie durch Spanisch zu ersetzten, gut so. Wann wir uns nach Mallorca aufmachen ist im Moment noch unklar. ¿Hay mas preguntas?  

 

09.06.2017 - Leben auf einer Holzinsel

In Santa Maria Navarrese lag zwei Boote weiter an unserem Steg die österreichische 'LISA'. Und als wir von Maddalena aus starten Richtung Capo Testa, entdecke ich vor uns im AIS eine österreichische 'LISA'. Als wir dann in der Ankerbucht dort ankommen liegt unser alter Stegnachbar dort bereits vor Anker. Am nächsten Tag legt 'LISA' zuerst ab, später dann wir, und in Castelsardo liegen wir wieder einmal am selben Steg. Da unser Ziel das gleiche ist, beschließen, evt zusammen nach Menorca zu segeln, wenn es passt. Leider plagen 'LISA' Probleme mit dem Autopiloten, weshalb sie auch schon früh ablegt, um den Autopiloten zu kalibrieren. So früh, dass wir noch im Bett liegen und schlafen. So finden wir Post auf unserer Gangway (sehr nett!). Gerne legen wir dann ab, um unser gemeinsames Ziel, die Ankerbojen bei der Fornellipassage anzulaufen. Auf halben Weg erreicht uns über UKW-Kanal 16 ein Funkspruch der 'LISA', wann wir denn ankämen. Eine Stunde später hängen auch wir an einer Boje bei der naturgeschützten Insel Asinara. Ähnlich wie letztes Jahr, beobachten wir Wildpferde und Esel auf der Insel. Ernst hat bei seiner 'LISA' herausgefunden, dass der Autopilot einwandfrei arbeitet, wenn er das AIS aussteckt. Da er aber weder ohne Autopilot, noch ohne AIS die Passage nach Menorca segeln möchte, segelt 'LISA' am nächsten Tag nach Alghero um das Problem dort endgültig zu lösen, anyway nach Mahon auf Menorca. Am späten Nachmittag des nächsten Tages erreichen wir Mahon. Die Überfahrt war anstrengend, da die Winde sehr wechselhaft waren, teils mit hohen Wellen, die nicht zum Wind passten. Zunächst einmal legen wir in der Marina an, nach zwei Nächten aber wechseln wir zu einer Holzinsel in der großen Hafenbucht von Mahon. Hier hat man mehr Ruhe und mit dem Beiboot fahren wir mal eben rüber in die Stadt, das alles gefällt uns sehr gut, genau wie auch Menorca und Mahon selbst, es ist halt so anders als in Italien, obwohl es nur eine Insel weiter westlich ist......      

 

Das letzte Wochenende für uns im Hafen von Santa Maria fand im Nachbardorf Lotzorai ein grosses Fest statt, Tom unser Stegnachbar von der Morgana hat das ganze in einem kleinen Film zusammen gefasst, und uns erlaubt, diesen hier zu präsentieren - viel Spass damit!

 

01.06.2017 - Unterwegs

 ....und es war gar nicht so einfach weg zu kommen. So langsam waren alle Probleme gelöst und fast alle Aufgaben ausgeführt. Das Pleiten/Pechprogramm lief dabei gewohnt weiter. Das in Deutschland neu bestellte Großsegel brauchte 2 Wochen bis zu uns, 5 Tage wurde uns im Vorfeld genannt, 7 hatten wir eingeplant. Das Großsegel ist neu und entstammt einem neuen Schiff, das bei Kauf direkt auf andere Segel umgerüstet wurde. Bei der Montage dann stellte sich aber heraus, das unsere Segellatten zu kurz sind - Also ist das neue Segel doch anders?? Zuerst einmal müssen passende Latten her, im Werftbüro höre ich, das man neue besorgen kann bis Samstag oder Montag, ich denke vor Dienstag gibt das bestimmt nix. Im Baumarkt vor Ort besorge ich mir Aluvollmaterial und -Rohre und bastele mir Verlängerungen. Abends bei Windstille montieren wir die verlängerten Latten und ziehen das Segel hoch. Schnell stellen wir fest, daß auch das Segel nach Achteraus so groß ist, das es bei Wende und Halse nicht am Achterstag vorbei kommt. Ich stehe zwar mit dem Segelmacher in Kontakt, aber was soll er machen, bzw was sollen wir machen?? Wir beschliessen Sonntags mit dem zu grossen Segel auszulaufen, dann können wir es eben nur gerefft nutzen - wir wollen endlich los - und irgendwo unterwegs lassen wir es dann ändern. Und so sind wir jetzt 4 Tage später in Castelsardo. Die 4 Tage waren toll: Wundervolles segeln durch das Maddalena-Archipel (durchs Regattafeld), zwei Buchten, in denen wir übernachten haben, endlich wieder vom Boot aus schwimmen gehen, Barfuss über das kippelige sonnengewärmte Deck des segelnden Bootes laufen - EINFACH TOLL!!    

 

17.05.2017 - Pleiten, Pech und Pannen, oder…. 

….man könnte es auch -Nichts ist planbar- nennen! Aber fangen wir vorne an: Unsere Anreise nach Sardinien am 25. April war wohl überlegt, jedoch war die Rechnung ohne Italien gemacht! Eigentlich wollten wir einen Leihwagen nehmen und damit die Rettungsinsel von der fälligen Wartung abholen. Nun ist aber ausgerechnet am 25.4. in Italien ein Feiertag (Jahrestag Abschaffung des Faschismus!). Also haben wir in Olbia ein Hotelzimmer gebucht und den Leihwagen um einen Tag verschoben. Am 26. Fahren wir also mit dem Bus zum Flughafen und holen unseren Leihwagen ab, Rettungsinsel eingeladen und ab nach Castelsardo. Hier lagert bei Guy und Tanja unsere nagelneue Genua. Natürlich bleiben wir, hat Guy doch am 27. Geburtstag. Unterdessen kommuniziere ich mit der Werft, ob wir denn lieber Samstag oder Dienstag kranen wollen? …und was ist mit Montag? Wir wollen möglichst wenig Zeit in einem Schiff leben, dass auf dem Trockenen steht. Montad ist der 1. Mai und damit auch in bella Italia ein Feiertag! Also gut, dann wohl Dienstag, so haben wir genug Zeit das Unterwasserschiff fertig zu bekommen. In der Werft läuft alles wie am Schnürchen, das Unterwasserschiff wird angeschliffen, der Kiel entrostet, Rostschutzfarbe aufgetragen, mit Grundierung ausgebessert und dann zwei satte Lagen Antifouling aufgetragen. Unser neues Dinghy steht schon in der Werft, wir packen es mal aus. Auweih, es hat einen Transportschaden, irgendetwas hat die Palette und unser Schlauchboot gerammt! Aluboden verbogen, Gummi an zwei Stellen defekt lautet die Diagnose. Schnell stellt sich heraus, den Schaden zahlt niemand, das kaputte Schlauchboot bleibt unser Problem! In der Zwischenzeit werden wir gekrant, und wir überlegen, wie der Schaden beseitigt wird. Ich würde das Boot selber flicken, aber woher kriegt man Flickzeug für Hypalon? Normalerweise sind Schlauchboote aus PVC, Hypalon ist aber UV-Resistenter und eigentlich ein Vorteil. Über die Werft finde ich tatsächlich jemanden, der sagt, er kann das! Aber den Aluboden will ich dann doch lieber selber geradebiegen, gehe also zu Werft um das in Angriff zu nehmen, und finde dabei eine Dose mit Flickzeug im Dinghy! Also flicke ich es kurzerhand selbst, lasse es zu Wasser und paddele es als Jungfernfahrt zu unserem Liegeplatz! Um es kurz zu machen alle weiteren Probleme die uns bislang an einer Abfahrt gehindert haben hier jetzt mal in Kurzform: Neue Genua passt nicht, wurde zu Änderungszwecken abgeholt; Großsegel hat eine morsche Stelle und einen Riss, bei der Montage bemerkt -> neues Segel in bestellt; Ankerwinsch: zwei von vier Kohlen im Elektomotor sind im Kohlenbürstenhalter festgebrannt, eine lässt sich lösen, die zweite zerbröselt ebenso wie der Kunststoffhalter. Neu Kohle wurde besorgt, angepasst, Halter abenteuerlich repariert, alles wieder zusammen gebaut. Beim Test stelle ich fest: Der Außenborder braucht offenbar dringend einen neuen Impeller, bei Versuch ihn zu zerlegen, fallen diverse Kleinteile ins Hafenbecken, neue benötigte Ersatzteile in Deutschland bestellt, heute eingetroffen und verbaut. Unser Bordcomputer lässt sich oft nicht mehr hochfahren, Windows wird neu aufgespielt, bei der Neueinrichtung fällt auf, das Problem ist geblieben. Ich ziehe also los einen neuen Laptop zu kaufen. Was ich nicht bedacht habe: Nun besitze ich einen italienischen Rechner mit italienischem Windows 10 und italienischer Tastatur! 3 Krisen und Stunden später spricht der Rechner deutsch und die Tastatur auch, nur die Beschriftung ist eben ein wenig anders.

Es ist möglich, dass in der obigen Aufzählung irgendwas fehlt, diverse kleinere Probleme fehlen bewusst. Zudem sind natürlich noch viele andere Sachen zu erledigen, die man sich vorgenommen hat, kaputt sind oder einfach neu am/im Boot haben will. Bleibt noch zu sagen, dass wir ziemlich durch sind mit den Arbeiten, fehlen nur noch die Segel zum segeln…..!!! Drückt uns die Daumen, dass die beiden in den nächsten Tagen hier eintrudeln

 

 

08.04.2017 - Verkauft und Verraten!

Wir hatten sie extra gebeten es nicht zu tun, aber die Schwiegermutter hat es trotzdem ausgeplaudert:  Unser Trip 2017 soll uns auf die Kanaren führen. Eigentlich wollten wir Rolf und Rosita überraschen. Die beiden beobachten über anyways Homepage immer genau wohin wir fahren, irgendwann wäre es ihnen sicher aufgefallen, dass wir immer weiter in ihre Richtung kommen - Dieser Spass fällt nun leider aus.....

Unser Flug ist schon gebucht: Am 25.04. werden wir nach Olbia fliegen, diesmal übrigens in einem weißen Flugzeug mit blauen und roten Streifen. Auf Sardinien dann haben wir einen Leihwagen gebucht, wir müssen ausser unserem Gepäck noch die frisch gewartete Rettungsinsel aus Olbia mitbringen, ebenso die neue Genua, sowie die reparierte Sprayhood und Lazybag müssen noch ins Leihauto passen  - uupps! Wir hoffen das Auto ist nicht zu klein!    

Im Vorfeld haben wir ja bereits im Februar viele Dinge zum Boot gebracht, einiges überflüssiges auch mit zurückgebracht. Zusätzlich werden wir noch ein Paket nach S. Maria Navarrese schicken und es wird ein neues Schlauchboot direkt zum Hafen geschickt. Der Rest muss ins Reisegepäck passen.......  

 

 

 

 

 

 

04.02.2017 - Winter auf Sardinien

Gegen Nachmittag finden wir uns in Livorno ein, der Fährhafen ist schnell gefunden, wir fahren nochmal in die Stadt, Eindrücke sammeln und auch noch etwas essen. Die Fähre soll um 21:30h ablegen, gegen 18:00h fahren wir zum Fährhafen. An der Information frage ich nach der Grimaldi-Fähre nach Olbia, die Frau am Schalter, sagt, "Die fährt heute nicht!" Ich bin erst einmal sprachlos, lasse mich aber nicht abwimmeln, ich soll doch nochmal am Grimaldischalter nachfragen. Hätte ich direkt getan, wäre er nicht so versteckt gelegen. Dort erklärt man mir, "Die Fähre fährt, aber vom Frachthafen aus!" Puh, da fällt mir einStein vom Herzen. Man gibt mir einen Plan, wie ich dahin komme. WIr starten zum Frachthafen, entgegen der versprochenen 10 Minuten brauchgen wir locker 20 Minuten, denn irgendwie ist dort eine Bahnlinie im Weg, die wir an der angegeben Stelle nicht überqueren können. Ziemlich komplizierte Strassenführung, die an DU-Kaiserberg (Spaghettiknoten) erinnert macht die Sache nicht leicht, aber wir schaffen es zum Hafen. Dort sehen wir zwar das Schiff, aber wir kommen nicht hin, ein Portier an einer Schranke erklärt uns und zwei anderen Autos, wo wir hin zu fahren haben, um einzuchecken. Auch dies ein Verwirrspiel! Wir drei Autos irren durch den Spaghettiknoten, brettern durch die Kreisverkehre, es ist zum Verzweifeln - Wo sollen wir hin? Zum Schluss sehen wir, wie die beiden anderen die Schnellstrasse nach Florenz nehmen, wir aber dann endlich die richtige Abzweigung finden! Eines der beiden Autos trifft ca. 20 Minuten nach uns zum Einchecken ein, das zweite sehen wir nie wieder. Gegen 19:30h dürfen wir auf die Fähre fahren. Das Schiff macht einen sauberen gepflegten EIndruck und sieht sogar recht schnittig aus, unsere Kabine ist behindertengerecht und sehr geräumig, die Betten bequem. Als wir uns gerade Bettfertig machen, klopft es, ein Stuart fragt, welche Art der Behinderung vorliegt, und welche Hilfe wir benötigen. Nachdem er erkannt hat, dass dies wohl ein Buchungsfehler war, zieht er wieder ab. Wir, insbersondere ich, schlafen sehr gut auf der leicht schaukelnden Fähre, bis morgens der fährenübliche Durchsagenterror beginnt, zum Glück ist der Lautsprecher in unserer Kabine defekt, hihi! MIt ca. 1h Verspätung legen wir an, und können durch die verschneiten Berge Richtung Süden fahren. In Santa Maria leihen wir uns erst einmal eine Leiter, um an Bord zu klettern, und zu sehen, ob unsere Antifeuchtigkeits- und Antischimmelmaßnahmen gegriffen haben (siehe auch unter Technik, Die Ausrüstung). Wir sind sehr gespannt und auf alles gefasst.... ABER es hat funktioniert!!! Die Vaseline an der Fensterdichtung konnte jeglichen Wassereinbruch verhindern, obwohl es wohl Hunde und Katzen geregnet hat Anfang Januar, und die Lüftungsanlage tut unauffällig ihren Dienst. Alles ist trocken, kein Schimmel in Sicht!!!! Im Laufe der nächsten Tage waren wir noch mehrfach an Bord, und haben die Matratzen in der Bugkabine ersetzt und viele Kartons an Bord gebracht, und auch ein wenig entrümpelt. Gestern dann hieß es Abschied nehmen von anyway bis April, wir befinden uns jetzt erst einmal auf Sardinien-Erkundungstour mit Auto..... 

 

 

 

 

26.01.2017 - Besuch für anyway


Dieses Jahr geht es früh los, zumindest die Vorbereitungen für unseren vierten Sommer auf der anyway laufen auf Hochtouren. Letzten Freitag schon sind wir mit dem voll bepackten Auto Richtung Süden gefahren, unser erstes Ziel: Cervinia in Italien. Hier sind wir in einem großen Skigebiet unterhalb des Matterhorns in Italien und der Schweiz. Übermorgen endet unser Ski-Aufenthalt hier und dann fahren wir knapp 400km südlich nach Livorno. Wir nehmen die Nachtfähre nach Olbia/Sardinien. Das Auto ist voll bepackt mit allerlei Zeugs, das aufs Boot soll, u.a.: neue Matratzen für die Bugkabine, ein neues Fenster fürs Bad, ein Rodkicker – das sind die großen Teile. Dazu vier Feuerlöscher, Wasserkessel, Nähmaschine und etliche Kartons mit Kleinteilen und natürlich einige Kilo dunkles Mehl, damit Sandra auch im nächsten Sommer wieder ihr leckeres Brot backen kann.    

^