Willkommen auf der Homepage der Sailyacht 'anyway'
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2015

 

19.10.2015 - Ein schöner Sommer endet 

Heute sind wir nach 10 Hafentagen in Preveza die Wahnsinnsstrecke von 0,6nm zur Ionion Marina gefahren. In den 10 Tagen haben wir das Boot Winterfest gemacht, und heute wurde es dann aus dem Wasser gekrant und an seinen Landplatz gekarrt. Die Segelsaison war voller Unterschiede, zunächst in Italien unterwegs mit einer Stipvisite in Malta, sind wir dann doch recht zeitig Anfang Juli in Griechenland angekommen. Hier haben wir nicht nur Korfu umrundet, sondern auch die Peloponnes! Wir hatten neue Besucher an Bord, die die anyway noch nicht kannten, alte Bekannte blieben hingegen fern, ein wiklich aussergewöhnlicher Segelsommer! Ach ja: Übermorgen geht es nach Hause, natürlich im Gelb/Blauen Flugzeug...

 

11.10.2015 – Heiße Nacht

Nach zwei Nächten in der Badebucht wurde es Zeit mal wieder in die Zivilisation zu fahren. Nidri ist unser Ziel, ein etwas größerer Ort an der Ostküste Lefkas. Wir machen am Steg eines Vercharterers fest, der unter der Woche fast leer ist. Marc regelt hier alles, und erklärt uns auch, das am Freitag ein Sturm kommen soll, der von Korfu nach Kreta zieht. Wir schauen immer wieder in den Wetterbericht, aus Freitag wird Samstag, womit unser Zeitplan wieder passt. Am Freitag wollen wir nämlich nach Preveza segeln, und da möchten wir keinen Sturm haben. So machen wir uns bei Null-Wind auf, durch den Kanal von Lefkas nach Preveza ins Winterlager zu fahren. In der Zwischenzeit wurden dann der Sturm für Samstagabend vorher gesagt. In Preveza gibt es drei Möglichkeiten mit einer Yacht zu verweilen, wenn man Ankern nicht beachtet: 1. Der Stadtkai (wollen wir nicht weil zu laut), 2. Marina Cleopatra (zu weit weg von allem), 3. Die Stadtmarina (angeblich guter Schutz, niedrige Hafengebühr und nah an der City). Wir entscheiden uns für die Stadtmarina, und kriegen nur mit Ach und Krach einen Platz (Haben Sie reserviert?). Jetzt wird der Sturm für Samstagnacht vorhergesagt. Samstagnachmittag vertäuen wir das Boot mit 5 Leinen zum Betonkai möglichst weit weg vom Beton! Alles wird klar gemacht für die Nacht und den Sturm. Auch die Nachbarn sie Hochaktiv. Es schaukelt schon ganz schön, als wir ins Bett gehen. Um 5h geht es dann richtig los, ich stehe auf, Sandra konnte eh nicht schlafen. Ich wurde wach, weil der Anker des Nachbarbootes, das vorwärts angelegt hatte auf den Betonsteg schlug. Ich ging raus, und alle waren wach und auf den Beinen. Die Leute versuchen das Nachbarbootes vom Steg abzufedern. Der andere Nachbar kommt zur Hilfe, ich komme nicht von Bord, weil wir die Gangway abgebaut haben. Der Nachbar macht den Motor an und legt Gas Rückwärts, ich instruiere den armen überforderten Mann wie er was zu tun hat. Nun hat das Boot genügend Abstand zur Kaimauer. Der bereits helfende Nachbar macht sich daran die herrenlose Yacht eins weiter in Angriff zu nehmen, weil diese viel zu lose auf das gerade vertäute Schiff drückt. Ich biete meine Hilfe an, und klettere über das Nachbarschiff an Land. Wir holen das herrenlose Boot 1m weiter nach vorn, und zurren es richtig fest. Um 6h ist alles durch und wir gehen wieder ins Bett. Heute morgen erfuhren wir, daß der Nachbar 2 Boote weitere eine gerissene Murringleine hatte, als wir gerade im Bett lagen, und das am Stadtkai eine Segelyacht gesunken ist! Der Mast guckte noch raus, zunächst hat die Küstenwache das Boot aufgerichtet. Dann kam ein Kran und hat das Boot geborgen. Was war passiert? Das englische Paar hatte Freunde getroffen, die mit ihrem Boot in der Stadtmarina lagen. Hatten dann bei den Freunden übernachtet, und ihr Boot alleine am Stadtkai zurück gelassen, rückwärts angelegt mit Anker. Der Anker hatte sich dann wohl im Sturm gelöst und das Boot schlug solange mit dem Heck vor den Stadtkai, bis ein Loch im Plastikrumpf war. So konnte das Boot voll Wasser laufen. Wir fragen uns, wie man bei dem Seegang und Wind in der Stadtmarina sein Boot alleine vor Anker am Stadtkai zurücklassen kann? Schließlich ist am ungeschützten Stadtkai noch mehr Seegang gewesen als in der Marina…. 

 

03.10.2015 - Ohne Worte 

 

30.09.2015 – Kreuzen der eigenen Fahrspur

Von Patras aus startet der Krankentransport am Sonntag nach Messolongi. Ich hatte mich in Patras vor dem Hafenmeisterbüro die harte Marmortreppe runtergestürzt. Morgens um 8:00h hatte ich mich am Samstag aus dem Boot geschlichen und mit dem Laptop zum Hafenmeisterbüro aufgemacht, um das W-Lan-Netz zu nutzen. Auf dem Rückweg bin ich dann mit den Flip-Flops auf der regenassen und spiegelglatten Treppe ausgerutscht, das Laptop fiel scheppernd auf die Treppe. Zurück im Boot wurde der Fuß gekühlt und das verbeulte Laptop getestet. Das Laptop hat nur äußere Schäden davon getragen, der Fuß wurde dick und ließ mich humpeln. Sandra steht später auf und ist eine Stunde später krank: Nase zu, Kopfschmerzen und Fieber. So ging es dann am Sonntag nach Messolongi. Hier finden sich fast nur Fahrtensegler in der Marina, alle sind sehr freundlich, und kurz vor Sonnenuntergang trifft man sich zum Sundowner im Marinaeigenen Restaurant. Mesolongi ist an einer Lagune gelegen, es gibt Pfahlbauten und entsprechend viele Mücken finden sich ebenfalls zum Sundowner im Restaurant ein. Nach zwei Tage haben wir die Nase voll, wir fahren weiter nach Kefalonia. Hierbei kreuzen wir unseren eigenen Weg von vor Monaten: Wir haben die Peloponnes umrundet, Hurrah! Kefalonia hatten wir im Juli nicht besucht, wir hatten es eilig nach Zakynthos zu kommen, weil dort Jana und Felix einflogen. Unser erster Stopp ist Poros. Ein kleiner Hafenort im Südwesten. Wir sind erschrocken, wie viele Boote hier schon liegen, wir sind also wieder im Chartereinzugsbereich gelandet, zudem gibt es hier auch wieder Flotillen. Flotillen sind Gruppen von Charterbooten, mind. 4 Boote, meist ca. 8, die zusammen gehören, und so 1 oder 2 Flotillen können schon einen kleinen Hafen sprengen. Abends wird dann noch lange gelacht, gesungen, gesoffen etc. Das Essen im Restaurant ist schlecht, genau wie der Service, der Schwell im Hafen nicht ohne, gerne legen wir am nächsten Morgen ab, um nach Vathi auf Ithaka zu fahren. Hier waren wir schon auf dem Weg nach Zakynthos. Wieder ist es total voll, wir kriegen einen der letzten Plätze, und schauen noch Stunden zu, wie die anderen einen Platz suchen, anlegen, ablegen, ankern etc, auch Hafenkino genannt.              

   

 

 

25.09.2015 – Unterwegs in den Bergen

Heute Morgen um 6:40h höre ich wie jemand unser Boot betritt, ich springe auf, schiebe das Schiebeluk auf uns schaue raus. Ein mir unbekannter Mann sagt: „Goog morning“, pereplex erwidere ich seinen Gruß. Er fragt, ob wir nicht das Taxi für 6:30h bestellt hätte. Ich sage ihm, es war für 8:30 bestellt. Darauf antwortet er, „I’ll come back in 2 hours!“ Danach waren natürlich alle wach an Bord, aber wir wollten ja eh um 7h aufstehen, um zusammen zu frühstücken, bevor unser Besuch uns verlässt. Das Taxi kam um 8:30h nochmal, und schon waren wir wieder alleine. Wir sind dann zu Fuß um 9:30h zum Busbahnhof, um nach Diakopto zu fahren: Eine Himmelfahrt, zunächst nach Egira, dann 20 Minuten später nach Diakopto. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, die Eisenbahn, die wir nehmen wollen, fährt nur am Wochenende. Also wieder warten. Wir nutzen die 2,5h um zu Mittag zu essen. Dann geht es los, 1h Fahrt durch eine Bergwelt, wie man Griechenland normalerweise nicht kennt. Es hat schon etwas vom Wilden Westen, leider fahren wir mit einer modernen Eisenbahn, und nicht mit den alten Dampflokomotiven, die hier überall zur Zierde noch rumstehen. Es geht immer weiter bergauf, wenn es steil ist, erscheint zwischen den Schienen eine Zahnstange, und der Zug wird zur Zahnradbahn. Fast oben entdecken wir zwei Skihütten. Während unsere Fahrt auf ca. 750m endet, soll man im Winter etwa 1000m höher tatsächlich Ski fahren können. Im Moment unvorstellbar bei den Temperaturen. Nach 20 Minuten vor Ort geht es schon wieder runter, etwas wenig Zeit um alles zu sehen, aber wir wollten ja eigentlich auch eine Bahn eher hochfahren. Zurück in Diakopto erwischen wir einen Bus, der direkt nach Patras durchfährt. Auf dem Weg zurück beginnt es zu regnen, so endet ein wirklich schöner Tag…

 

23.09.2015 - Gegensätze

Heute sind wir in Navpaktos angelangt. Wir liegen in einem mittelalterlichen kleinen Hafen. Gestern waren wir in Trizonia, einer kleinen Insel, direkt am Festland gelegen. Im Hafen finden sich fast nur 'Langzeitlieger', die hier nicht bezahlen brauchen. In entsprechendem Zusatand ist der Hafen, aber auch die Boote, die hier liegen.

 

 

21.09.2015 – Was uns das Orakel alles verschwiegen hat…

In Kiato sehen wir unsere erste Spiegeleiqualle. Dieser wabbernde Meeresbewohner tritt hier gehäuft auf, und ist angeblich für Menschen ungefährlich. Am nächsten Tag motoren wir zunächst nach „gegenüber“ auf die nördliche Seite des Golfs. Trotz windiger Wettervorhersage wollen wir nach Andikiron. Aber je mehr wir uns dem Ziel nähern, desto stürmischer wird es. Wir drehen ab, und wollen windgeschützt hinter der vorgelagerten Halbinsel ankern. Aber hier gibt es einen winzigen Fischerhafen, wir machen an der Außenmole fest. Als es fast dunkel ist, gesellt sich noch ein französisches Boot zu uns. Von unserem Liegeplatz aus ist die Aussicht auf die Halbinsel einfach nur unglaublich schön, Wahnsinn! Über Nacht beruhigt sich der Wind, und wir segeln am nächsten Tag nach Itea. Hier gibt es einen „toten“ Yachthafen“, der schon seit Jahren einen Betreiber sucht. Hier liegt man gratis ohne Strom und ohne Wasserhahn für die üblichen ca. 6,- die Nacht. Direkt vor dem Hafen hält der Bus, der uns für 2,- € innerhalb von 30min zum ehemaligen Nabel der Welt bringt: Delphi! Die Landschaft ist sehr beeindruckend und um 11:30h kaufen wir die Eintrittskarten und erkunden in der Mittagshitze die alten Ruinen. Später essen wir eine Kleinigkeit im modernen Delphi und fahren mit dem Bus zurück. Gegen Abend und auch über Nacht fegen einige Gewitter über uns weg. Am Morgen denken wir, alles ist durch, doch weit gefehlt, unser Frühstück nehmen wir im Salon ein, während der Windmesser Böen mit bis zu 52 Knoten anzeigt, was 10 Windstärken entspricht. Laut Wetterbericht soll es sich erst morgen einigermaßen beruhigen, weshalb wir wohl noch einen Tag hierbleiben in Itea.       

 

 

17.09.2015 – Durch den Kanal von Korinth

Am Dienstag warten wir auf Aegina auf unseren nächsten Besuch. Wir rechnen damit, dass Jörg und Ulla um ca. 16:00h mit der Fähre aus Piräus eintreffen. Aber, wir haben auch damit gerechnet, dass sie mit dem schnellen Tragflächenboot eintreffen. Um viertel vor fünf ist es dann soweit, die Autofähre legt an, und Jörg und Ulla spazieren von Bord. Schnell haben wir das Gepäck auf der anyway verstaut, und trinken zusammen eine Flasche Hugo, die wir seit Sizilien in unserm Kühlschrank spazieren fahren, bislang gab es keinen Anlaß sie öffnen. Anschließend geht es in die City mit ihren engen Gassen in ein günstiges und gutes Restaurant in der 2. Reihe. Am nächsten Tag legen wir ab nach Korfos. Ein kleiner Ort an einer großen Bucht. Hier machen wir am Restaurantsteg fest. Am Steg kann man gratis liegen mit Strom und Wasser, wenn man in diesem Restaurant isst und trinkt. Nach einer kleinen Ortserkundung und einigen Bädern im mittlerweile doch erfrischenden Mittelmeer, gehen wir von Bord, um 3 Meter weiter am Tisch zu sitzen und zu speisen. Das Essen ich nicht besonders gut. Heute dann darauf klingelt der Wecker um 7:00h. Als wir aus dem Boot klettern, sind auf den Nachbarbooten auch schon alle wach und aktiv. Wir frühstücken, und legen ab. Laut Wettervorhersage soll es mit bis zu 5BFT wehen heute. Aber wir müssen durchgängig motoren, um zum Kanal von Korinth zu kommen. Hier warten schon zwei Segelboote, ein viertes legt unmittelbar nach uns an, und ein fünftes kreist vor der Einfahrt. Kaum habe ich 186,- € bezahlt geht es auch schon los, und wir werden über Funk angewiesen, in den teuersten Kanal der Welt (gemessen an der Länge) einzufahren. Nach knapp 30 Minuten ist es geschafft, wir sind im Golf von Korinth! Zunächst segelten wir heute nach Kiato. Hier haben wir erst einmal richtig eingekauft, die Vorräte aufgefüllt für die nächsten Tage. Jetzt haben wir noch über eine Woche Zeit, um bis nach Patras zu gelangen – cool, das ist Urlaub!    

12.09.2015 – Ein rabenschwarzer Tag für die Beatrice und ihre Crew

Eigentlich wollten wir ja heute erst hierher nach Aigina fahren, und die Beatrice gestern. Aber uns gefiel es nicht so gut in Epidavrou, so dass wir gestern morgen beschlossen schon nach Aigina zu fahren. Unterwegs erfuhren wir von der Beatrice, dass sie erst einen Tag später nach Aigina segeln wollte. Hier in Aigina, dem Vorgarten der Athener gibt es zwar einen Yachthafen, aber der ist nur für Mitglieder, wie sich hier herausstellte. Zum Glück ergattern wir einen der knappen Liegeplätze im Stadthafen. Mit dem Sonnenuntergang kommt der Wind. Alle Yachties sind in heller Aufruhr, und bringen noch Strippen an, räumen alles weg, was nicht dahin gehört. Der Wind pfeift fast die ganze Nacht mit bis zu 6 BFT quer durch den Hafen, wir bangen, dass der Anker hält, denn es gibt natürlich keine Mooringleine. Wir wechseln uns ab, und letztendlich schläft Sandra im Cockpit, um ggf. zur Stelle zu sein, falls der Anker sich löst. Aber alles hält, und der Wind schläft im Laufe des neuen Tages immer weiter ein. Während dies geschieht, sagt meine Intuition, schalte doch mal das Funkgerät ein, evt. funkt uns ja die Beatrice an. Kaum ist das Gerät an höre ich: „Mayday, Mayday, Mayday“ aus dem Lautsprecher „this is Beatrice, we are sinking!“ Zunächst begreife ich den Ernst der Lage nicht, dann überlege ich abzulegen, um zu helfen, aber die Beatrice ist ca. 8nm weit weg, also knapp 2h Fahrt, das ist zu weit, es muss jemanden geben der näher dran ist. So sitzen wir vor dem Funkgerät und lauschen was dort vorgeht. Die Seenotrettung kommt nur langsam in Gang, ein Sportboot nimmt Kurs auf die angegebene Position, und ebenso ein Seenotrettungsboot. Nach ca. 35 Minuten werden die beiden an Bord genommen, und dies über Funk verkündet. Wir sind fassungslos und können es nicht glauben. Ich schicke eine SMS, hoffentlich kommt sie an, hoffentlich ist das Handy nicht mit untergegangen. Eben habe ich dann mit der Crew telefoniert, die  Beatrice ist gesunken, aber ihnen geht es soweit gut, sie haben alles gut überstanden, fliegen morgen erst einmal nach Hause. Es gab viel Bürokratie, klar, wenn man in Griechenland ein Schiff versenkt. Wir haben den Schock noch nicht verdaut und sind immer noch sprachlos.      

 

 

11.09.2015 – Poros und ein Wiedersehen mit der Crew der Beatrice

Hier trennen sich unsere Wege dann endgültig, Holger segelt wieder in den Argolischen Golf in Richtung Naflion, wir wollen in den Saronischen Golf nach Poros. Wenn man sich das mal auf der Karte ansieht, glaubt man, dass Poros eigentlich keine Insel werden sollte, so schmal ist der Fjord zwischen Insel und Festland. Wir segeln ein paar Stunden zwischen Hydra und Festland, müssen kreuzen, um um die Ecke zu kommen. Dann kommt recht schnell der Fjord. Es ist eine irre Landschaft, erstaunlich grün hier, und schon taucht auf der rechten Seite die Stadt auf: eine Kaimauer mit unzähligen Tavernen reihen sich aneinander. Davor haben Segelboote und Fischer festgemacht, im Fjord ankern zig Boote, teilweise recht eng hier. Es gibt zwar noch einige freie Plätzchen am KaI, aber wir wollen nicht unbedingt vor der Hauptstrasse liegen, und dann noch auf der anderen Seite lärmende Kneipen. Wir fahren ums Eck, und machen im Hafen fest. Eigentlich ist es hier kaum anders, aber es ist weniger Trubel, obwohl abends bei uns gegenüber in der Taverne Tsirtaki getanzt wird. Am nächsten Tag motoren wir weiter durch den Fjord und entdecken wundervolle Buchten und Strände die zum Ankern einladen. Wir aber verlassen den Fjord um nach Epidavrou zu segeln, dort ist mittlerweile die Beatrice angekommen, nachdem sie den Kanal von Korinth durchfahren hat. Nach einem herrlichen Segeltag, z. T. unter Schmetterling mit 7kn, gelangen wir in die weiträumige Bucht. Leider gibt es keinen Platz mehr am Steg, also ankern wir, und fahren später mit dem Dingi zum Hafen. Nach reichlichem und gutem Essen sitzen wir zusammen im Cockpit der Beatrice und picheln uns einen, es gibt einiges zu erzählen, später haben wir eine sehr ruhige Ankernacht.

Heute früh segeln wir bei herrlichem Wind und Sonneschein zum Vorgarten der Athener, die Insel Aigina. Hier haben wir Glück, und bekommen einen Liegeplatz im Stadthafen, vor dem Segelclub. Am Dienstag trifft unser nächster Besuch in Athen ein. Die Fähre verkehrt rund um die Uhr halbstündlich zwischen Athen und Aigina.

 

08.09.2015 – Hydra, ein MUSS, aber leider Touristisch sehr erschlossen

In Kyparissi machen wir als einzige am Steg fest, Herbert und Angelika ankern mit Ihrem Kat. Am nächsten Tag ankert auch ein französisches Boot in der Bucht mit neuem Massekabel zwischen Batterie und Getriebe (31.08.2015!). Wir legen ab Richtung Nord/Ost und erreichen Porto Cheli am Nachmittag. Auf dem Weg dahin sehen wir so viele Seglboote wie schon seit Wochen nicht mehr. Auf dem Weg in die eigentliche Bucht sehen wir viele viele riesige Motor-Luxusyachten in lauschigen Buchten vor Anker. Nee klar, die Griechen haben kein Geld. Offenbar ist dies das Mallorca in Griechenland? Im Hafen angelangt, sind wir verwirrt, das ganze Becken ist voller Yachten, die an Ankerbojen vor sich hin schwojen, wir haben Probleme den Stadtkai zu finden, aber es gelingt. Die Australier im Nachbarboot raten uns davon ab, mit dem eigenen Boot nach Hydra zu fahren, es sei zu voll, und sie hatten dort 3 unverschuldete Zusammenstöße mit fremden Yachten, und 2.500,- Schaden beim letzten Crash. Die Schweden, die später anlegen erzählen ähnliche Geschichten. Wir sollen lieber nach Ermioni fahren, um von dort mit der Fähre rüberfahren. Wir beschließen diesem Rat zu folgen. Wieder sehen wir diese Unmengen von Segelbooten, die hier unterwegs sind, un segeln am Wind nach Ermioni. Wir legen im Nordhafen an, der deutlich geschützter ist, als der Südhafen, außerdem fährt von hier aus die Fähre los. Holger, den wir noch kurzfristig vor dem Ablegen per Mail gewarnt hatten, legt 2h später direkt neben uns an. Abends gehen wir im Südhafen zusammen sehr lecker essen, hm! Heute sind wir dann um 11:20h mit der Fähre nach Hydra gefahren. Im Hafen können wir kaum glauben was wir sehen: 7 Yachten kreisen im kleinen Hafenbecken und schließlich ankern sie in 2. und 3. Reihe mit Heckleinen zum Boot in der Reihe hinter ihnen, so was haben wir noch nie gesehen. Wir sind froh mit der Fähre hier zu sein! Wir sehen viel, es gibt sehr schöne Ecken hier, aber es ist einfach zu touristisch und voll und laut hier! Um 16:05h geht unsere Fähre zurück. Wir haben genug gesehen für einen Tag und lassen den Tag im Hafen von Ermioni ausklingen...

 

05.09.2015 – Schildkröten, enge Gassen und Piratenbucht

Von Gythion aus starten wir bei wenig Wind um kurz nach 6:00h Richtung Süden. Unser Ziel: Elafonisos. Hier soll es einen der schönsten Strände Peloponnes geben. Unterwegs frischt es etwas auf, und wir setzen zum ersten mal den in Kalamata reparierten und auf Trichtersystem umgebauten Gennaker. Herrlich, bei flachem Wasser segeln wir mit 4 - 5,5 Knoten durch den frühen Morgen. Nach 2h ist der Spaß vorbei, und wir bergen das Leichtwindsegel problemlos mit dem neuen Trichter, unter Motor geht es weiter zur Traumbucht. Im Süden von der der Peloponnes vorgelagerten Insel ankern wir im aquamarinen Wasser und tauchen und schwimmen im herrlichen Wasser. Abends gibt es zur Abwechselung mal was aus der eigenen Kombüse. Am nächsten Morgen geht’s dann weiter nach Monemvasia. Unser Besuch ist enttäuscht, wäre gerne noch länger an diesem Traumstrand geblieben, aber die Wettervorhersage gepaart mit dem trüben Wetter am Vormittag lässt uns schon früh den Anker hieven und ums Kapp fahren. In Monemvasia begrüßen uns 2 Schildkröten im Hafen, und kaum haben wir fest gemacht, inspizieren sie erst einmal anyway von allen Seiten, auch von unten – es scheint alles klar zu sein. Abends fahren wir für 1,10€ in die Unterstadt und sind total begeistert! Es gibt viele kleine Gassen und viel Leben in Griechenlands letztem byzantinischem Dorf. Am nächsten Tag kommt Holger, den wir aus Kalamata kennen, und legt sich mit der Carpe Diem direkt neben uns. Auf der anderen Seite liegt ein 52ft Katamaran mit deutscher Flagge. Herbert und Angelika zeigen uns das ganze Schiff, und es haut uns einfach um, wie viel Platz die beiden haben. Die Eignerkabine ist mit Bad größer als die ganze anyway. Anschließend testen wir portugiesischen Weißwein, aber es ist so warm, dass wir dazu Eis aus der bordeigenen Eiswürfelmaschine in die Getränke tun, damit es schmeckt. Am Abend gehen alle zusammen essen, wir sind zu 10 an einer langen Tafel, es wird ein lustiger feuchtfröhlicher Abend. Tags darauf machen wir uns gegen Mittag auf nach Gerakas. Gerade mal 10nm ist die Piratenbucht entfernt. Wir staunen nicht schlecht, denn es geht um zwei Ecken durch hohe Felsen in die wirklich gut versteckte Bucht. Hier machen wir neben US-Amis am ehemaligen Fährkai fest. Hier ist alles noch sehr ursprünglich und minimalistisch und ruhig. Abends gehen wir dann in einer der drei Tavernen essen und früh ins Bett. Als wir heute dann wieder gegen Mittag zwischen den Felsen raus auf Meer fahren, fährt gerade ein Kat vorbei, Herbert und Angelika haben das gleiche Ziel wie wir: Kyparissi (Zypresse)!

 

31.08.2015 -  Einmal Gythion und zurück

Von Skoutari aus segeln wir nach Gythion. Ich bin zum dritten Mal in diesem Leben hier, die ersten beiden Male war das allerdings mit dem Motorrad, von hier aus geht zweimal pro Woche eine Fähre nach Kreta. Als wir uns Gythion nähern, sehen wir hinter der Halbinsel einen Schwimmbagger. Der Hafen ist eine Baustelle, und die Betonnung in etwas fragwürdig. Wir fahren in den Hafen und finden einen freien Platz neben einem Segelboot mit kroatischer Flagge. Der nette Nachbar hilft beim anlegen, und ist, wie sich herausstellt Schweizer. 5 Minuten später kommt die Polizei, und erklärt Ute, dass wir uns bei der Polizei anmelden sollen. Ich mache mich auf den Weg und die Anmeldung ist nach ca. 30 Minuten Formulare ausfüllen erledigt, allerdings sollen wir anderntags noch in einem Büro im Hafen bezahlen. Am nächsten Morgen versucht der Schweizer vergeblich in diesem Büro zu bezahlen. Das Büro ist nicht besetzt, also legt er ab ohne zu bezahlen, nachdem gesucht und gewartet hat. Etwas später ist das Büro besetzt, und wir haben die Gelegenheit 6,94 € an den griechischen Staat zu entrichten. Die Prozedur dauert nochmals 20 Minuten, Strom und Wasser gab es auch am Steg – wer soll daran noch etwas verdienen??? Wir legen ab, unser Ziel ist Plytra, das wir nach ca. 3h segeln erreichen. Wir wollen nicht ankern, da für die Nacht und den nächsten Tag viel Wind angesagt ist. Es gibt aber einen Quai, der in allen 3 Hafenführern ähnlich beschrieben ist, in einem sogar mit Foto, wo 7 Schiffe dort fest gemacht haben. Leider ist der kpl. Steg mit Fischerbooten belegt. Evt. gäbe es einen Platz, aber hier findet sich nur Stein am Boden, auf dem der Anker unmöglich halten kann. Also beschließen wir zurück nach Gythion zu segeln, da es sonst kein geeignetes Ziel in Schlagweite gibt. Hier angekommen, will unser Anker nicht im Hafenbecken halten. Erst im dritten Anlauf unter Wind und Böen von Querab hält der Anker, und wir können entspannt einen Anlieger trinken. Nach uns laufen noch zwei französische Boote und ein Spanier ein, jetzt ist der Steg neben der Baustelle voll. Aber das neuseeländische Boot läuft unter Starkwind aus – warum und wohin auch immer. Alle anderen liegen hier und warten auf windärmere Zeiten, und das ist morgen! Da sind alle Wetterberichte einer Meinung und morgen früh um 6:00h segeln dann alle, falls nicht zu wenig Wind ist, in Richtung Elafonisos: drei deutsche, zwei französische und ein spanisches Boot. Um 6:00h müssen alle Sportboote ablegen, da zwischen 6:30h und 7h hier ein Kreuzfahrtschiff (?) anlegt. Heute habe ich auf dem französichen Nachbarboot eine Masseleitung vom Getriebe zur Batterie angefertigt und verbaut, da der Anlasser ab und zu den Dienst verweigert, zur Belohnung gab es eine Flasche Ouzo…

 

27.08.2015 – Die Reise geht weiter

Unser Besuch ist am Montag pünktlich in Kalamata gelandet. Nach einem schnellen Besuch im Supermarkt sind wir dann noch am selben Tag los gesegelt. Zunächst wollten wir nach Koroni in ‚unsere’ Badebucht. Leider waren Wind und Welle so heftig, dass wir uns dafür entschieden nördlich der Halbinsel vor der Stadt zu ankern. Morgens aber war dann so viel Welle vor der Stadt, dass wir um 7:30h den Anker heben und in die jetzt ruhige Badebucht wechseln. Hier haben wir endlich Ruhe, und baden in klaren, grünen Wasser und motoren später nach Limeni. Hier machen wir längsseits am Quai fest, was zwar später für etwas Verdruss bei zwei Motorbootbesitzern sorgt, aber es gibt genug Platz für alle, und unseren Anker wollen wir in diesem Hafenbecken nicht zwischen Ketten und Betonklötzen liegen lassen. Abends gehen wir in die einzige Taverne, sehr lecker! Tags darauf wollen wir die südlichste Stelle der Peloponnes umrunden, um in eine gut geschützte Bucht zu fahren. Wir segeln gemütlich in die Limani Kagio und staunen nicht schlecht: Hier liegen jede Menge Boote vor Anker, und scließlich ergattern nur mit Mühe einen geschützten Platz. Dies ist ein wirklich einmalig schöner Ort und abends sitzen wir in der Taverne direkt am Wasser mit Blick auf Berge und Boote, Herrlich! Heute sollte es eigentlich nur eine Bucht weiter gehen, aber wir ladeten dann doch in der Limeniskos Skoutari, 3 Buchten weiter. Hier liegen wir direkt am Strand, leider etwas unruhig, aber doch sehr schön mit Brandungsrauschen….

23.08.2015 – Der ehemalige Kollege!

Zurück in Kalamata können wir uns dem Krisenzustand in unserem Urlaubsland nicht weiter entziehen. Wir werden immer mal wieder gefragt, wie wir als Deutsche das ganze betrachten. Wir versuchen freundlich das Gespräch abzuwenden, um nicht die Wahrheit sagen zu müssen, was auch gut gelingt. Diese Frage an uns zielt immer darauf, ob die Griechen sich ändern müssen. Nun, nach unserer Meinung sind die Griechen nicht faul und nicht arm, überhaupt nicht, das lässt sich hier überall beobachten. Es ist aber eine Frage der Mentalität, dass sie für sich und ihre Familie sorgen, aber den Staat dabei vergessen. Angeblich kontrolliert aktuell die Steuerbehörde, ob man eine Rechnung, Quittung oder Kassenbon bekommen hat, wenn man etwas gekauft hat, oder Essen war, eine ähnliche Idee wie in Italien. In Italien muss man alle paar Tage die Geldbörse von den ganzen Zahlbelegen befreien, damit es nicht zu dick wird, hier ist das nicht nötig. Uns fällt außerdem auf, dass wir oft nicht das bezahlen müssen, was auf dem Preisschild steht oder anfangs verlangt wird. Eine Short mit 18,- Euro ausgezeichnet, kaufen wir für 15,- ohne jegliches Handeln, ebenso erlässt mir der Mann in der Reinigung einen Euro, einfach so. In beiden Fällen gab es übrigens keinen Kassenbon. Dafür zahlen wir für 2 Pfirsiche und eine kleine Wassermelone am Gemüsestand auf der Strasse 5,-! Das war dann wohl mit Touristenzuschlag?!?  …im Supermarkt zahlen wir unter 2,- für den gleichen Einkauf.

Eine andere Geschichte: Sandras Fahrradbremsen quietschen, als würde ein Lastzug oder Güterwagon bremsen. Alle Versuche die auflaufenden Kanten an den Bremsschuhen zu brechen bringt nichts. Also halten wir mal beim ortsansässigen Fahrradhändler an. Er muss erst einmal umschalten, auf English. Zunächst würde gerne ersteinmal einen Nippelspanner kaufen, da meine Hinterradspeichen teilweise lose sind. Leider verkauft er kein Werkzeug, er überlegt aber angestrengt, wie er mir helfen könnte, es fällt ihm aber zunächst nichts ein. Dann frage ich nach Bremsschuhen für Alufelgen. Klar, die hat er. Als ich bezahle, bietet er mir an, seinen Nippelspanner zu leihen. Ich nehme gerne an, und versichere ihn am nächsten Tag zurück zu bringen, Pfand will er dafür keines. Am nächsten Tag begrüßen wir uns wie alte Bekannte. Eine starke Leistung, wie ich finde, einem Fremden Werkzeug zu leihen!

Morgen früh landet unser nächster Besuch am Kalamata-Airport. Wir haben gestern schon das Boot von außen geschrubbt, heute machen wir unter Deck klar. Morgen geht es dann wieder raus auf See…. 

18.08.2015 – Flucht vor der Disco

Nach 4 Nächten am Anker vor dem beschaulichen Tourinest Koroni haben wir die Faxen dicke: Teilweise stinkt es heftig nach Abwasser, der Lärm ist nachts zeitweise unerträglich. Deshalb sind wir einfach eine Bucht südlicher gefahren, wir liegen jetzt auf der anderen Seite der Festung. Hier waren wir zuvor schon einmal eine Nacht mit Jana und Felix vor Anker, bevor wir nach Kalamata gesegelt sind. Doch dieses mal haben wir mehr Zeit: Wir haben die seichten Gewässer unmittelbar unter der Festung erschnorchelt, waren am Stand und haben dort die geschützten Nester der Schildkröteneier bewundert. 

 

 

14.08.2015 –  Lazy Days

Nach 12 Tagen in Kalamata sind wir ausgeschlafen und alle Reparaturen durchgeführt, alle Dinge die Jana und Felix mitgebracht haben montiert. Den größten Erfolg hat hier die Outdoor W-Lan-Antenne zu verzeichnen, das Internet ist damit näher gerückt! Wir sind seit 2 Tagen in Koroni. Hier haben wir bereits mit Jana und Felix in der südlichen Bucht am langen Sandstrand geankert, jetzt liegen wir in der Nordbucht vor der ‚Stadt’ vor Anker. Holger aus Düsseldorf haben wir hier wieder getroffen, und gestern waren wir in der besten Dönerbude vor Ort mit ihm essen. Das hatten wir uns verdient, da wir vorher die alte Festung auf der Halbinsel erkundet hatten. Wie es genau weitergeht wissen wir noch nicht, nur dass unser nächster Besuch auch wieder nach Kalamata kommt, und wir dort noch unseren Gennaker von der Reparatur abholen müssen. Das arg gebeutelte Leichtwindsegel lassen wir von Rollsystem auf Trichtersystem umbauen, wir erhoffen uns davon eine leichtere und unkompliziertere Handhabung, schauen wir mal. 

02.08.2015 – Zeit für eine große Revision

Von Katakolo aus ging es weiter Richtung Süden. In Pylos finden wir in der Marina keinen Platz, und über Funk meldet sich keiner. Also gehen wir an die Kaimauer nahe der ‚Stadt’. Hier kaufen sich die Kids neue Hüte, Sandra einen Bikini, ich geh leer aus. Wir beschliessen am nächsten Tag in die große Bucht zu fahren, um dort zu ankern. Doch erst einmal müssen wir Wasser tanken, der Tank ist fast leer, und die Pumpe des Watermakers ist kaputt. Seegrass hatte sich vor die Ansaugöffnung gesetzt, und die Pumpe trocken laufen lassen. Wir finden einen wunderschönen Flecken bei Gialova. Abends fahren wir dort mit dem Beiboot hin um dort zu essen und später bei einem Drink ‚Casablanca’ ohne Ton zu sehen. Zurück ist der Weg einfach, es gibt kaum ankernde Schiffe in der Bucht. Tags darauf wollen wir bei einer der Inseln bei Methoni ankern, daraus wird aber nix, denn der Wind ist viel, und die Buchten sind sehr eng, bieten wenig Schutz. Als der Wind gegen Abend einschläft, ankern wir südlich von Koroni, unterhalb der Festung. Auf dem Weg dorthin bricht das Fenster unseres Badezimmers in 4 Teile! Die Fockschot hatte sich unbemerkt daran vertüddelt, und als ich die Fock setzen will bricht das Plexiglas. Tags darauf segeln wir mit halben Wind nach Kalamata, hier startet der Flieger, der unsere Gäste dann heute wieder in die Heimat bringt. Doch bevor es zu Mama geht besuchen wir noch das alte wenig sehenswerte Kastell, besuchen einen Markt, gehen zu H&M (!), besuchen das Eisenbahnmuseum und gehen an den Strand. Am Strand überrascht uns dann Regen, dicke Tropfen fallen vom Himmel. Den letzten Regen hatten wir auf Sizilien. Hier in Kalamata werden wir erst einmal verschnaufen, es gibt ja auch einiges zu tun. Ich habe schon eine neue Pumpe bestellt, die hierher geliefert wird. Es gibt viele Dinge zu reparieren und zu verbessern, tauschen, einbauen, Verletzungen ausheilen…. Die Liste ist ellenlang, so dass uns die Wartezeit nicht zu lang werden wird, bestimmt! Wir rechnen mit ca. einer Woche Aufenthalt.

Während ich dies hier gerade schreibe starten Jana und Felix gerade nach München, wo sie nach D’dorf umsteigen, Guten Flug, war schön mit Euch!

 

27.07.2015 - …falls Herr Schäuble Geld schickt….

Als wir gestern in Katakolo ablegen wollen, erwartet uns ein kleines Fiasko: Der Anker sitzt fest, so fest, dass wir ihn nicht hoch bekommen. Nach etlichen Versuchen ist unser Bugspriet verbogen, und die Ankerwinsch gibt ebenfalls ihren Geist auf. Zweimal tauche ich zum Anker runter (5,4m), im Hafenbecken ist es trüb, man kann die Hand vor Augen nicht sehen. Ich stelle aber fest, er hängt an einem Betonklotz mit Kette. Beim zweiten Tauchgang schmerzt mein rechtes Ohr trotz Druckausgleich, deshalb gebe ich hier auf. Der Marinero hat inzwischen einen Fischer geholt, der eine ganz eigene Methode hat fest sitzenden Anker zu lösen: Er legt ein Seil um unsere Ankerkette, hängt ein Gewicht dran und zieht dann an diesem Seil mit seinem PS-Starken Fischerboot. Ca. 5 Anläufe doch es gibt keine positiven Ergebnisse. Seit dem 3. Versuch bereden wir ihn, einen Taucher zu holen. Der ist plötzlich da, er wurde zwar sofort vom Hafenmeister angerufen, aber unter Wasser kann er nicht telefonieren, wie er sagt…. Dann sagt er uns: 100,- Euro und er holt den Anker rauf, was er dann in ca. 10 Minuten problemlos hinbekommt! Wir legen dann seitwärts an, kein Problem, denn ein Teil des Hafens ist Baustelle, wir liegen nun in der Baustelle und lecken erst einmal unsere Wunden: Das Stützrohr des Bugsprits  wird mit Bordmitteln und einigem aus der Baustelle von Sandra und mir wieder in eine einigermaßen gerade Form gebracht, anschließend mache ich mich daran, die Ankerwinsch zu zerlegen. Das zerlegen des Elektromotors bringt keinen Schaden ans Tageslicht, ich baue ihn wieder zusammen und er läuft wieder! Also baue ich die ganze Ankerwinsch wieder zusammen und alles ist wieder einsatzbereit. Der Tag allerdings ist gelaufen, es ist mittlerweile schon nach 19:00h. Als ich gerade fertig bin, erscheint ein Grieche, den wir zwar noch nicht kennen, aber der offenbar irgendwie zum Hafen gehört. Er fragt, ob alles OK sei, er hat doch gehört, wir hätten Probleme mit der Ankerwinsch. Gerne kann er Yannis anrufen, der unsere Ankerwinsch gerne repariert. Als ich ihm dann sage, keine Probleme, Ankerwisch habe ich selbst repariert, geht das natürlich gar nicht! Sofort weicht seine Freundlichkeit einer unfreundlichen Ansage, so wie ich dürfe man im Hafen nicht anlegen, andere Gäste bräuchten auch noch Platz. Ich erwidere, dass wir nicht im Hafen, sondern in einer Baustelle liegen. Er dreht sich kurz um, kommt dann aber wieder, und sagt, die Bauarbeiten seien nicht versichert falls das Boot Schaden nähme, und grinst höhnisch. Sandra fragt, wann die Bauarbeiten den weiter gehen. Die Antwort: Wenn Herr Schäuble morgen Geld schickt, gehen die Bauarbeiten auch morgen weiter.  Danach zieht er ab, und lässt uns in Ruhe. Diese Baustelle der Uferpromenade besteht laut Schild seit 2007 und sollte eigentlich schon 2013 fertig sein, finanziert mit EU-Mitteln. So langsam dämmert uns, was hier eigentlich abläuft: Der Hafenboden ist voll von Betonklötzen mit Ketten dran, einst waren hier Schwimmstege befestigt, die nun an Land rum liegen. Das hier dauernd einer fest hängt, Ankerwinschen überlasten und andere Schäden auftauchen, Taucher benötigt werden ist an der Tagesordnung. Yannis, der Taucher und andere ‚nette’ Zeitgenossen stecken sich gerne ein paar Euros ein, wenn es darum geht den netten Touristen zu helfen, die eigentlich nur kommen, weil Olympia so nah ist, nicht weil es hier so schön ist. Wenn die Uferpromenade fertig ist kommen sicher noch mehr Touris die Geld bringen. Die Promenade bezahlt die EU, eingenommenes Geld wird aber sehr ungerne Versteuert, wieso auch? Der Staat finanziert sich doch über den IWF und andere EU-Geldtöpfe, das machen hier alle so….

Heute morgen dann kommen die Bauarbeiter, einer arbeitet, 5 frühstücken, einer geht Brötchen holen, ach ja... Wir beobachten, wie ein italienisches Boot eine Kette mit dem Anker hochzieht (Glück gehabt), wenig später ist der Fischer wieder aktiv, der Anker einer deutschen Yacht aus Leverkusen sitzt bombenfest, ob der Taucher wohl heute wieder 100,- schwarz einstreichen kann….?      

 

25.07.2015 – Vom Ende der Welt nach Olympia

Gestern sind Felix und Jana per Rot/Weißem Flieger in Zakynthos eingetroffen. Wir sind pünktlich um 10:00h zum Taxistand gegangen, um sie abzuholen. Leider gab es dort kein Taxi, und desto länger wir warten, desto mehr Leute warten auf ein freies Taxi. Dann kommen 2 freie Taxen, und wir teilen uns mit einer Griechin den Wagen. Dann müssen wir noch durch den dichten Verkehr von Zante, Zakynthos Hauptstadt! Als wir dann endlich am Flughafen ankommen, stehen die zwei schon da und warten. Die Rückfahrt ist unspektakulär mit 2 Ausnahmen: 1. das Taxi fährt 80 km/h, und ich denke es sind mindestens 120, und der Mann will uns umbringen, 2. ich verliere meine Handy im Taxi. Dies bemerke ich zu spät, wie soll ich es zurück bekommen? Das Gerät war nicht teuer, hat schon einige Macken, die Karte ist Prepaid und durch Passwort geschützt. Der Trend geht also zum 2.Handy mit einer Karte, die wir eigentlich speziell fürs Internet an Bord hatten, so bin ich also wieder Kommunikationsfähig… Von Zakynthos aus ging es Richtung Festland, Peloponnes. Ziel ist Katakolo, der Hafen soll eine mittlere Katastrophe sein (stimmt!), aber von hier aus kann man gut nach Olympia fahren, und das hatten wir dann auch für heute geplant. Im Restaurant fragen wir nach Möglichkeiten. Bahn, Bus, Taxi – wir entscheiden uns für den Zug. Er soll laut Kellner um 9:00h abfahren. Wir stellen den Wecker auf 7:00h, frühstücken und als wir um 8:40h zum Bahnhof gehen, sehen wir den Zug von hinten, als er wegfährt. Wir gehen zum Stadtzentrum, der Taxistand ist verwaist, die Autovermietung hat zwar laut Schild seit 8:00h auf, ist aber geschlossen mit dem Verweis „Bin gleich zurück“. Der Bus soll in 1,5h kommen. Ich mutmaße, der Taxifahrer und der Autovermieter sitzen zusammen irgendwo beim Frühstück, und ich hätte hier wohl auch Landflucht begangen, wenn ich denn weggekommen wäre…. Dann kommt plötzlich und unerwartet der Bus. Wir sind froh uns zu bewegen, und dann noch in die richtige Richtung! In Pirgos steigen wir am Busbahnhof aus, kaufen Tickets für den Überlandbus nach Olympia und warten eine halbe Stunde, und dann geht es auch schon weiter. In Olympia versuchen wir Information über die direkte Bahnverbindung nach Katakolo zu erfahren, vergeblich. Die Olympiabesichtigung dauert an die drei Stunden, anschließend gibt es einen Pita Gyros und eine Eis. Dann kriegen wir den pünktlichen Bus nach Pirgos, hier dann wieder umsteigen….      

18.07.2015 - Solaranlage aus Deutschland betreiben mit griechischer Sonne 

Wie geplant laufen wir Dienstagmittag Korfu-City im Hafen Mandraki an. Wir wissen, dass auch die Beatrice am selben Tag wieder hierher zurück kommen wollte - unser Kinder sitzen im selben Flieger! Nach ca. 1,5h  legt die Beatrice neben uns an. Dann werden am nächsten Tag die Boote geschrubbt und anschließend noch ein letztes mal für die Gäste eine griechische Speise aufgenommen. Dann geht es zum Flughafen! Am nächstenTag wollen wir nach Gouvia in die Marina, hier gibt es keine Welle, und ich kann den Mast etwas umsetzten, das Knarzen, das er seit einigen Wochen macht, hat uns so oft den Schlaf geraubt. Tanken und Wäsche waschen soll das Programm abrunden. Die Beatrice legt Richtung Süden ab, wir starten später. Aber beim klarmachen zum ablegen stlle ich fest, dass vermutlich die Fockschott der Selbstwendefock, mit der wir immer das Beiboot fixieren am Mast gescheuert hat, was ein sehr ähnliches Knarzen verursachte. Also nix Mast umsetzen und alles anders verlegt, und auch Richtung Süden ablaufen. Plataria heißt der beschauliche Ort. Hier ist ein Grieche stinksauer auf uns, weil wir keinen Strom aus der Steckdose brauchen und auch kein Wasser für den Wassertank. Er erklärt Sandra lautstark, dass wir mit der deutschen Solaranlage die griechische Sonne zur Stromproduktion heranziehen! Wir fragen uns, ob daran die Kriese Schuld hat.  Am nächsten Tag geht es nach Syvota. Eine sehr schöne Landschaft, 3 Inselchen vor der Küste, aber leider kann man nach Einbruch der Dunkelheit nur noch Disco und Touristen wahrnehmen.... Heute sind wir dann nach Paxos. Zunächst in eine Bucht zum Baden, dann nach Gaios an den Stadtkai. Hier angkommen treffen wir wieder auf die Beatrice, wir haben uns einfach prompt daneben gelegt :-) Paxos iost auch sehr touristisch, aber gefällt uns sehr gut, wirklich schön hier!!!   

14.07.2015 – Janas Urlaubsbericht

Nach langer Pause begrüße ich die Leser dieser Website mit einem fröhlichen „Ja sass“ (was übersetzt „Hallo“ und zugleich auch „Tschüss“ auf Griechisch bedeutet).

Nachdem Lilia und meine Wenigkeit auf Korfu gelandet waren, dauerte es keine 10 Minuten bis wir mit unseren Koffern draußen standen und Sandra und Berthold in die Arme schließen konnten. Wir berichteten ihnen von den unfassbar kurzen Wartezeiten auf unser Gepäck und dem tiefliegenden Flugzeug, was quasi mit dem Flügel ein Hotel gestreift und seine Räder vor der Landung noch einmal im Meer gewaschen hatte.

Mit einem Taxi ging es dann zum Hafen, der in einer Museumsanlage, einer Musikschule und gleichzeitig in der Bucht einer Festung lag.

Verzaubert von der Schönheit dieses Hafens, des Meeres und vor allem von Griechenland, machten wir uns auf in die Stadt Korfu um etwas zu Essen zu suchen.

Geplant war ein Imbiss - und daraus wurde ein nettes und frohes Beisammensitzen mit Souvlaki und Bifteki.

Auf einen kleinen Verdauungsspaziergang durch die Stadt mit anschließender Tattooberatung folgte eine entspannte Nacht im Hafen.. Unwissend, das es eine der letzten ruhigen Nächte sein würde.

Am Folgetag ging es dann los, in eine der schönsten Buchten die ich jemals gesehen habe! (dachte ich zumindest als ich dort war) 

Kalami hieß der wundervolle Ort mit dem klarsten Wasser in ganz Korfu! Nach einem Einkaufsbummel, vielen Sprüngen ins nicht so kühle Nass und einer Dingifahrt in die Taverne beschloss die Crew der Anyway noch eine weitere Nacht zu bleiben, weil es so schön dort war.

Am nächsten Abend wurde dann gekocht und eine abgewandelte Version „Phase 10“ begonnen.

Einen Steinwurf entfernt fuhren wir dann am nächsten Morgen in einen Hafen, namens Kassiopi, ohne Duschhaus, was Lilia und mir sehr zusetzte. Beim Anlegemanöver klaute uns eine Italienisches Ehepaar den Platz und wir nahmen den schlechteren Platz daneben.

Auf der Suche nach endlich ein bisschen Draht zur Außenwelt tranken wir dann einen Milkshake in einer Bar und gelangten so an einen Wificode. Die neuen Nachrichten fesselten uns Ewigkeiten an diese Bar.

Später suchten wir dann den Strand.. UND WURDEN FÜNDIG!

DER SCHÖNSTE STRAND DER WELT! Türkises und klares Wasser, Fische, Sand.. und hübsche Jungs.

Also setzten wir uns die Brillen auf und machten ein paar Fotoshoots; Über und unter dem Wasser.

Später trafen wir dann noch Papa und Sandra, die auch überwältigt waren, jedoch nicht so sehr wie wir.

Unsere diebischen Stegnachbarn hatten die beiden mit Wein und Käse überhäuft, weil sie ein schlechtes Gewissen hatten.

Nach dem Strand machten wir uns also auf den Weg zum Supermarkt um etwas zum kochen zu besorgen und wurden auch dabei fündig.

Was für ein erfolgreicher Tag!

Nach einer Dusche ohne Duschhaus wanderten wir dann um den Hafen um ein Restaurant zu finden, um dann letztendlich doch zum ersten zurückzukehren, denn es hieß: The Best!

Nach einem sättigenden Mahl gingen wir alle gemeinsam noch einen Cocktail trinken und Lilia und ich zogen danach noch einmal alleine los und endeten in einer Karaokebar mit betrunkenen Engländern und Omas die besser tanzten als ihre Enkel.

Am nächsten Morgen ankerten wir neben einer neuen Insel: Erikoussa!

Ihr ahnt es sicher schon.. Das Wasser war klar und blau.. und wunderschön.

Nach einem schönen Nachmittag mit neugewonnen Schwimmnudeln zauberten Lilia und ich ein köstliches Essen bei starkem Seegang.

Die Nächte wurden unruhiger und Welliger, doch der Anker hielt.

Am Tag darauf ankerten wir in einer winzigen Bucht, die Port Timoni hieß, und wo wir nur ein einziges Nachbarboot hatten, auch Deutsche.

Auch dort war es unglaublich schön und das Wasser war hellblau und unter uns war Sand.

Während Lilia und ich schnorchelten, wanderten Papa und Sandra einen unfassbar steilen Berg hinauf und machten tolle Fotos!

Am Abend fertigte Sandra dann ein Abendessen und wir fielen alle totmüde in die Kojen.

Der nächste Tag brach an und wir fuhren weit fort in eine neue Bucht, welche nur Unglück herbeibrachte.

Nach einem heiklen Ankermanöver bei stärkestem Wind, bei dem Sandra die nerven verlor, wir fast auf Steine trieben, Papa eine viel zu kurze Heckankerleine durchs Wasser zog und wir dann zu allem Überfluss auch wieder verschwinden mussten, da Nautilus, dass Ausflugsboot den Platz reserviert hatte.

Auch in der Nachbarbucht fanden wir keine ruhige und Windgeschützte Stelle und fuhren bei allerkrassestem Seegang zurück in die Nachbarbucht des Vortages, wo wir einen super Platz kriegten und wieder die Einzigen waren, zusammen mit dem Boot der Deutschen vom Vortag.

Nach einem Restaurantbesuch mit Wlan und NUR DEUTSCHEN GÄSTEN gingen wir schlafen.

Die Nacht war jedoch auch sehr unruhig und wir machten uns am nächsten Morgen in aller Frühe auf um den weitesten Schlag des Urlaubs zu machen. Er endete mit genervten Skippern und verängstigten Kindern, die Leichenteile fanden.

Abends gingen wir dann am Land in ein Restaurant mit hübschen Kellnern, unmengen an Holländern, süßen Katzen und vielen exotischen Pflanzen, namens Panorama; welches seinem Namen alle Ehre machte.

Danach wollten Lilia und ich eine Paddeltour machen um vom Steg aus zur nächsten Stadt zu laufen.

Jedoch waren wir uns uneinig, wir verliefen uns, wurden fast von einem Weinbauer in Scheiben geschnitten und aufgehangen und beschlossen doch mit dem Böötchen in die Hafenstadt zu dödeln.

Als wir fast da waren versanken wir in Schlingpflanzen und fuhren fast gegen einen Felsen im Wasser. Unsere Gedanken kreisten nur um die Leichenteile und wir fuhren zurück zur anyway, wo wir endlich sicher waren.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann mit der anyway außenrum zu dieser Hafenstadt namens Petriti, wo wir an einer Poolanlage unsere Zeit verbrachten.

Heute sind wir wieder in Korfucity, an unserem Anfangspunkt. Gleich werden wir das Nachtleben erkunden und morgen geht es dann wieder Heim.

Es war eine fantastische Zeit! <3 Ja sass!

13.07.2015 - Rund Korfu

Übermorgen geht der bekannte Gelb/blaue Flieger für die Mädels in Richtung Heimat. Wir werden morgen wieder in Korfu-City ankommen, und sind damit rund Korfu gefahren (wenig gesegelt). Uns fällt ein Stein vom Herzen, dass Griechenland und die EU sich geeinigt haben, und wir hier bleiben können! Uns gefällt es sehr gut und man kann sagen, wir sind 'angekommen'. Wir freuen uns auf die vielen schönen Ziele und Buchten in diesem Land. Alles weitere könnt Ihr Janas Bericht entnehmen, an dem sie z.Zt. arbeitet.   

 

 

04.07.15 – Oh wie schön ist Griechenland

Von Leuka aus hatten wir einen wunderbaren Segeltag nach Othonio. Das griechische Othonio hat nachweislich schon in der Antike als Zwischenstopp gedient, wenn man zwischen Italien und Griechenland pendelte. Und auch heute noch ist man noch voll darauf eingestellt, ca. 5 Tavernen säumen den Minihafen, wo ab und zu eine Fähre anlegt. Hier treffen sich dann die Segler wieder, deren Schiffe draußen am Anker in der Bucht schaukeln. Die Insel bietet sofort ein ganz anderes Bild, als wir aus Italien gewohnt sind. Es gibt mehr Bewuchs und auch die Gebäude sind anders, die Fassaden sind intakt. Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Korfu. Auch hier fällt sofort auf, dass dies ein anderes Südeuropa ist! Wir sind sofort überwältigt von der Schönheit der Insel! Heute morgen war ich dann Einklarieren. Nach ein wenig Kaspereltheather war die Port-Police dann aber sehr freundlich, und die bürokratischen Hürden waren dann auch kein Problem mehr. Später wollen wir noch nach Mandraki wechseln, dies ist ein Hafen in Korfu-Citynähe, ebenso ist der Flughafen nicht weit, und morgen trifft ja auch unser erster Besuch mit dem bekannte blau/gelben Flugzeug ein. In Mandraki treffen wir dann auf die Beatrice, ein Schiff, das wir bereits im letzten Jahr zum ersten mal in Portugal getroffen haben. Die Beatrice musste dann aber wegen Pleuellagerschaden am spanischen Festland eine Pause einlegen. Wir sind gespannt, es gibt bestimmt viel zu erzählen!

Zu den Nachfragen von Euch und den Bedenken von uns, wie die Griechen auf unsere Nationalität reagieren: Bislang gibt es keine negativen Auswirkungen, wir werden nicht anders behandelt wie andere Touristen hier! Und gestern war es uns sogar möglich einen Geldbetrag weit über 60,- € am Bankautomaten abzuheben. Die Krise scheint uns also nicht zu beinträchtigen, und die Griechen gehen scheinbar auch cool damit um, wir werden es weiter beobachten, so oder so….       

 

01.07.2015 – Letzter intakter Geldautomat vor Griechenland

Fast geschafft, unser grobes Vorjahresziel Griechenland zu erreichen. Tatsächlich habe ich schon viel geträumt von Griechenland in den letzten Wochen, und nun dann diese Zuspitzung der Krise. Wir sind gut auf dem Laufenden, da wir in Cotone ein wirklich gutes Internet hatten, so konnten wir die Tagesschau gucken auf tageschau.de! Aber auch Gespräche auf dem Steg mit anderen Seglern bringt immer noch mal was Neues. Jedenfalls werden wir vorsichtshalber mit vollem Tank und voller Geldbörse einreisen, mal sehen wie weit wir kommen, und wie gerne wir gesehen sind, mit der deutschen Flagge am Heck… Auch Griechenland ist zwar EU, Schengen und Eurozone, trotzdem gibt es eine Einreiseprozedur und spezielle bürokratische Hürden, für alle Menschen die mit dem Boot einreisen. Auch wenn sie selbst aus einem EU- und Schengenstaat kommen. Als nicht EU-Bürger mit einem nicht EU-Boot ist es noch deutlich Haariger. Unser letzter Hafen hier in Italien war nur nach 13h Fahrt zu erreichen. Anfangs lief es ganz gut, nach 1,5h konnten wir den Motor ausstellen, und wie erwartet mit gut 6kn, teils über 7kn segeln. Dann schlief der Wind ganz langsam ein. Wir starteten den Motor dazu. Eine Stunde später hatten wir dann eine Mülltüte in der Schraube, es gab ein Gewitter und der Wind war in Richtung und Stärke sehr sprunghaft, segeln unmöglich. Hier im Hafen gab es dann mal wieder eine neue Aufführung des Kaspereletheaters. Es ist schon unglaublich, ein bisschen Selbstreflexion täte hier einigen ganz gut…

Morgen soll es dann weiter gehen, erster Anlaufpunkt soll die Miniinsel Othoni sein. Sie liegt NWlich von Korfu, und wird gerne als Zwischenstopp für diesen Trip genutzt.   

      

25.06.2015 - Auf Richtung Osten

Mittlerweile haben wir Sizilien verlassen, und sind wieder in Kalabrien. Quasi unter der Stiefelsohle vom italienischen Stiefel. Die Landschaft ist hier wieder ganz anders als in Sizilien, die Menschen auch. Die Landschaft erinnert an Modelleisenbahn mit kantigen Pappmaschee-Bergen, und irgendwie auch an Schwarzwald, aber auch Karl May oder Herr der Ringe könnte man hier sicher drehen. Die Temperaturen liegen bei knapp 30°, „viel zu wenig!“ wie mir ein Deutscher Yachti erklärte, er hätte lieber 36°, so wie er „das hier gewohnt ist“. Uns ist warm genug, die Wassertemperatur liegt bei 25°, deshalb werden wir auch gleich mal den Strand aufsuchen. Die Menschen hier sind netter, offener und hilfsbereiter. Aber wie sind wir von Syracrus hierher gekommen zu Karl May und den offeneren Menschen im Schwarzwald? Wir hätten direkt von Syracrus aus hierher fahren können, die Entfernung wäre nahezu identisch gewesen, aber wir wollten Catania noch sehen und auch den Etna. Also erst einmal nach Catania. Der Hafen war ein Schock! Ein riesiger Verladehafen, Tag und Nacht werden LKW-Auflieger von mehreren Zugmaschinen direkt am Yachtclub vorbei über eine total kaputte Strasse laut klappernd auf Fähren geschleppt, die dann werweiss wohin fahren. Es staubt, es lärmt – kein Ort zum Wohlfühlen. Da hilft auch das Bundeswehrschiff nicht, das wir im Vorhafen entdeckt haben. Wir beschließen den Ort zu erkunden, und haben dabei einen Restauranttipp aus dem Reiseführer in der Tasche. Nachdem wir durch sehr herunter gekommene Strassen gegangen sind, macht es klick, und alles ist plötzlich Blitzblank und aufgeräumt. Der Domplatz ist mit Lavagestein gepflastert und frisch gefegt! Von hier aus startet die Fußgängerzone mit ausgeprägter Konsummöglichkeit. Wir folgen ihr ein Stück und suchen dann das Restaurant mit authentischer sizilianischer Küche. Offenbar steht dieser Tipp vor allem in englischen Reiseführer aber auch französichen…. Jedenfalls sprechen die meisten Gäste Englisch, einige Französich, wir sind die einzigen Deutschen. Das Essen war ungewöhnlich, aber auch gut. Am nächsten Tag legen wir ab, Marina dell’ Etna ist das nächste Ziel. Die Engländer haben uns in Malta erzählt, dass man vom Hafen aus den Etna spucken sieht! Zunächst gibt es eine neue Variante vom Kasperletheater, und im Hafen stinkt es nach Diesel, der Etna ist Wolkenverhangen. Wir sind zunächst enttäuscht, hinzu kommt die vermutlich höchste Hafengebühr ganz Siziliens L! Aber es wird besser, die Marineros sind plötzlich freundlich, der Dieselgestank verschwindet, die Wolken um den Etna werden weniger, die Pizza ist vorzüglich. Glühende Lava sehen wir leider keine, aber wir bleiben ja noch eine Nacht. Den Tag nutzen wir für Waschsalon und Supermarkt. Abends ist die Bewölkung fast ganz weg, aber wieder nix, keine glühende Lava, Schade - die Vulkane lassen uns hängen dieses Jahr!

Dann geht es um kurz nach 5 raus aus dem Hafen, wir haben ca. 12-14h Fahrt vor uns. Vorbei an der Strasse von Messina geht es weiter Richtung Osten, Richtung Griechenland, denn hier erwarten wir am 5.7. unseren ersten Besuch aus der Heimat! Der nächste Hafen auf diesem Weg ist Rocella. Hier trifft man nur Langfahrtsegler, die zwischen westlichem und östlichem Mittelmeer unterwegs sind. Morgen soll es nach zwei Tagen weiter gehen nach Osten, wieder ein weiter Schlag, denn Häfen sind hier selten, so werden es noch mindestens zwei Stopps in Italien sein, bevor wir Gyros und Suflaki auf dem Teller haben.         

18.06.2015 – Das letzte Mal waren wir in Amalfi so begeistert

Bei gerade mal achterlichen Winden um die 2 BFT seglten wir ganz gemächlich nur mit der Genua raus bei knapp 5 Knoten von Marzamemi nach Syracrus. Bereits bei der Anfahrt in die riesige Bucht empfängt uns eine große altertümliche Festungsanlage. Eigentlich wollten wir am kostenfreien Stadtpier fest machen, leider ist dieser aber gerade eine große Baustelle. Zum Ankern in der großen Bucht wie es auch viel machen, konnten wir uns dann nun auch wieder nicht aufraffen, aber gut so, von der Marina haben wir einen kurzen Weg in die schöne Altstadt. Die Altstadt ist absolut der Kracher, wir sind begeistert. Tatsächlich waren wir zum letzten mal in Amalfi so angetan von den historischen, zum Teil riesigen Gebäuden. Geplant ist ein zweiter Tag im Hafen, dann noch eine Nacht vor Anker bevor es nach Catania gehen soll.   

 

18.06.2015 – Marzamemi ein netter kleiner Ort

Bevor es nach Syracrus weiter ging, haben wir dann dem kleinen beschaulichem Dorf doch zwei Besuche abgestattet. Ein wirklich netter Ort, wo der Hund begraben ist. Auch ein Holländer verirrte sich dort hin bei seiner Reise um die Welt im 80 Jahre alten Rolls Royce.

 

16.06.2015 – Zum Tanken mal kurz nach Malta

Der Watermaker kam dann unerwarteter Weise gleich am nächsten Tag, nachdem das langersehnte Paket aus der Heimat eintraf. 2h dauerte der Einbau, die Inbetriebnahme sparte ich mir auf. Am nächsten Tag ging es dann um 5:30h los. Der Wetterbericht hatte uns schon darauf  eingestellt, das wir viel motoren würden, denn der Wind war Mangelware. Der Motor war dann auch mal 15 Minuten aus, ansonsten lief er zumindest mit. Nach ca. 9h Fahrt erreichten wir dann unser Ziel, eine Bucht auf Gozo, wo man vorzüglich ankern können soll. Diese Bucht ist durch einen dicken Felsen versperrt, der aber netterweise links und rechts, je eine Einfahrt freigelassen hat. In der Bucht, Tal-Hamux genannt, war es dann recht voll, offenbar hatte hier im Gegensatz zu Sizilien die Saison schon begonnen. Nachdem wir den Anker auf 11m eingefahren hatten, sprangen wir ins knapp 26° warme Wasser. Erst mal eine Runde ums Boot schwimmen. Als ich fast rum war, merkte ich ein starkes Brennen an der rechten Schulter, ich ahne es sofort, eine Qualle hat mich gestreift. Erst einmal aus dem Wasser, entferten wir noch einen Tentakel und überlegen, welche Medizin hier wohl am besten greift. Ich entscheide mich für Betaisadonnesalbe. Es dauert 2h bis das Brennen und Taubheitsgefühl nachlässt. Bis dahin wird die Bucht allerdings immer voller, und ein Jetski sorgt für Verdruss. So beschliessen wir die Bucht zu verlassen, und gehen in den nächsten Hafen auf Gozo: Mgarr. Hier treffen wir die Engländer wieder, die wir bereits auf Capri kennen gelernt hatten. Am Abend machen wir dann eine kleine Weinverköstigung auf der “Belle“. Glyn, der früher bei der NAVY war, gibt mir einen Ammoniak-Stift für meine gereizte Schulter. Es brennt noch mal ein paar Minuten, seither sind alle Beschwerden weg, und am nächsten Morgen sieht man kaum noch was, Super! Von hier aus fahren wir nach Valetta, Maltas Hauptstadt. Nach einem weiteren Kaspereletheater mit dem Marinero haben wir die Fahrräder genommen, und sind in die Altstadt geradelt. Offenbar ist hier eine dicke Party angesagt (klar oder?), Maltas Filmfestspiele stehen an. Abends ist dann ein kleines Fest bei uns im Hafen. Am nächsten Tag mieten wir uns zu einer Überlandbustour ein. Zunächst fahren wir in den Süden der Insel, Marsaxlokk ist netter kleiner Fischerort, leider Touristisch etwas zu ausgeschöpft. Weiter geht es im Bogen über die Insel, und wir sehen viel. Am Abend ist dann RICHTIG Party bei uns im Hafen, leider waren die Prioritäten für uns etwas daneben. Der junge Mann mit der Gitarre fand wenig Anklang, während die russische Folkloregruppe den Nerv der Malteser traf. Als wir dann im Bett lagen, startete dann die Disco, und an Schlaf war kaum zu denken, doch dafür machte der Eigner unseres nicht nutzbaren Nachbarboote (Brandschaden!) nur mal so um 7:00h früh den Motor an, mal sehen, ob er auch noch nach 15min im Standgas noch problemlos läuft. Aber wir wollten eh der Großstadt den Rücken kehren, und damit zurück nach Sizilien. Tanken wollten wir noch, der Preis war 40ct je Liter unter dem in Italien. Um 8 lagen wir am Tankschiff (!) und ließen 70l durch den Rüssel laufen. Dann ging es zurück. Wetterbericht: zunächst 4BFT aus Südost, Realität: 4-5BFT aus Ost. So gaben wir unterwegs unser weiter östlich liegendes Ziel auf, und steuerten das weiter westlich liegende Pozallo an. Dann mussten wir aber einem griechischem Tanker ausweichen, und später noch einem Frachter der abgeschleppt wurde. Puh, jetzt sah es doch so aus, als würden wir zurück nach Ragusa fahren, aber der Wettergott hatte ein Einsehen, und drehte den Wind, entgegen der Vorhersage, etwas nach Süden. So erreichten wir Pozallo nach einem ziemlich heißen Ritt hoch am Wind gegen 18:00h. Der Wetterbericht für den nächsten Tag ließ uns dann schon wieder um 8 ablegen, und wieder hoch am Wind, aber bei 2 BFT, ganz saft nach Marzamemi gleiten. Hierher wollten wir eigentlich direkt von Malta aus segeln. Heute machen wir dann mal Hafentag in Marzmemi, bevor es weiter geht nach Siracusa.       

09.06.2015 - Paket eingetroffen!

Heute ist dann endlich das lang ersehnte Paket eingetroffen. So haben wir einiges zu tun und zu reparieren. Da der Watermaker in den nächsten 3 Tagen auch hier eintreffen soll, warten wir das auch noch ab, um uns dann nach Malta auf auf den Weg zu machen, wenn denn das Wetter stimmt....

08.06.2015 – Ragusa im Regen

Unser Paket kommt nicht, und kommt nicht. Also müssen wir uns dann wohl mal die Gegend ansehen. Marina di Ragusa ist vom eigentlichen Ragusa 16km entfernt, es fährt ein Bus. Nach ausführlicher Beratung in der Touristeninformation, machen wir uns auf dem Weg zur Bushaltestelle. Als wir gerade das Boot abschließen, regnet es dicke Tropfen, also stecken wir noch einen Schirm ein. Ragusa besteht aus zwei Stadtteilen. Im 17. Jahrhundert gab es ein Erdbeben, und da man sich nicht einigen konnte wie die neue Stadt aussehen sollte, baute man einfach 2 Städte, die durch eine Schlucht getrennt sind. Über dieses Tal gehen heute drei Brücken, die diese 2 Orte miteinander verbinden. Am alten Ort gibt es eine unveränderte Stadt, die auf einem Hügel liegt (Weltkulturerbe). Der andere Teil ist größer und moderner, hat sich mehr ausgeweitet, da hier mehr Platz zum ausbreiten war. Der Bus fährt uns in den moderneren Teil bis knapp vor eine der drei Brücke. Von hier aus geht es zu Fuß ins Mittelalter. Wir bewegen uns auf die Bergkuppe zu, aber zunächst müssen wir eine lange Treppe runter, um dann die Kuppe zu erobern. Es gibt wirklich nur alte Häuser hier. Als wir dann am Dom ankommen donnert es immer wieder, und wir kehren draußen in einer Bar ein, um etwas zu essen. Nach dem Essen wird es so ungemütlich, dass wir in die Bar gehen und einen von 4 freien Tischen erobern. Es beginnt zu regnen, eine Trupp von 9 Italienern fällt in die Bar ein, und hat Glück, der Tisch gegenüber ist eben frei geworden. Animiert durch den Regen und aus Langeweile beginnt eine der Italienerinnen sich einen Turban zu machen. Das findet soviel Anklang, dass sie ihren vier Begleiterinnen nach und nach einen Turban macht, unter viel Gelächter werden jede Menge Handyfotos gemacht. Dann werden neue Opfer gesucht, Sandra ist dran, und auch ich soll meinen Kopf hinhalten. Aber ich weigere mich hartnäckig, indem ich einfach aufstehe. Da sie keine Leiter haben, befehlen sie mir mich hinzusetzen, alles unter großem Gelächter, aber ich stehe doch lieber… J Dann werden andere Gäste requiriert und sogar noch ein Kellner. Wir lachen sehr viel, und alle in der Bar haben viel Spaß. Später dann verabschieden wir uns (ciao ragazzi!) und sehen uns im mittlerweile Nieselregen noch etwas um, um dann mit dem Bus wieder in den moderneren Stadtteil zu fahren, den ab dort geht um 18.15h der letzte Bus nach Marina Ragusa.        

05.06.2015 - Warten in Ragusa

In der Zwischenzeit haben wir uns nach Marina di Ragusa verlegt. Der 'Tracker' zeigt dies leider nicht richtig an, scheint ein Problem zu haben. Hier warten wir auf ein Paket aus der Heimat, das bereits unterweg ist hierher. Wenn dies dann da ist, soll es weiter gehen nach Malta. Wir haben bislang nur sehr wenig Vorstellung von diesem Inselstaat, und sind sehr gespannt. Anschließend geht es wieder zurück hierher, denn unser reparierter Wasserentsalzer wird auch wieder hierher angeliefert. Wir haben uns dabei für Ragusa entschieden, da dieser Hafen auf Langfahrtsegler eigestellt ist (ist es also gewohnt, wenn eine Lieferung für Segler ankommt), und dies neben Licata der einzige Hafen ist, den wir jederzeit anlaufen können, also auch nachts oder bei Starkwind etc.  

03.06.2015 - Ausflug ins Landesinnere

Da wir mittlerweile den Urlaubsmodus eingeschaltet haben sind wir immer noch in Licata. Gestern haben wir dann ein Auto geliehen, den berühmten Ferrari Panda, diesmal in Violett. Zunächst bewegen wir uns aus der Stadt raus, in Richtung Westen, unser Ziel: Villa dei Templi. Auch hier haben wohl mal Griechen gewohnt, und natürlich ein paar Göttertempel gebaut. An der Küste merkt man die Temperaturen ja nicht so, aber im Landesinneren, wo der Wind fehlt, da ist es schon sehr warm. So maschieren wir den Berg hoch, 3 Tempel und so einiges anderes gibt es zu sehen. Anschliessend verlassen wir diesen touristisch erschlossenen Landstrich und fahren zu einem Geheimtipp aus unserem Reiseführer: Vulcanelli di Maccalube. Es handelt sich hierbei um eine Ebene in Mondlandschaftsoptik mit diversen Minivulkanen drauf. Tatsächlich finden sich dort auch nur 4 Autos am Strasenrand. Wir gehen zum Eingang, von hier aus muss man noch einen Feldweg lang zum eigentlichn Ort gehen. Am Eingang stehen Schilder auf denen zu lesen ist, es wäre geschlossen. Überall sind Stofftiere am Zaun fest. WIr lassen uns nicht beirren, und gehen den Feldweg bis zum nächsten Zaun, der aber dann tatsächlich zu ist. Wir vermuten, dass ein Kind hier ums Leben kam, evt. durch das austretende Kohlendioxid?? Etwas bedrückend das ganze. Trotzdem starten wir zum letzten Ziel: Villa Romana del Casale. Offenbar hat hier mal jemand gewohnt, der sehr reich war, wer das war weiß niemand so genau. Jedenfalls ist alles durch einen Erdrutsch verschüttet worden, und in den 1950er Jahren hatte man die Idee, alles mal frei zu legen. Was man dann fand erstaunte alle, und es wurde zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt! 

 

31.05.2015 - Heute vor einem Jahr sind wir in NL gestartet!

Seit dem letzten Eintrag hier ist mittlerweile eine Woche vergangen. Von Palermo aus sind wir San Vito angelaufen. Dort haben wir 2 Tage verbracht, denn es war kein Wind, dafür aber Regen. An diesen zwei Tagen hatten wir regen Kontakt zum Schiff gegenüber, Peter und Ute waren eine nette Bekanntschaft. Dann haben wir uns dann doch mittags losgerissen, um die Ägadischen Inseln anzulaufen. Wir staunen nicht schlecht, der Wind ist um 3BFT, aber das Wellenbild ist aus einer anderen Richtung, und es sind immer wieder richtige Brecher in der rauhen Kreuzsee. Das ändert sich zum Schluss dann doch noch, und wir haben eine schöne Reise nach Favignana. Die Insel gehöhrt zur Inselgruppe Ägadi, die westlich von Sizilien zu finden ist. Hier haben wir reichlich Seitenwind beim anlegen, und die Mooringleine findet sich kurz im Bugstrahlruder wieder, so wie in Mahon. Zum Glück haben wir eine Ersatzsicherung an Bord :-)! Die Insel selbst ist die grösste der Gruppe und es herrscht Tourismus in der 'Stadt'. Zu meinem Pech, einen Handyladen gibt es aber nicht, denn ich habe seit zwei Tagen keinen Kontakt mehr zur Außenwelt, da mein Handy sich nicht mehr einschalten lässt. Am nächsten Tag geht es weiter, vom Wasser aus gesehen, sieht Favignana sehr komisch aus, eine Hälfte ist ein Berg, die andere Hälfte ist flach, und die eigentliche Küste besteht aus 4-eckigen Klötzen... Unser Ziel ist Mazara del Vallo. Laut Hafenführer unspektakulär, aber es gibt einen Segelclub, der Gäste gerne für eine Nacht aufnimmt. Auf dem Weg dahin nimmt der Wind immer weiter zu, so dass wir im Hafenbecken wieder einmal mit heftigem Seitenwind anlegen müssen. Der Marinero zeigt auf die einzige wirkliche Lücke im Yachthafen. Ich nehme gut Anlauf, um nicht vertrieben zu werden. Zwei Bootslängen vor der Lücke, ich habe gerade das Gas etwas gedrosselt wird es so flach, dass ich sofort aufstoppe. Trotzdem setzen wir auf, zum Glück kommen wir aber sofort wieder frei. Der Marinero winkt, wir sollen weiter fahren - ich zeige ihm einen Vogel! Er schaut, ob es irgendeinen anderen Platz gibt, aber nein, wir sollen dahin fahren wo der Pfeffer wächst, signalsiert er mir. Wir fahren raus, Sandra ist frustriert. Es war eine anstrenge Überfahrt, man freut sich auf 'ne Dusche, was zu Essen. Ich schlage vor, im riesiegen Vorhafen zu Ankern, Sandra meint der Wind ist zu viel, ich halte dagegen, und sage, aber null Welle. OK, wir fahren noch mal in den Hafen, aber es gibt keinen Platz, den man bei dem Wind anfahren könnte für uns. Im Vorhafen schmeissen wir den 25 KG Bügelanker raus. Auf 4m Tiefe gebe ich 30m Kette, das sollte halten. Über Kurzwelle hole ich den Wetterbericht für die kommende Nacht ein, die Windstärke soll deutlich zurückgehen. Wir machen die Ankerwache an und Sandra improvisiert ein leckeres Abendessen. Als wir ins Bett gehen, hat der Wind deutlich nachgelassen, und der Anker hat bewiesen, das er hält. Wir schlafen ruhiger als in manchem Hafen! Am nächsten Tag soll es eigentlich nach Sciacca gehen, ein Fischerhafen, laut Hafenführer nachts sehr laut. Da aber die Fahrt sehr ruhig verläuft, und wir gut voran kommen hole ich nochmal einen Wetterbericht ein, um uns dann direkt nach Porto Empedocle durch zu segeln. Hier gibt es einen kleinen Segelclub, an deren Steg wir problemlos unterkommen. Von hier aus geht es nach Licata. Aus dem Netz wissen wir, das hier zwei alte bekannte Boote zu finden sind: INVIRI und BARI LUIS. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Jakob und Dieter. Leider sind nur die Boote hier, die dazu gehörigen Menschen sind aber nicht da. Heute haben wir dann, auch im Netz, herausgefunden, dass die Beatrice mittlerweile auf Sizilien in S. Vito angekommen ist. Alle drei Boote und Besatzung haben wir zuletzt in Spanien vor ca. 10 Monaten gesehen.   

 

23.05.2015 - Palermo, eine chaotische laute Stadt

Gestern haben wir  kurz entschlossen ein Ticket für den Sightseeingbus gekauft, und dann eine Stadtrundfahrt gemacht. Unglaublich, was die Spanier(!) dort alles so gebaut haben! Beim Wechsel von der roten auf die blaue Bus-Linie haben wir dann die Crew vom norwegischen Schiff getroffen. Am Abend zuvor hatten wir alle zusammen eine kleine Weinprobe im Cockpit der Nova. Ohne uns abzusprechen stiegen wir auch an der gleichen Haltestelle wieder aus, um einen Markt zu besuchen. Hier verloren wir uns dann aber, und jeder ging seiner Wege. WIr gingen zu Fuss zurück, vorbei am Supermarkt zum einkaufen. Endlich mal ein Geschäft, das diesen Namen verdient! Heute mittag haben wir uns dann von den 'Norwegern' verabschiedet, wir gingen in die Stadt, die anderen flogen nach Hause. In der Stadt haben wir erst einmal zwei Kugelhähne und ein T-Stück besorgt, damit der Watermaker sich in Zukunft einfacher bedienen lässt, denn wir haben Nachricht erhalten, dass er repariert ist, und das er losgeschickt werden kann. Bei der Suche nach dem passenden Geschäft entdeckten wir noch einen Markt, der weniger touristisch erschien, und dann auch weitaus authentischer war. Hier wurden u.a. Stücke aus riesigen Tunfischen verkauft, roh oder gegrillt. Dort aßen wir auch in einem einfachen Restaurant vorzüglich zu Mittag (keinen Tunfisch). Heute abend wollen wir dann mal etwas ins Nachtleben eintauchen.... 

    

21.05.2015 – Kasperletheater 2

Von Sant’ Agata ging es am nächsten Tag nach Cefalu wie geplant. Die Marina erscheint uns zunächst nur für kleinere Boote, aber es zeigte sich, dass auch Boote unserer Größe und unseres Tiefgangs dort problemlos Platz finden. Leider ist der Schutz dort sehr unzureichend. Trotzdem machen wir dort erst einmal fest. Kurz nach uns läuft ein Aluboot mit norwegischer Flagge ein. Schnell stellt sich heraus, das die 4-köpfige Crew deutsch spricht. Wir freunden uns ein wenig an, gehen aber alleine in den Ort zum Essen. Der Ort scheint sehr interessant, ist er doch auf einem Plateau rund um einen Felsen gebaut auf dem sich der Friedhof befindet. Beim Versuch das ganze zu fotografieren, streikt die Kamera. Wie sich später herausstellt, war der no-name-akku meiner Fotografierwut nicht gewachsen. Als wir zurückkommen gehen wir früh ins Bett, wir sind hundemüde. Am nächsten Tag legen wir zusammen mit dem Aluboot Richtung Palermo ab. Da es verbotenerweise durch das Sperrgebiet fährt, fährt das norwegische Boot vor. Zunächst wird motort, dann Segel dazu gesetzt, dann den Motor aus. Der Wind legt immer weiter zu, dabei sollte der Mistralausläufer doch heute gar nicht bis Sizilien kommen. Aber so weit kommt es auch nicht, zum Schluss haben wir gute 5BFT mit Amwindkurs, und so rauschen wir mit bis zu 8,9kn SOG dahin. In Palermo gibt es im Hafen zig verschiedene Betreiber von Stegen, an denen man fest machen kann, und wir haben uns nicht abgesprochen, wohin es denn geht. Wir haben uns im Internet schlau gemacht, und den Steg der Brüder Galizzi ausgeguckt. Im Hafenbecken angelangt, entdecken wir ihn sofort, der 1. rechts. Die zwei Brüder sehen wir auch sofort, einer mit grauem Haar im grauen Kittel, nenne wir ihn Ratz, winkt uns zu, der andere, klein und dick mit Brille, nennen wir ihn Rübe wird ganz hektisch als er uns als potenziellen Kunden entdeckt. Ratz ruft in Deutsch: “Sucht Ihr einen Platz?“ Sandra ruft “Ja" zurück. In der Zwischenzeit hat Rübe eine Lücke zwischen zwei Booten erreicht, und ruft: “Komm hier her!“ Sandra nimmt Anlauf rückwärts da heran zu fahren, was nicht ganz leicht ist, da viel Verkehr herrscht. In der Zwischenzeit haben die zwei sich allerdings überlegt, dass unser Boot für die Lücke zu klein ist, lieber doch lieber am Ende des Stegs. Also noch mal den Steg anfahren. Es ist einiges an Seitenwind im Hafen, und es ist nicht so einfach Rückwärts zum Stegende zu fahren, da man immer wieder abgetrieben wird. Sandra schafft das im zweiten Anlauf bravorös, und so schmeiße ich Ratz der übrigens in einer Tour quasselt die achterliche Luvleine zu. Wenn diese fest am Steg ist haben wir gewonnen, und wir können das Boot perfekt manövrieren. Leider wissen Ratz und Rübe davon nichts, und wollen mir nur unbedingt die Mooringleine geben. Auch als ich sie habe nützt es aber nichts, wir treiben einfach nur ab. Wir brechen ab, und ich sage zu Ratz, wenn wir wiederkommen werfe ich Dir diese Leine zu, und du bindest sie fest. “Ja mache ich“ ist sein Antwort. Sandra macht die Sache noch besser als ersten Mal, aber Ratz versagt, er hält die Leine nur fest, das heißt er versucht es, denn wir treiben wieder ab als Sandra den Gang einlegt und Ruder legt. Da hilft es auch wieder nix, dass Rübe mir erneut die Mooringleine übergibt, denn die kann ich auch nicht halten. Nachdem ich die beiden quer über das Hafenbecken mal so richtig angeschrien habe, fahren wir zum Steg gegenüber und legen da an, alles kein Problem. Das norwegische Boot hat sich übrigens im Hafen auch noch mal umgelegt, und liegt jetzt zwei Plätze weiter – na also geht doch!

 

20.05.2015 - Sizilien will uns nicht

3 Tage waren wir auf Lipari. Von hier aus haben wir per Ausflugsdampfer Panarea und Stromboli besucht. Leider war der Vulkan auf Stromboli wenig aktiv, er hat nur ein wenig geraucht. Mit dem Fahrrad sind wir zum Südzipfel von Lipari geradelt, haben uns den Berg hoch gequält zum Observartorium. Von dort hat man einen herrlichen Ausblick nach Vulkano. Hier sind wir dann auch am nächsten Tag mit der Fähre hingefahren, haben im schwefeligem Schlamm gehockt, das soll gesund sein! Als Kind wurde mir sowas verboten, heute weiss ich warum, ich stinke heute,  zwei Tage später, immer noch nach Schwefel aus jeder Pore wie ein Streichholzkopf. Gestern dann ging es los Richtung Sizilien. Wir wollten zum Capo d'Orlando. Aber diesen Hafen gibt es nicht mehr, wir fanden nur eine Baustelle vor. 'Was tun?', war die Frage. Wir wollen die Insel linksrum umrunden, also Richtung Westen. Cefalu war aber zu weit, Ankerbuchten sind Mangelware. Wir beschlossen Sant' Agata anzulaufen, ein schlecht geschützter Fischerhafen. Aber wir hatten Glück, mittlerweile gibt es hier ein paar Stege für Sportboote, Ankern wäre auch kein Problem gewesen, und Wind und Welle sind milde gestimmt. Gleich soll es dann weitergehen nach Cefalu, ein offenbar sehr touristischer Ort mit sicherem Hafen. Wichtig, denn der Mistral soll in den nächsten Tagen bis hierher wehen, da brauchen wir einen Unterschlupf.

 

19.05.2015 - Rückblick auf Topea

In Topea hat es uns so gut gefallen, dass ih hier noch 3 Bilder zeigen möchte! (s.o.!) 

15.05.2015  - Endlich, coole Delphine!!!

In Tropea gefällt es uns sehr gut! Leider hat sich die Fahrtenseglergemeinde aufgelöst, und so lagen wir ziemlich alleine am Steg. Wie bereits beschrieben ist Stromboli nicht so problemlos mit dem eigenen Boot zu besuchen, bzw. dieses alleine zu lassen. Deshalb haben wir beschlossen nach Lipari zu fahren, und von dort aus Stromboli und Vulcano per Fähre oder Ausflugsdampfer zu besuchen. Zuvor muss ich aber noch den defekten Watermaker ausbauen, eine Palete besorgen, diesen darauf schrauben, und mit einer Spedition nach Frankreich zum Hersteller schicken. Eine herrenlose Palette haben wir schon entdeckt, aber bevor ich das ca. 50KG schwere Ding ausbaue, gehen wir zum Hafenmeister, und fragen wegen der Spedition. Er verweisst uns an die benachbarte Werft, die sicher auch noch eine Palette hat. Dort gibt es alles, Kontakt zur Spedition und eine alte EInwegpalette. Wir gehen zum Boot, und ich baue den Watermaker aus, schraube ihn auf die Palette. Mit schiffseigener Sackkarre fahren wir die Pallete zur Werft. "So geht das aber nicht, da muss 'ne Kiste drum" sagt uns der Chef - OK, wir fahren zurück, ich zersäge die Palette und hole noch die Latte aus unserer 'Rumpelkabine' und schreinere daraus eine ansehnliche Kiste. Diese bringe ich am nächsten Tag zur Werft. Heute dann sind wir um 9:30h zur Tankstelle gefahren, um dann in Richt Lipari zu starten. Der Wind kommt aus Süd/West und nach ca. 30min können wir den Motor ausstellen, wir segeln hoch am Wind mit Vollzeug. Dann steigert sich der Wind auf bis 5BFT, wir reffen, reffen nochmal, nehmen das Großsegel ganz runter, der Wind wir weniger, wir ziehen es wieder hoch, eine Reff raus, die ganze Zeit Action, bis der Wind fast einschläft, und wir wieder unter Vollzeug genüßlich dahingleiten. Dann kommt die totale Flaute, und wir motoren weiter, plötzlich eine wilde Horde Delphine, die das Boot umspielt, sie tauchen drunter her, machen Luftsprügen, Super! Dann sind sie wieder weg. Trotzdem sind wir froh um diese Beobachtung, denn bislang zogen die Delphine im Mittelmeer bislang nur resigniert ihre Bahnen, kümmerten sich nicht um Menschen, bzw. ignorierten uns. Doch diese lustigen Tiere waren ähnlich verspielt wie ihre Verwandten im Atlantik - Cool! In Lipari angekommen, will ich zum Hafenmeister gehen, als Sandra sagt, "Gib mir mal den Schlauch dort auf dem Steg, dann spritze ich kurz das Boot ab. Ich greife nach dem Wasserschlauch auf dem Holzsteg, und es schiebt sich schmerzlich ein Holzsplitter vom Steg unter den Nagel des Mittelfingers. Ich gehe direkt wieder an Bord und suche die Pinzette. Leider bricht der ca. 10mm lange Splitter beim Versuch ihn herauszuziehen ab. Ich schneide den Nagel ganz kurz, und nach einigen Versuchen mit einer Nadel, sägte ich entlang des Splitters mit einer stumpfen PUK-Säge den Nagel ein Stück auf und fummele mit einer spitzen Nagelschere den Splitter ein Stückchen heraus, im zweiten Anlauf kann ich ihn ziehen - AUA!!! Die nächsten zwei Tage werden wir dann die Nachbarinseln besuchen, bevor wir uns auf nach Sizilien machen.  

12.05.2015 - Willkommen im Süden 

Cetrano, 6:30h gestern morgen, anyway verlässt den Hafen in Richtung Süden. Die Wettervorhersage ist günstig: 3-4BFT aus Richtung Nord. Bis 11:00h setzen wir zweimal Vollzeug, es hilft nix, es gibt faktisch keinen Wind. Sandra liest  aus dem 'Küstenhandbuch Italien' vor: "Ein sehr schönes Revier, in dem man oft alleine unterwegs ist. Ist die Sicht schlecht, ist kein Wind, ist die Sicht gut, hat man Wind" Unsere Sicht ist schlecht. Um 11:30h wandelt sich das Blatt, der Wind kommt von Steuerbord, quasi aus West, zunächst machen wir 5,5 Knoten, später steigert sich das ganze bis auf 8 Knoten. Unsere Windsteueranlage hat ja einige Verbesserungen über sich ergehen lassen müssen, und sie funktioniert wirklich deutlich besser als letztes Jahr, aber diese Windstärke aus dieser Richtung überfordert sie dann doch. Deshalb holen wir das Großsegel komplett ein, und segeln nur mit der Genua bei 6 Knoten weiter. Gegen 16:00h erreichen wir dann unser Ziel: Tropea. Hier gibt es tatsächlich noch einige andere Segelboote. Fahrtensegler aus England, Frankreich und Deutschland sind zu Gast. Tropea ist eine Schönheit, und so treffen wir oben in der Stadt noch andere Touristen, die anders angereist sind wie wir. Heute lief dann erst einmal die Waschmaschine, und kurze Zeit später sah unser Boot wieder aus wie ein Wäschetrockner. Ich habe einige Reparaturen durchgeführt, später waren wir am Strand zu unserem 1. freiwilligem Schwimmen im Mittelmeer dieses Jahr. Stromboli, eigentlich unser nächstes Ziel, liegt hier quasi vor der Haustür.Aber, es gibt noch keine Ankerbojen, da wir zu früh im Jahr sind. Ankern wäre eine Option, aber das Lavageröll unter Wasser gibt nur schlecht Halt, so dass man das Boot eigentlich nicht verlassen sollte, zudem ist der Vulkan relativ ruhig seit zwei Jahren, das Schauspiel also gerade nicht so interessant. Wir überlegen, ob wir nicht von hier mit einem Ausflugsboot einen Tagesausflug machen sollen, aber wer weiss, vielleicht sind wir auch dafür zu früh im Jahr...? 

10.05.2015- Schlafen unter Gottes Schutz hilft auch nicht viel 

Von Palinuro aus fahren wir weiter nach Maratea. Es liest sich im Reiseführer ganz nett. Unterwegs sehen wir in einiger Entfernung ein Segelboot mit blauem Rumpf. Ich rufe über Funk die 'Bella' das Boot der englischen Nachbarn, und tatsächlich sie sind es. Sie wollen aber nicht nach Maratea, sondern direkt weiter nach Cetraro. In Maratea ist ein Motorradtreffen, und das erste was wir sehen sind Rockerkutten. Gestik und Auftreten der Rocker ist exakt gleich wie in Deutschland. WIr nehmen eine Lemon-Soda im Eiscafe und anschliessend gehen wir ins Hafenmeisterbüro bezahlen. Nachts schlafen wir unter Jesus Aufsicht, der uns vom Berg aus beschützen soll. Wir fühlen uns doch sehr an Lissabon erinnert. Die Statue ist 22m hoch und 16mbreit! Und ab 1.Juni jeden Jahres sogar beleuchtet, diesen Luxus spart man sich für uns.... Am nächsten Morgen fahren wir los, der Wetterbericht sagt, achterlicher Wind mit bis zu 4 BFT. Naja, der Wind ist höchsten 1 BFT und kommt von vorne, dafür braut sich an Land ein anständiges Gewitter zusammen. Es donnert und blitzt anständig. Wir fahren weiter raus auf See, und machen das Blitzschutzprogramm: Bootsmasse von Bordminus trennen, Achterstagantenne vom Tuner trennen. Das Gewitter zieht weiter, und so können wir wieder dan alten Kurs aufnehmen, und soger ein Segel dazu setzten. So folgen wir langsam dem Gewitter. Motor läuft knapp über Standgas, die Genua steht einigermassen. Plötzlich knallt es, die Schraube läuft mit Unwucht - Wir schauen uns an "Was war das?" Sandra nimmt den Gang raus und schaut nach hinten: "Da hängt was hinten raus!". Ich nehme den Bootshaken und angele nach der weissen Strippe, und ziehe eine ca 20m lange Plastikkordel aus dem Wasser, die unter dem Boot endet. Wer unsere Berichte letztes Jahr schon gelesen hat, weiß schon was jetzt kommt: Alles ausziehen, Taucherbrille und scharfes Messer holen, Badeleiter anbringen. Gesagt getan, ich tauche unter das Boot, und schneide in zwei Tauchgängen (bin nicht mehr so geübt) den Propeller frei. So kommen wir problemlos nach Cetraro, wenn man von ein paar Regentropfen absieht.

Kasperletheather:

In Cetraro läuft wieder das üblich Kaspertheater wie so oft in den letzten Tagen, heute war es so: Der Marinero erzählt mir, das Büro macht um 17:30h auf. Wir haben 17:13h, also brauche ich nicht hinzugehn. Ein zweiter Marinero erzählt mir dasselbe, diesmal auf Englisch. Ich sage ihm, ich wüsste dies bereits. Sandra kommt von einer Erkundungstour zurück, und sagt, Du musst da sofort hin, der Marinero, sagt, die machen jetzt zu (AHA!). Ich ziehe also los zum Büro, dort sagt mir der englischsprechende Marinero, nicht hier, NEXT DOOR! Ich gehe zur nächsten Türe, diese ist abgeschlossen, ich warten ein paar MInuten, dann wird es mir zu dumm, ich gehe. Sofort ist der anderen Marinero zur Stelle, ob ich denn bezahlt hätte, NEIN, die Türe ist zu! Er zeigt auf drei Männer, diese würden das Büro öffnen. Die Männer schleichen in Richtung Büro, schließen auf, gehen rein, ein vierter Mann folgt. Es sind 4 (!) Angestellte im Büro und ich. Ich gebe Papiere und Pass ab, alles wird kopiert, alles ist unleserlich, macht nix, wird trotzdem abgeheftet. Als er glaubt fast fertig zu sein klingelt das Telefon, die drei anderen sind beschäftigt, sie müssen dringend aus dem Fenster gucken und in der Nase bohren, also geht meiner ran. Als er fertig ist, wundert er sich, dass ich noch da sitze, ACH ja die Rechnung, er gibt sie mir, und qutascht mit den Kollegen, aber irgendwas stimmt nicht, denn ich sitze immer noch da, ach ja der WiFi-Code fehlt noch. So dauert eine Anmeldung schon mal locker 30 Minuten. Ich jedenfalls komme grinsend aus dem Büro, ein Mann der gerade vorüber geht, kann meine gute Laune nicht recht verstehen, ja wie auch....  

08.05.2015 - Palinuro statt Capri

Heute Morgen haben wir uns von unseren englischen Nachbarn verabschiedet, wer weiss wann oder ob wir uns wiedersehen. WIr wollten heute nach Palinuro, das war ihnen offenbar zu weit. Dann machen wir uns auf den Weg. Der Wetterbericht sagt, zunächst müssen wir gegen den Wind, dann dreht der Wind langsam, und wir können segeln. Grundsätzlich richtig, aber als der Wind gedreht hat, ist er zu schwach. Palinuro ist ein verschlafenes Kaff, nicht einmal einen richtigen Hafen gibt es. Es gibt eine Kaimauer, an der wir fest machen, geschützt durch einen Wellenbrecher. Allerdings gibt es keinen Schutz gegen Wind aus Nord. Zum Glück gibt es keinen Wind! Im Infohäuschen erfahren wir, dass wir heute noch eine Bootstour durch die Höhlen machen können. Aber zunächst müssen wir noch bezahlen, nebenan im Hafenmeisterbüro. Der gleiche Mann wie im Infostand kommt eben rüber und kassiert uns ab - wir kommen uns vor wie in der Muppetshow... Dann geht es los, wir und ein junges Päärchen lassen uns die Küste entlang schaukeln und fahren in drei Grotten rein: Die Blaue Grotte, die Blutgrotte und die Mönchgrotte. Die blaue Grotte heisst so, weil ein Teil des Wassers  blau leuchtet, weil unter der Wand Licht durch das Wasser scheint, sehr schön, die Blutgrotte ist an vielen Stellen Rot an den Steinen, die Formen erinnern an dabei Innereien, eigentlich sollte sie wohl Schlachthofgrotte heissen, die Mönchgrotte hat hinten in der einen Ecke eine Sammlung 'Pinguine' aus Stein stehen. Dann gondeln wir noch etwas an der Steilküste entlang, auch wirklich sehr eindrucksvoll. Nach 1,5h sind wir zufrieden zurück, das war mit Sicherheit schöner und auch ruhiger als auf Capri in einen der überteuerten Ausflugsdampfer zu steigen.  

07.05.2015 - Wozu weiterreisen nach Griechenland?

Um kurz vor 10:00h ist unser Fahrer da. Er spricht fast akzentfrei Deutsch, und sein Dilakt, naja, schwer zu sagen. Ich schaue in an, und frage ihn ob er denn der Vater vom Marinero wäre? "Ja sicher ist das mein Junge", ist die Antwort. Aha, also Verwandschaft zum Geldverdienen rangeholt! OK, wir fahern nach Paestum, der Fahrstil italienisch, die Strecke geheime Abkürzungen.... Unsere englischen Mitstreiter lachen sich halb tot im Auto. "Wie lange braucht man, um da alles zu besichtigen" fragen wir. Die Antwort: "Keine Ahnung, ICH war da noch nie drin!" OK, wir sollen ihn dann anrufen, wenn wir wieder abgeholt werden wollen. Dann sind wir auch schon da, und wir trauen unseren Augen nicht, es ist wirklich unglaublich! Es herrscht eine total friedliche Stimmung, ganz anders als in Pompeji. Wir sind schlichtweg überwältigt von den Bauwerken und der Ruhe! Später dann rufe ich unseren Fahrer an, er legt einfach wieder auf, ohne zu sagen ob er kommt. Ein knurriger Typ. NAch 30 Minunten rufe ich erneut an, er sei unterwegs, und gleich da. Tatsächlich kommt er dann auch. Wir fragen ihn, ob er an einm großen Supermarkt vorbeifährt, um Wasser, Wein und Bier zu kaufen, das brauchen wir dann nicht zu schleppen. Na klar.... Wer schon mal in Marokko war kennt das 'Schwager hat Teppichgeschäft' - Syndrom! Jedenfalls fährt er uns zu einem totalen Tante Emma-Laden, er begrüsst alle mit Handschlag etc.... Ok, wir kaufen die letzten Biervorräte, 2 Flachen Wein, und 4 Sixpacks Wasser, die Engländer lachen sich schon wieder schrackelig...  

 

07.05.2015  - Unsere Bar

Die Abfahrt aus Amalfi verzögerte sich etwas, denn zuerst musste ich die Pumpe vom Watermaker zerlegen, da diese den Geist aufgegeben hatte. Dabei scheint dies nicht das einzige Problem zu sein, irgentwie war das ganze Gerät wohl eine Fehlinvestition! Etwas verspätet ging es dann doch los nach Agropoli. Der Name soll eine Persiflage auf Akropolis sein, denn ganz in der Nähe, in Paestum,  finden sich griechische Tempelanlagen, die wir auch tagsdrauf besuchen wollen. Der Wind lässt uns mal wieder im Stich, es ist brüllend heiss, wir müssen motoren. In Agropoli warten schon die englischen Nachbarn, die uns seit Capri immer wieder begegnen. Wir beschliessen, am nächsten Tag ein Taxi zu teilen, um nach Paestum zu fahren. Ich spreche mit dem Marinero, er fragt, ob wir nicht lieber einen deutschsprachigen Fahrdienst in Anspruch nehmen wollen - klar wollen wir. Er wählt eine Handynummer, reicht mir den Apparat: EIne deutsche Stimme fragt, 'Is alles klar?' Wir vereinbaren 10:00h für den nächsten Tag. Abends gehen wir dann noch hoch in die schöne Altstadt, die mal eine Festung war, und essen dort mit Meerblick. Anschließend geht es durch das Dorf zurück, und es gibt noch ein Eis.

 

05.05.2015 - Italien statt Griechenland

Heute morgen wurden wir von einem kräftigen Bugstrahlruder geweckt. Motorboot Manfred hatte offenbar um 8:00h einen Termin zum Kranen. Der Kran stand in ca. 20m Entfernung von unserem 120,-€ teurem Hafenliegeplatz in Capri. Aber mit nochmal rumdrehen war es nix, das Boot wurde nach dem Kranen Dampfgestrahlt. Also stehn wir auf, decken den Frühstückstisch draußen im Cockpit, und ärgern uns über den Krach. Doch kaum sitzen wir am Tisch, hört man auf zu Dampfstrahlen. Erst einmal sind wir glücklich, wundern uns doch und schauen mal genau hin was da los ist. Fünf Mann schrauben an einem Aggregat. Sandra fragt, Ist das ein Motor? Ich stutze, schaue nochmal hin, nein, das ist der Dampfstrahler! Als wir fertig sind mit dem Frühstück, sind sie es auch: Der Dampfstrahler ist repariert und macht wieder jede Menge Krach. Unsere engl. Nachbar legen ab, Ziel: Amalfi. Wir wollen lieber direkt nach Agropoli, für Massentourismus haben wir erts mal nix übrig. Agropoli ist aber ein muß, denn dort gibt es eine griechische Sehenswürdigkeit, woher auch der Name der Stadt stammt. Doch leider ist so wenig Wind, dass wir mit 3 Knoten erst viel zu spät ankommen würden, also fahen wir doch ins nähere Amalfi, und wir haben es nicht bereut!       

 

05.05.2015 - Wilkommen im Pitztalexpress, oder was?

Nachdem wir ausgeschlafen haben am Montag, geht es los Richtung Capri. Zunächst ein laues Lüftchen, haben wir nach ca. 30min genug Wind zum Segeln. Leider erledigt sich das nach einer Stunde wieder, und wir fahren unter Motor Richtung Nord/Ostküste. Hier steht Villa Malaparta auf dem Punta Masullo. Die zwischen 1938 und 1940 erbaute Villa fällt zunächst kaum auf, sind doch ringsherum viele Häuser an den Hang gebaut. Die auffällige Farbe verrät sie zum Schluß. Allzuviel ist nicht zu sehen vom Gebäude das einst auch Schauplatz für einen Film mit BB und MIchel Piccoli war. Danach geht es in den Hafen, Marina Grande. WIr sind vorgewahnt: viele Tagestouristen, hohe Preise, so erzählten es andere Segler in den Häfen. OK, 120,- € für eine Nacht in der Vorsaison ist schon anständig. Der englische Nachtbar, der faktisch ein 30cm längeres Boot hat zahlt 50% mehr, 180,-!!! Wir lassen uns nicht entmutigen, und ziehen los um einzukaufen. Anschließend trinken wir noch ein Bier und einen Mojito, zack 15,50 €! Auch der Einkauf war teuer, obwohl wir extra wenig gekauft haben. Später gehen wir zur Zahnradbahn, um nach Capri, die Oberstadt zu fahren. Ich traue kaum meinen Augen, und höre im Geiste die Durchsage: Willkommen im Pitztalexpress! BIs auf die Temperatur ist es tatsächlich wie im Skiurlaub. Oben ist es sehr versnobt, eben genau so wie wir es nicht mögen. Aber auch viele enge Gäßchen bringen uns zur Verzweifelung, wir verlaufen uns Hoffnugslos. Später finden wir eine Lokal, das ganz OK ist und essen dort. Zu vorgerückter Stunde geht es dann mit dem 'Pitztalexpress' wieder auf Hafenebene.    

 

03.05.2015 - Bella Italia 

Gestern abend waren wir noch hier in Torre del Greco eine Pizza essen. Angeblich ist das hier nach Neapel der grösste Ort. Ich allerdings sehe diesen Ort eher als Vorort von Neapel, aber egal. Jedenfalls hat uns beim samstagabendlichen Spaziergang doch das Flair gepackt: Unglaubliche Vitalität, diese quirlige Stimmung, dieser unglaubliche Verkehr aus kleinen Autos und Motorrollern, das Gehupe.... Dazu diese Häuser, ca. 50% haben eine völlig desolate Fassade, überall hängt Wäsche auf der Leine vor dem Balkon, die Kinder sind in Scharen unterwegs und Spielen Fußball im Hinterhof, eben so wie man sich Süditalien vorstellt, sehr schöne Stimmung, wie sie eben bei uns nicht möglich ist.

Heute waren wir kurz beim Herculaneum, es war ein riesiger Andrang, die Schlange an der Kasse war hunderte Meter lang, und nachdem wir ja erst gestern in Pompeji waren, haben wir uns das Ganze dann nur ein wenig von aussen angeschaut, um dann zum Vesuv zu fahren. Nach einigem Fragen gelagten wir zum Abfahrtsplatz des 'Vesuvio-Express', allerdings war kein Bus weit und breit. WIr haben dann mir einem Taxifahrer verhandelt. Er merkte sehr schnell, undals erster überhaupt, dass meine Italienisch-Kenntnisse auf Spanisch-Kenntnissen beruhen, und da er er eine spanische Frau hat, haben wir uns dann auf Spanisch verständigt. Er fuhr uns auf den Berg, und vom Parkplatz aus ging es noch ca 40 Minunten zu Fuß den Berg rauf, bis wir wirklich ganz oben waren. Wir konnten gut in den Krater schauen, und die Aussicht auf die Neapler-Bucht geniessen. Dann ging es zurück zum Parklplatz. Ein anstrengender Tag geht zu Ende, morgen geht es weiter nach Capri. Dort soll es sehr Touristisch sein, trotzdem wollen wir es uns nicht entgehen lassen! 

02.05.14 - Pompeji

Da wir ursprünglich vorhatten in der Bucht S. Antonio auf Procida zu ankern, was dann aber misslang, da wir die Ankerkette nicht rausbekamen, haben wir dies dann eine Nacht später gemacht. Leider stand eine ziemlich heftige Welle auf die Bucht, der Wind kam und ging, so dass wir zwar den Anker in höchsten Tönen loben müssen (er hielt einfach unglaublich), wir aber unglaublich durchgeschüttelt wurden, und nur wenig Schlaf fanden. Also um 7:00h Anker auf, und raus aus der Bucht. Wohin? Die Frage war schnell geklärt, wir segelten die 15sm nach Torre del Greco. Der Reiseführer sagt, von hier aus kann man ideal Pompeji, Herculaneum und den Vesuv besuchen. Der Hafen ist ehr das Gegenteil von schick, aber mit Blick auf den Vesuv! Nach dem Anlegen haben wir uns dann auf nach Pompeji gemacht. 20 Min Bahnfahrt, dann 15 zu Fuß, schon waren wir da. Ein paar Bilder dazu oben. Morgen wollen wir dann dem Vesuv einen Besuch abstatten und auch in Herculaneum vorbeischauen. Ach ja, Capri kann man von hier aus schon sehen....

 

01.05.2015 - Drehorte

Nachdem wir auf Ischia vor dem Tourismus geflohen sind, und es auch wirklich schwer fiel schöne Fotos zu machen, sind wir eine Insel weiter gefahren, Ihr wisst schon, Procida der Geheimtipp! Tatsächlich ist die Insel ursprünglicher und die Geschäftsmeile fehlt. Der Hafen ist allerdings größer und teurer! Trotzdem fühlen wir uns hier deutlich wohler. Hier sind einige Filme gedreht worden, immer und immer wieder mussten Schauplätze der Insel als Kulisse herhalten. Obwohl die Italiener hier ihre Arroganz und Ignoranz ziemlich auf die Spitze treiben, lassen wir uns Zeit, machen unser Ding, und versuchen nicht auch so zu werden!  Ciao, e a doppo! 

 

29.04.2015 - Ischia enttäuscht uns

Nach drei Nächten auf Ventotene haben wir heute morgen die Leinen losgeworfen um nach Ischia zu fahren. Ventotene ist nicht wirklich groß genug, um dort drei Tage zu verbringen, aber ein Sturmtief über Italien zwang uns dazu mal die Füße hoch zu legen. Die Strecke nach Ischia ist nicht wirklich weit, und so haben wir um 14:30h im Hafen festgemacht. Bis jetzt macht die Insel einen ZU touristischen Eindruck, weshalb wir zunächst mal nur eine Nacht im Hafen gebucht haben. Die Insel nordöstlich von hier, Procida, wird unser Ziel.

 

26.04.2015 - Sklavenarbeit

Ponza, Stadthafen, heute Vormittag, 8:00h, wir legen ab Richtung Ischia. Wir wollen aber zur Insel Ventotene, dort gibt es einen Stadthafen, ca. 2000 Jahre alt, von römischen Sklaven in Tuffstein gemeißelt. Leider soll der Hafen relativ flach sein… Wir motoren eine Stunde, dann passt der Wind und wir segeln noch herrliche 3h bis Ventotene. Hier kommen wir zunächst zum neuen Fährhafen. Nein, hier wollen wir nicht hin, wir wollen die Arbeit der Sklaven sehen. Also weiter, man sieht über der Mauer einen Mast, ein Segelboot ist dort, es scheint nicht so klein. Vorsichtig nähern wir uns der Einfahrt, Wahnsinn!  Der Hafen hat eine L-Form, man kann nicht reinschauen. Wir biegen um die Ecke, ein deutsches 40ft Boot, also zumindest die gleiche Länge, liegt vorwärts am Kai. Wir nähern uns ihm vorsichtig, den Tiefenmesser im Auge. Ein Marinero mit Murringleine in der Hand winkt uns zu, ich rufe ihm zu “due metri?“, und zeige nach unten. Er hebt den Daumen und sagt “OK“. In der Karte sieht man, dass der Rand deutlich flacher ist, also lieber auch vorwärts anlegen, damit wir uns nicht das Ruder abfahren. Wir fahren vorsichtig zum Kai, und machen fest. Seit Goose Sas in NL vor etwa einem Jahr, hat anyway nicht mehr vorwärts angelegt! Wir schnacken mit den deutschen Nachbarn, die eigentlich gerade ablegen. Aber unser Ziel ist identisch: Griechenland, und da man sich ja immer zweimal im Leben trifft, wer weiß….

26.04.2015 – Abschied von Sardinien

Mittwoch, wir warten auf das Paket aus Deutschland, dass wir eine Woche vorher in Bremen bestellt haben. Inhalt ist unter anderem eine Backbord-Navigationsleuchte. Denn am Dienstagabend in der Woche zuvor habe ich mal alle Lampen kontrolliert, und die rote Lampe am Bug blieb dabei dunkel. Ohne Licht durch die Nacht, das Risiko wollen wir nicht auf uns nehmen. Obwohl das Paket laut DHL-Tracking noch in Sizilien (!) ist, bereiten wir uns weiter auf den Abschied vor und fahren  rüber nach Arbatax zum Tanken. Als wir zurück kommen, sagt DHL im Internet, “Paket erfolgreich ausgeliefert“. Und drei Wetterberichte sagen, besser Donnerstag fahren, als die Tage danach. Also zum Hafenmeister, das Paket geholt, und dann die Leuchte tauschen. Sandra mault: „Ich wollte noch waschen und ein Brot backen, und einen Nudelsalat machen und einkaufen…“ Das Waschen klappt dann noch. Am nächsten Morgen um 6:30h legen wir ab. Der Wetterbericht sagt zunächst milde Winde vorher, die sich aber im Laufe des Tages bis auf 4BFT steigern sollen. Südlich von uns tobt bei Sizilien ein kleiner Sturm. Wir motoren also durch die ruhige See, dann setzen wir Vollzeug, und es geht mit bis zu 9 Knoten Richtung Ponza. Dann wird es zu heftig, und wir reffen das Großsegel, erst Stufe 1, dann 2, später noch die Genua, nehmen das Groß ganz runter. Als es Dunkel wird haben wir eine heftige Kreuzsee, der Sturm bringt starken Seegang aus Süd, der Wind aus Ost. Wir sind Hundemüde und überlegen, dass man so was als ersten Törn im Jahr nicht unbedingt braucht. Im Laufe der Nacht reffen wir die Genua wieder aus, das Groß bleibt kpl. unten. Zu allem Überfluss regnet es auch hin und wieder. Als am Morgen die Sonne aufgeht, dauert es nicht lange, und Ponza kommt in Sicht. Wir sind schon sehr gespannt, und die See ist mittlerweile auch wieder etwas ruhiger, als wir mit grossen Augen die Insel näher kommen sehen! Ponza ist eine Insel mit zwei Bergen und vulkanischen Ursprungs. Die bunten Häuser kleben an den zwei Bergen, vor allem um die natürliche Hafenbucht zwischen den Bergen. Die Hafeneinfahrt ist etwas verwirrend, wegen der großen und kleinen Felsbrocken, die überall herumliegen – ein tolles Panorama! Im Hafen winkt schon ein freundlicher Marinero, hält die Murringleine schon in der Hand. Auf dem Weg zu ihm bleiben wir dann allerdings im Sand stecken. Unsere 2,05m Tiefgang sind zwar nicht unüblich, aber er tut so, als wäre das mal ganz was Neues. Wir graben uns frei, fahren zurück, er gibt Routentips, um zu ihm zu gelangen, aber es hift nix, wir bleiben wieder stecken. Er rät uns über Funk die Capitaneria zu kontaktieren, was wir auch tun. Es wird schwierig, meine ital. Sprachkenntnisse reichen nicht, die des Gegenübers nicht in Englisch. Aber wir sollen uns um 16:00h noch mal melden, dann hätte man ein Plätzchen für uns. Was nun? Wir haben 9:00h, und wir möchten vor allem schlafen. Wir fahren in die Nachbarbucht und ankern. Dort sortieren wir uns, und schlafen ein paar Stunden. Um 16:00h an die Funke, das Sprachproblem scheint noch größer denn je, wir bleiben aber hartnäckig, und um 17:00h sollen wir im Hafen erscheinen. Gesagt, getan, um 16:55 sind wir im Hafen, und tatsächlich sollen wir am Stadtpier anlegen, Rückwärts mit ausgebrachtem Anker. Für uns eine noch nicht erprobte Technik! Alles geht gut, es kostet 20,-€, und um 8:00h sollen wir am nächsten Morgen verschwinden. Jetzt nach ein paar Stunden Schlaf und mit einem Platz im Hafen sieht die Welt schon ganz anders aus. Wir trinken ein “Weinchen“ im Cockpit, und genießen die Stimmung: So schön kann Italien sein! Wir beschließen den nächsten Tag in “unserer“ Bucht zu verbringen, um abends wieder im Stadthafen festzumachen. So fahren wir am nächsten Tag das gleiche Programm, fahren in die Bucht. Am Tag zuvor hat schon die Guardia di Finanza (ital. Finanzbehörde) mit dem Hubschrauber um uns gekreist, auf Sardinien sind wir schon durch den Computer gejagt worden, aber das reicht offenbar nicht, denn in “unserer“ Bucht kommt ein fettes Motorboot mit (geschätztem) V8-Motor an unsere Seite, und will die Papiere und Ausweise sehen. Als alles kontrolliert ist, bekommen wir alles zurück, mit dem Hinweis, man hätte uns bereits kontrolliert. Ach was…

 

17.04.2015 - Pause 

Um 7:30 klingelt der Wecker, also raus aus den Federn, Frühstücken, ein paar Sachen einpacken und dann das Leihauto in Empfang nehmen - so begann gestern unser Tag. Zunächst fuhren wir zu Annarella, eine Nähstube in Tortoli. Hier hatten wir Sprayhood und Lazyback reparieren lassen. Leider hatte der Lazyback einen Nähfehler, so dass er nicht mehr zu montieren war. Danach fuhren wir knapp 3h über die Insel nach Castelsardo. Dort besuchten wir Guy und Tanja, die wir letztes Jahr im Norden von Sardinien kennengelernt haben, und mit denen wir ein paar Tage in Flotille gesegelt waren, u.a. nach Cavallo (siehe 2014). Wir trafen uns draussen auf ihrem Berggrundstück, wo das kleine Sommerhaus steht, und die Tiere wohnen. Wir wurden mit Kaffee und Kuchen begrüsst, anschliessend wurde zunächst das Kälbchen zu einer saftigen Wiese geführt, wo es sich richtig satt essen konnte, später dann haben wir das Pferd zum Bach geführt, wo es ausgiebig Gras und Wasser zu sich nehmen konnte. Als es dann dunkel wurde nach dem grillen und essen, wurden die Tiere in ihre Ställe zurück geführt, und wir wechselten in die Wohnung in Castelsardo. Hier wurde noch bis mitten in der Nacht gequatscht und getrunken. Heute haben wir uns dann nach dem späten Mittagessen wieder auf den Weg zurück zur anyway gemacht, denn wir mussten ja noch bei Annarella den Lazyback abholen, solange wir ein Auto zur Verfügung haben. Es waren zwei sehr schöne Tage, und eine wilkommene Abwechselung vom Bordalltag, wenn nur die Fahrt nicht so lange wäre... 

 

13.04.2015 - Gleitfahrt!

Ich habe heute das Gummiboot aufgeblasen und den "neuen"  Yamaha 8 PS Motor angehangen, doppeltes Gewicht, mehr als doppelte Leistung, doppelte Zylinderzahl, er schnurrt ja wie ein Kätzchen, habe dann zur Probefahrt angesetzt. Gebe Gas, das Boot steigt vorne immer weiter, denke, wie fährt man ein Wheely mit 'nem Schlauchboot? Dann senkt sich die Front, der Arsch kommt aus dem Wasser, plötzlich fährt das Ding 3x so schnell wie vorher - WOW! Gleiten ist 'ne tolle Sache!! (Sandra meint, dieser Text gehört unbedingt auf die Homepage!) 

 

 

12.04.2015 - Wann geht es endlich los?

13 Tage wieder auf Sardinien, 13 Tage wieder auf der anyway! Seit unserem wackeligem Landeanflug in Alghero ist viel passiert: Die anderen Urlauber Conny, Hille, Hannah, Kai, Norbert und Luan sind wieder Zuhause, wir sind wieder alleine. Obwohl wir auch ein paar Ausflüge gemacht haben, viel gearbeitet haben wir in dieser Zeit, das bislang grösste Projekt war gestern der Wechsel der 'Lager', geteilte Kunstoffbüchsen, in der Rollreffanlage. Einiges an Koordination, Gehirnschmalz und letztlich auch Musdkelkraft war nötig den kpl. Rollfurler zu zerlegen und auch wieder zusammen zu bauen. Das grösste Handykap stellte sich zum Schluß in den Weg: Die Montage des Vorstags im Ankerkasten. Sandra hat dann nach einigem Hin und Herr Hilfe geholt, einen 'armen' deutschen Segler der auf dem Steg rumschlich, weil er sich anschauen wollte, wie die Schoten aus dem Mast heraus geführt werden. Der Schwabe hat dann erfolgreich geholfen alles wieder zusammen zu bauen. Eigentlich sind wohl 6 starke Männerhände notwendig diese Aufgabe zu bewältigen. Als Dank war ich dann heute vormittag an seinem Schiff, um eine Lösung zu finden, wie er die Schoten nun idealerweise aus seinem nagelneuem Mast zu den WInschen führt. Ich hoffe die Arbeit an der anyway-Rollreffanlage hat sich rentiert, denn so leicht wie erhofft lässt sie sich immer noch nicht bedienen, ich habe allerdings die Hoffnung, dass sie sich unter Druck (viel Wind) leichter als bisher bedienen lässt, zudem habe ich jetzt Gewissheit, dass die Trommel selbst einfach zu schwer läuft und das Losbrechmoment einfach zu hoch ist (Simmering?), deshalb habe ich eben eine Mail an den Hersteller geschrieben um seine Meinung dazu zu hören. Abgesehen von diesem unleidigem Projekt denke ich, dass wir in 5-6 Tagen klar sind zum Auslaufen. Bleibt noch die Frage des Wetters: Zygrip, Saildocs, passageweather und wetter.com sind sich überhaupt nicht einig wie es in 6-7 Tagen hier aussehen wird - eigentlich ein gutes Zeichen, zumindest schreiben sie nicht voneinander ab :-)! Bleibt nur abwarten...  Ciao e a presto!

 

02.04.2015 - Home from Home 

Am 30.04. stiegen wir in Weeze in eines der bekannte Blau/Gelben Flugzeuge. Der Wetterbericht hatte für den Löwengolf, Korsika und Sardinien Mistral angesagt, also Starkwind. Die Landung in Alghero war dann auch sehr turbulent, und was wir lange nicht mehr nicht mehr erlebt erlebt haben: nach der Landung klatschten die Passagiere. Dies war sicher auch eine Geste, die nach dem Germanwingsabsturz die Erleichtertung zum Ausdruck brachte. Anschließend holten wir mit einem Leihwagen unserer Segel bei Freunden in Castelsardo ab. Natürlch wurde noch gegrillt und geklönt, und es wurde immer später. Gegen 19:00h fuhren wir dann in Richtung Arbatax. Der Tip über Sassari zu fahren kostete uns dann ca. 30min, hinzu kam, dass ich meine neu gewonnen Sprachkenntnisse in einer  Cafeteria testen durfte, um nach dem Weg zu fragen (hier nochmal ein Dankeschön an Claudia für die liebevolle Betreuung im ITALIENISCHCRASHKURS und auch danach). Gegen 22:00h sollten wir dann laut Navi in Arbatax ankommen. Italienischtest 2: Insgesamt 3 Telefonate mit dem Seniorchef der Werft, damit er uns das Tor noch zu später Stunde aufschließt, denn wir wollten doch an Bord übernachten. Aber es klappt alles Super, und so fallen wir erschöpft an Bord in die Federn. Am nächsten Tag klingelt der Wecker dann um 8. Nach einem 'Idyllichem' Frühstück wasche ich den Rumpf ab, dann kommt Norbert, und wir streichen zusammen mit Sandra anyways Unterwasserschiff neu. Anschließend laden wir 10 Kartons und diverses Material aus Norberts Auto aus, das er freundlicherweise auf die Insel befördert hat. Am nächsten Tag wird gekrant. Um 14:30h wir die anyway kpl. durch das Industriegebiet von Arbatax gekarrt, vorbei an der frisch verladenen Bohrplattform von AGIP. Beim Zuwasserlassen klappt alles Vorbildlich, und auch der Mistral hat mal 2h Pause, so dass das Ablegen in Richtung Santa Maria kein Problem darstellt. Unser erster Schlag von 3 sm dauert 30 Minuten, dann machen wir bei strahlendem Sonneschein im Hafen fest.

Heute ist Kai dann in den Mast geklettert, und mit seiner Hilfe haben wir das letztes Jahr bei Tarifa gerissene Spifall wieder in den Mast getüddelt! Ich habe mir den ersten Sonnenbrand des Jahre geholt, und noch ein paar Kleinreparaturen durchgeführt. Überhaupt haben wir viel Zeug zu verstauen, und noch einiges an Verbesserungen und Neuerungen durchzuführen. Aber wir sind bester Dinge und froh wieder an Bord zu sein, endlich geht es weiter mit unserer Reise, und das Wetter hier übertrifft unsere Erwartungen. 

 

Januar 2015 - Erst einmal ein grober Plan

Aktuell ist hier natürlich nur eine Planung für 2015 zu sehen. Wir werden am 30.03.2015 per Flieger nach Sardinien zurückkehren. Gerne würden wir dann nach Klarmachen des Boots von Sardinien Richtung Festland segeln. Das erste Ziel wäre dann Ponza, eine Insel bei Rom und Neapel. Von hier bietet es sich an, Ischia und Capri einen Besuch abzustatten. Alle drei Insel gelten als überlaufene italienische Touristenziele, wir hoffen aber noch früh im Jahr unterwegs, vor den Touri-Massen dort zu sein. Weiterhin möchten wir die liparischen Inseln kennen lernen, eine Inselgruppe nördlich von Sizilien mit Stromboli als wohl bekannteste Insel. Ganz wichtig ist uns auch ein Besuch auf Malta. Von hier aus könnte es dann weiter Richtung östliches Mittelmeer gehen, also Griechenland, Kroatien, Türkei, mal sehen was daraus wird :-)

 

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