Willkommen auf der Homepage der Sailyacht 'anyway'
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2014

 

29.10.2014 - Die letzte Berichterstattung aus dem Cockpit für 2014

Mittlerweile sieht die anyway ein wenig nackt aus, ohne Bimini, ohne Sprayhood, ohne Segel, ohne Rettungsinsel.... Übermorgen wird sie am Kran hängen, und aus dem Mittelmeer gehoben, zu einem trockenen Plätzchen an Land befördert wo sie dann die nächsten 5-6 Monate verbringen wird, hier an der Ostküste Sardiniens. Wir alle brauchen ein wenig Ruhe, um die vielen, vielen Eindrücke der letzten Monate zu verarbeiten. Die letzten Tage haben wir damit verbracht, alles abzubauen, konservieren, einzumotten, und wenn das Wetter stimmte, dann waren wir auch nochmal am Strand zum schwimmen und sonnenbaden. Der Herbst ist jetzt deutlich zu spüren, die Temperaturen sind teils heftig gesunken, abends braucht man eine lange Hose, tagsüber ist es teils sehr stürmisch, ein Mistral hat bis hierher gewütet. Seit Vorgestern haben wir einen Leihwagen, und wenn man nach 5 Monaten Abstinenz wieder Auto fährt, ist das, als wenn Max Mustermann Formel 1 fährt, unglaublich schnell! Mit dem kleinen Ferrari (Fiat Panda) haben wir gestern ein wenig das Hinterland erkundet, heute waren wir im Baumarkt....  Unser Ziel für 2014 war es, dass Mittelmeer zu erreichen, was zweifelsfrei geklappt hat. Als Möglichkeit hatten wir im Hinterkopf die Türkei oder Griechenland zu erreichen. Dies hätte auch klappen können, allerdings sind wir zunächst etwa einen Monat später gestartet als eigenlich geplant, dann kam die Schlappe mit Ibiza. Trotzdem wäre das östliche Mittelmeer noch immer möglich gewesen. Endlich im MIttelmeer angekommen, haben wir jedoch das Tempo reduziert, was sicher die richtige Entscheidung war. So waren es immer noch stolze 3600 Seemeilen (ca. 6500 km) hierher, eine hübsche Strecke.

Ein Dankeschön an Alle für die lieben Zuschriften und Gästebucheinträge in dieser unvergesslichen Zeit!

Und wie geht es nun weiter? Nun, das könnt Ihr demnächst hier lesen.... AHOI!     

19.10.2014 - Der Sommer endet am 03.November 

Von Villasimius aus geht es über den bekannten Porto Corallo nach Santa Maria Navaresse. Bei herrlichen achterlichen Winden bis zu 5BFT geht es bei strahlendem Sonnenschein vorbei an Arbartax in die Marina di Baunei. In der Zwischenzeit sind Hannah, Hille und Norbert in Sardinien eingeflogen und wollen uns mit Schnittchen am Steg empfangen. Zum Glück klappt das nicht, das wäre uns doch ein bisschen peinlich gewesen. Während wir noch das Boot abspritzen kommen die drei den Steg entlang, ein Wiedersehen nach Monaten! Nach einigen Anlegern im Cockpit, gehen wir noch eine Pizza sägen. Dabei verabreden wir für den nächsten Tag, zusammen auf der anyway zur Cala Luna und zur Cala Sisine zu fahren. Die Cala Luna wurde uns mehrfach empfohlen, und auch ab Santa Maria fährt ein Ausflugsboot dorthin. Tatsächlich gibt es einiges zu sehen dort, ein Fels, ein Strand und einige Grotten. Hannah und Martina nehmen das Kajak, der Rest schwimmt von der ankernden anyway zum Strand. Norbert und ich erforschen die Höhlen, die Mädels faulenzen in der Sonne. Später gibt es ein leckere Mahlzeit im Cockpit, bevor wir wieder zurück fahren mit Zwischenstop an der Cala Sisine. Hier entdecken wir vier Nachwuchstalente im Wasserballet, die auch viel Spass haben.... Wieder zurück in S. Maria werden flux ein paar Pizzen organisiert, und der Abend klingt nur langsam im Cockpit aus, sehr schön. Am nächsten Tag holt uns Norbert mit dem Mietwagen ab, es geht auf den Campingplatz, wo die drei untergekommen sind. Und wieder, die Mädels aalen sich in der Sonne, Norbert und ich fahren nach Arbatax, um dort anyways Winterstellplatz klarzumachen, den Sandra und ich uns vor ein paar Wochen angeschaut haben. Als wir zurück sind gibt es nach einigen Schwimmeinlagen eine Mittagstafel mit Strandblick. Leider ist kein Hafen in der Nähe um den Wein auszuschütten, denn der Wein schmeckt mal wieder mal arg nach Hafenbecken, egal! Nach der Siesta begutachte ich mit Hannah die gesammelten Steine, wirklich schöne Exemplare, aber leider zu schwer fürs Handgepäck. Als es dunkel wird, klappern wir ein paar Läden ab in der City, um dann in ein Restautant einzukehren, dass keine Pizza im Programm hat - Wie jetzt? Drei essen Pasta, drei essen Fisch - geht doch! Am nächsten Morgen sammeln die drei Camper Martina ein, fahren nach Alghero, um nach Hause zu fliegen. Montag ist wieder Alltag für alle vier! Kaum sind die vier weg, buchen Sandra und ich auch unseren Heimflug: Am 03.11. ist es soweit, und unser bislang längster Sommer endet hier auf Sardinien. anyway muss hier bleiben, und bis zum Frühjahr warten, bis sie neue Abenteuer bestehen darf - aber ich glaube, dass macht sie gerne!  

13.10.14 - "You drive the boat like a Ferrari!" 

Eine Woche später, wir haben den Besuch an Bord ausgetauscht: Jana und Anke sind Samstagabend zurück geflogen, in der der Maschine aus Deutschland saß Martina, unser neuer Besuch. Wir haben den Besuch auf San Pietro in Carlofortina sehr genossen, ein wirklich schöner Ort. Die Winteranfrage dort lief allerdings ins Leere, denn wie fast überall kann man als Eigner nicht an seinem Boot arbeiten, sobald es aus dem Wasser ist - was aber gegen meine Mechanikerehre geht! An mein Boot lasse ich am liebsten nur mich.... So werden wir wohl das Boot in Arbatax abstellen. Isola San Pietro, wir hatten hier ein zwei tolle Ankerbuchten, die wir tagsüber mit Taucherbrille und Kajak erkundet haben. Die Rücktour war zwei Tage gegenan auf der Kreuz bei bis zu 6 BFT. Zurück in Cagliari haben wir den selben Hafen aungefunkt, wie letztes mal. Diesmal landeten wir im Sportbootbecken für die kleineren Yachten wo wir auch hingehören, letzte Woche waren wir im anderen Becken, und dort das kleinste Boot am Steg. Wir fahren also nach Funkkontakt in das Becken, ein Marinero steht am Ende des Schwimmstegs, wir sollen Rückwärts dazu anlegen, an den Fingersteg seitwärts, quasi rückwärts in ein L. Sandra steht am Steuer, und verblüfft alle, "parkt" vorwärts ein, und liegt sofort im Affenzahn, ohne korrigieren zu müssen punktgenau am Steg an, sehr Komfortabel, denn ein Schritt, und ich stand auf dem Steg, um die Klampe zu belegen, und Anke konnte ohne den Arm lang machen zu müssen dem Marinero das Seil geben, um es vorne zu belegen, also absolute Millimeterarbeit! Der Marinero sagt zu uns: "You drive the Boat like a Ferrari!" Ich zeige auf Sandra und sage voller Stolz: "My wife!" Alle lachen, allen fällt ein Stein vom Herzen, denn alle dachten "Oje, wenn das mal gut geht!" Die Alststadt von Cagliari haben wir dann einen ganzen Tag lang unsicher machen können, bis der Flieger dann Samstagabend Richtung Norden ging. Martina trifft mit Verspätung ein, trotzdem gehen wir noch eine leckere Pizza essen, um am nächsten Tag hierher nach Villasimius zu fahren. Hier haben wir dann sofort einen Hafentag eingelegt, um einen wirklich tollen Strand zu besuchen. Leider lässt die Sonne uns etwas im Stich, aber was solls, Martinas Haut ist noch nicht an die Sonne gewöhnt, und Sandra und ich sind schon braun :-)  

Sternenzeit 6.Oktober – Erdjahr 2014 nach Christus

Auszug aus dem Logbuch der anyway

Kapitel 12/3.5

Ankunft in Cagliari

Während die Crew der anyway im strahlenden Sonneschein auf dem Seeweg in Cagliari einreiste, mussten die Besucher Anke und Jana in einem gelb/blauen Flugzeug dort einfliegen. Sie erwarteten ein fröhliches Empfangskomitee, als sie mit ihrem Sperrgepäck den Empfangsbereich betraten, doch was sie sahen war schlichtweg schockierend: Es war niemand gekommen um die beiden liebenswürdigen und vor allem schwer bepackten Urlauber zu begrüßen; stattdessen erhielten sie eine rätselhafte SMS – die schwer zu lösen schien. Sich auf Spanisch verständigend orderten die mutigen alleingelassenen ein Taxi zum Hafen und fanden mit Mühe und Not den gut versteckten Steg, der ausnahmsweise nicht nur Wasser unter sich, sondern auch auf sich hatte. Die schwer tragenden Gäste mussten erfahren, dass ein äußerst heftiges Gewitter die fröhliche Crew der anyway heimgesucht und somit aufgehalten hatte, ihre liebsten Gäste abzuholen und ihnen bei dem unfassbar schweren Gepäck tragen zu helfen.

Nach der üblichen Begrüßungszeremonie wanderten die vier ausgehungerten Reisenden, auf Vorschlag des Kommandanten, in ein typisches einheimisches Restaurant zu gehen, um dort eine Landesübliche runde flache Speise zu sich zu nehmen.

Am nächsten Tag ging es unter Segel in eine Badebucht, in der das schwere Sperrgepäck ausgepackt, aufgepumpt und ausprobiert wurde. Doch der feucht-fröhliche Badespaß wurde just unterbrochen, als die Co-Skipperin auf eine schwarze Gewitterwolke zeigte, die sich unaufhaltsam und donnernd näherte. Es begann ein Wettlauf gegen das Wetter. Wer würde den Hafen zuerst erreichen? Die anyway verlor das Rennen leider schon auf offener See und lief triefend in Teulada ein. Wir gingen duschen, Jana versuchte sich am Kochen einer weiteren Nationalspeise und zauberte allen ein fantastisches Festmahl auf den Salontisch. Zur Belohnung spielte die Crew mit ihr eine, für alle lehrreiche Partie „Phase 10“, die sie jedoch verlor, während Anke über den Sieg triumphierte.

Am zweiten Urlaubstag der Gäste machte sich die anyway auf zur Insel San Pietro. Auf dem Weg fing sie die Italienische Marine ab und die Crew erinnerte sich sofort an Dover (Do you have a radio?). Der Kommander erklärte sich per Funk bereit, den Kurs zu ändern, bevor Waffengewalt angewandt wurde. So wählten wir einen kleinen Umweg zu unserem Ziel, wo wir erneut abgefangen wurden, diesmal jedoch von einem überaus freundlichen Marinero, der uns bis zu unserem Liegeplatz in der Marina Sifredi begleitete. Auch hier wurde kurzerhand wieder eine wohlschmeckende Nationalspeise eingenommen…. Jana + Berthold

01.10.2014 - Gedanken über das Winterlager

Santa Maria de Navarrese war unser nächstes Ziel. Ein kleiner Ort mit nettem Hafen und schönem Strand. Der Hafenmeister spricht perfekt Deutsch, Französisch und Englisch, eine Seltenheit hier, kaum ein Sarde spricht überhaupt eine Fremdsprache, versteht aber in der Regel Spanisch... Nach zwei Tagen reicht es aber im netten Hafen, und so machen wir uns auf ins 3nm entfernte Arbatax. Das Wetter ist endlich wieder sommerlich, und so gehen wir auf halben Weg vor Anker an der Insel, ein karger Felshaufen für einen Badestop! Gegen Abend laufen wir in Arbatax ein. Vorherrschend ist hier eine Firma, die Bohrinseln für AGIP baut. Unser Blick aus dem Cockpit ist genau auf so eine halbfertige, umgekippte Bohrinsel, am nächsten Tag haben wir denn noch die Geräuschkulisse dazu (Flex!). Wir wollen aber noch etwas bleiben, denn ab Arbatax soll eine kleine Eisenbahn abfahren in die Berge, die Tour soll toll sein. Leider werden wir entäuscht, den seit 15.09. ist Saisonschluß, die Bahn fährt nicht mehr! Immerhin schauen wir uns einen möglichen Abstellplatz für anyway über den Winter an, so hat der Stop in Arbatax doch noch sein Gutes. Überhaupt dreht sich im Moment alles um die Frage, Sizilien oder Sardinien als Winterlager.  

 

 

25.09.2014 - Auflösen der Flotille

Nach 2 Hafentagen in Maddalena trennt sich die Flotille, wir fahren Richtung Süden, die 'Lucky Star' fährt zurück Richtung Castelsardo. Als ersten Stop fahren wir nach Porto Rotondo, ein Hafen am Rande der Costa Smeralda. Eigentlich ganz nett, aber aus der Retorte und mit Preisen, wie es sich für die Costa Smeralda gehört! Heute sind wir dann nach La Caletta gesegelt bei sehr unterschiedlichen Winden. Mit der anderen Crew habe ich eben telefonieren, sie ist in Bonifacio angelandet. Hier kommt der Herbst in grossen Schritten, wo sind bloß meine Schluppen geblieben?

 

22.09.2014 - Nur 8,5 Seemeilen zum Karibikflair

Die deutsche Cooperative hat es hinbekommen, das Segel ist am nächsten Tag Mittags repariert zurück! Jürgen, der Eiermann schafft es, den Segelmacher in Alghero dazu zu bewegen, die Reparatur sofort durchzuführen, danach brettert er wieder nach Isola Rossa, um es uns zu übergeben. Bevor es dunkel wird, montieren wir es noch, so kann es am nächsten Tag nach Santa Teresa weitergehen. Die Überfahrt ist unspektakulär unter Motor bei kaum Wind. In St. Teresa treffen wir auch das deutsche Boot wieder, und so langsam entwickelt sich eine Flotille. Abends ist Party im Hafen, war ja klar. Allerdings machen wir unsere eigene Party, und nach einigen Grappas, Vino bianco etc. gehen wir 'früh' ins Bett. Am nächsten Tag stellt sich die Frage: Wohin? Ins Maddalena-Archipel, oder doch lieber auf die franz. Privatinsel Cavallo? Wir entscheiden uns mit der anderen Crew für Cavallo, eine gute Wahl! Wir hoffen, die Saison dort ist zuende, so können wir dort umsonst im Hafen liegen, denn die Liegegebühren wären mit 300,- (!) für unser Boot unmöglich hoch. Also los, 8,5 nm sind schnell erledigt, erst recht bei 6 BFT Wind. Die Anfahrt scheint kniffelig, soll nicht ungefährlich sein, es klappt jedoch alles nach Plan: Der Hafen ist zu, aber wir können trotz dessen und des starken Windes problemlos anlegen. Die Erkundung der Insel ist total irre: Es gibt viele versträute Häuser und ein Hotel, und vor allem eine wahnsinns Landschaft, überall 'liegen' riesige Steine rum, und einfach traumhafte Strände. WIr schwimmen am einsamen Strand in kristallklarem Wasser mit grüner Farbe... Nach einer windigen Nacht im dusteren Hafen fahren wir bei noch mehr Wind flux nach Maddalena. Hier ist wieder Jubel und Trubel, Touristen und Hafenmole und und und... 

19.09.2014 - Deutsche Seilschaften

Castelsardo, hier soll es schön sein, hier fahren wir hin. Der Hafen ist eher trist, bietet aber den best sortierten Supermarkt seit langem. Interessant ist die Festungsanlage auf dem vorgelagerten Felssockel. Also Flip-Flops aus, Trekking-Sandalen an und den Berg rauf ins Castel. Leider ist eine Beschilderung für Fussgänger nicht vorhanden, weshalb wir uns mehrfach ärgen über Umwege und Sackgassen. Oben angekommen hat sich der Aufstieg aber doch gelohnt: Eine schöne Altstadt, und diverse schöne Blickwinkel auf Gassen, Meer und Buchten. Nach dem verdienten Abendessen stiefeln wir wieder bergab, und entdecken erst jetzt die ideale Fussgängerstrecke. Sandra macht am Steg noch eine Bekanntschaft mit einem Deutschen, der hier lebt. Er verkauft uns am nächsten Tag frische Eier von glücklichen Hühnern, zudem scheint er viele Kontakte unter den Yachties zu haben. Wir legen ab nach Isola Rossa, kurze Stecke, 10nm, die es aber in sich haben, gegen an mit anständig Wind. Im Hafen bekommen wir einen Platz neben einem deutschen Schiff zugewiesen, dass auch schon Castelsardo war. Später findet sich auch der Eierverkäufer auf dem Nachbarschiff ein, wir kommen ins Gespräch. Im Laufe der Zeit erfahren wir einiges mehr über diese deutsche Truppe auf Sardinien. Am nächstenTag legen wir ab, der Nachbarskipper hat das selbe Ziel, möchte aber noch einen Kaffee trinken. Was zunächst wie eine Kaffeefahrt aussieht, entpuppt sich schnell als heisser Ritt. BIs zu 7 BFT, kreuzen, so geht es 2 Stunden lang. Wir entdecken das Nachbarschiff unter Motor hinter uns. Bei der zweiten Wende reffen wir das Groß Stufe 1, die Wellen werden immer höher. Da fängt das Vorsegel an zu flattern an, und ich weiss sofort, dies ist ein grösseres Problem. Wir sehen das die Genua den Rollfurler runter rutscht. Im Geiste sehe ich das Segel sich schon unter dem Boot vertüddeln.... Es muss sofort reingeholt werden! Ich starte den Motor, Sandra lösst die Fockschot, und ich kurbele unter großer Mühe das Segel rein. Der Druck auf die Leine ist dabei so hoch, dass es die Relingsstütze verbiegt, auf der eine Umlenkrolle sitzt. Das Großsegel holen wir auch rein, und motoren mit Welle und Wind zurück nach Isola Rossa. Unser Nachbarschiff hat auch eine 180° Kehre gemacht, Im Hafen treffen wir uns wieder. Sofort wird uns Hilfe angeboten. Die Schlaufe, die das Segel oben hält, ist auf einer Seite abgerissen, ein Segelmacher muss her, und der beste Segelmacher ist in Alghero, Jürgen der Mann mit den Eiern fährt unser Segel heute dothin, lässt es reparieren, und wird es noch heute zurückbringen - WOW! So können wir morgen, zwei Tage später bei hoffentlich bessern Winden endlich nach St. Teresa aufbrechen können!

15.09.2014 - Diese Insel lässt uns so schnell nicht los

Wir sind im Nordwesten von Sardinien, genau genommen sind wir gar nicht mehr auf Sardinien, sondern auf Asinata. Asinata ist eine kleine vorgelagerte Insel, die unter Naturschutz steht. Wir liegen hier mit 3 anderen Booten in einem Bojenfeld, ankern verboten, und vermutlich hält der Anker sowieso nicht wegen des Seegrases! Von hier aus soll es eigentlich weiter gehen nach Bonifacio, doch der Windgott ist gegen uns, wir kommen nicht weg von Sardinien. Deshalb werden wir uns morgen weiter Richtung Osten bewegen, und die Insel weiter kennen zu  lernen, es gibt ja noch viel zu sehen. Je nach Wind werden wir einen von 3 Häfen ansteuern, ähnlich wie wir es schon bei der Überfahrt nach Sardinien gehalten haben...

 

14.09.2014 – Endet der Sommer langsam?

Hier auf Sardinien ist es deutlich kühler als auf Menorca, auch unser Bootsnachbar, der zuvor auf Mallorca war, musste dies feststellen. Die Wassertemperatur ist hier um 5° geringer (24°), hier laufen die Leute teilweise mit langer Hose und Jacke herum. Bei der Überfahrt hierher habe ich nachts seit Monaten überhaupt mal andere Schuhe als Flip-Flops getragen. Zwar scheint seit heute wieder uneingeschränkt die Sonne, jedoch war es tagelang bewölkt und tatsächlich hat es auch geregnet, das Boot war morgens mistnass vom Kondenswasser. Vielleicht ist es doch langsam Zeit, sich Richtung Sizilien/Malta aufzumachen? Nö, der Herbst hier ist doch ideal für uns Mitteleuropäer, nicht ganz so heiß, und die lange Hose brauche ich noch lange nicht :-) Aktuell sind wir im Norden Sardiniens, in Stintino, wir wollen über Bonifacio (Korsika) das Madalena-Archipel erreichen, und dann die angeblich schöne Ostküste Richtung Süden segeln, zum Glück haben wir noch etwas Zeit, bevor für uns der Sommer endet!   

 

09.09.2014 - Sardinien

Nach zwei weiteren Nächten in Ankerbuchten wollten wir Samstag in Richtung Sardinien starten. Wir hatten dies bereits um einen Tag verschoben, weil der Wetterbericht das so wollte. So fuhren wir zurück nach Mahon, um dort am Schwimmsteg richtig gut zu schlafen. Es gibt dort in der riesigen Bucht Schwimmstege im 'Nichts' ohne jegliche weitere Versorgung. Wer in die Stadt will muss sein Beiboot nehmen oder das Wassertaxi rufen. Beim Anlegen dort hatten wir starken Wind von der Seite, deshalb bemühte ich das Bugstrahlruder bis es dann ausfiel! Uuuppps, was soll denn das? Nachdem dann alles fest ist, kontrolliere ich die Sicherung, sie ist durchgebrannt. 250A, so eine habe ich als Ersatz nicht dabei. Also erst mal das Dingi zu Wasser gelassen, dann den Aussenborder dran gehangen, und in die Stadt gefahren. Der örtliche Bootsfuzzi hat eine 160A Sicherung, ich kaufe sie und baue sie zusammen mit der 100A Sicherung ein, die ich noch habe, 100 + 160 = 260, das passt. Ich mache noch im Dunkeln einen Test, das Bugstrahlruder funktioniert zwar, aber es scheint sich etwas darin zu befinden, was es empfindlich stört.... Es war das passiert, was ich immer als unmöglich abgetan hatte, es war die Murringleine in den kleinen Propeller geraten! Um diese zu entfernen mussten wir erst warten bis es Hell ist, und gut, dass wir das bemerkt haben, denn SO wären wir nicht vom Steg weggekommen. Aber wir wollten doch noch vor Sonnenaufgang ablegen. Also den Wetterbericht checken, ob wir den Schlag nach Sardinien um einen Tag verschieben können: Es geht, wenn auch mit teilweise Wind von vorne und Flaute zum Schluss. Also schlafen wir am nächsten Tag gründlich aus. Nach unseren Erfahrungen hatte ich mir mittlerweile einen Bleigurt zugelegt, um besser unter dem Boot tauchen zu können. Ich ziehe nur die Hälfte Blei an, habe Schiss nicht wieder hoch zu kommen. Gehe ins Wasser und stelle fest, dass die Leine es zweimal um den kleinen Plastikpropeller geschlungen hat. Ich kriege sie nicht zurück geschoben, schneide sie also durch und entferne sie. Das Bugstrahlruder tut es wieder, und die Murringleine haben wir dann natürlich auch wieder geflickt. Am nächsten Morgen geht es dann los nach Sardinien. Nach ca. 1h Motoren können wir seglen, gar nicht schlecht: anyway kann ihren Schokoladenkurs, am Wind, bei zunächst 3 BFT richtig zeigen was sie drauf hat, bis zu 8,4 knoten zeigt das GPS an! Wir wissen aber, der Wind soll sich noch drehen, gegen uns, und auch weniger werden, deshalb halten wir ca. 10 Grad vor, Ziel ist eigentlich Alghero, aber wir fahren auch nach Bosa oder Oristano, wenn der Wind dies einfacher zulässt. Zunächst wird der Wind schwächer, kaum mehr 2 BFT, aber anyway lässt es hier immer noch mit gut 6 Knoten laufen. Nachts scheint wieder einmal der Vollmond, eine helle Nacht bei 2 Windstärken, so hatte ich mir das immer ausgemalt! Später dann dreht der Wind. Ich fahre eine Wende, und steuere Oristano an, aber es soll doch anders kommen, der Wind dreht nach ca. 1 Stund zurück, und Alghero ist altes neues Ziel.Am Vormittag ist dann Schluss mit segeln, der Wind schläft kpl. ein. YANMAR muss ran, und bringt uns gegen frühen Nachmittag sicher nach Alghero. Erste Eindrücke werden gesammelt, mir gefällt die Altstadt sehr gut, erinnert etwas an Dubrownik, Sandra hat diese Stimmung noch nicht gepackt...    

 

01.09.2014 - Mahon

Endlich ist September, und die Hafenpreise sind um 1/3 des Preises gesunken! Trotzdem ist es hier nicht gerade leer, aber trotzdem viel leerer als auf Ibiza. Seit letzte Nacht ist Menorcas Nordostecke im Randgebiet eines Mistrals, der aber schnell an Härte verliert. Wir haben das vorher im Wetterbericht erkannt, und sind entsprechend gestern in den zweitgrössten Naturhafen der Welt, nach Mahon gefahren. In der Ankerbucht war es schon etwas ungemütlich, so dass uns der Abschied nicht alzu schwer fiel. Mahon ist seit 1700 schießmichtot die Hauptstadt der Insel, und sooo anders wie Ciutadella, die vorher Hauptstadt war. Wie geht es weiter mit unserer Reise? Zunächst sah es so aus, als würde der Wind nach dem Mistral gegen uns sein, wenn wir nach Sardinien wollen, doch dies scheint sich zumindest für kurze Zeit am Freitag ändern. Ob wir dann die Chance nutzen um nach Italien zu wechseln ist noch unklar, weil wir diese Insel einfach mögen! Also, warum so eilig weiterziehen? Eben haben wir unseren Proviantvorrat aufgestockt, morgen geht es erst einmal in eine Bucht an der geschützten Südseite der Insel, so kann der Mistral uns nix anhaben :-)

 

28.08.2014 - Höhen und Tiefen

Hier in Ciutadella gefällt es uns sehr gut, eine hüsche alte Stadt mit Flair. Leider sind die Hafengebühren auch hier recht hoch, deshalb gönnen wir uns nur zwei Nächte am Stadtkai. Morgen und übermorgen fahren wir in zwei Ankerbuchten, wo wir nochmal so richtig dem Badespass nachgehen können. Am Festland hatte ich ja ein wenig Heimweh, wusste nicht so recht was ich da solle. Als wir dann Menorca ansteuerten und die Sonne den Westen rot färbte, konnte ich deutlich die Konturen der Insel davor ausmachen, das war ein wirklich irres Gefühl das sich noch steigerte als ich zwei Stunden später auf dem Vorschiff hockte, angelehnt an die Sprayhood, der Sonne und der Insel entgegen. Jetzt dachte ich nur, ich möchte mit niemandem zu Hause tauschen! Und so geht es bislang auf dieser sonnigen Insel weiter, tauschen - NÖ! Die weitere Planung sieht tatsächlich vor, nach Sardinien (genau, die verbotene Insel) zu segeln, noch ist aber unklar wann... 

 

 

27.08.2014 - Übernachtung im Vulkankrater?

In Oropesa haben wir 3 Nächte verweilt. Hier ist die kürzeste Distanz zu den Columbretes. Und ab Montag sollte endlich der richtige Wind herrrschen, um die Columbretes und auch Menorca zu erreichen. Oropesa und der schreckliche Urlaubsort Marina D'Or sowie Nachbarort Benniscasim erkundeten wir per Fahrrad. Zwischen Oropese und Beniscasim gibt es eine totgelegte Bahntrasse, die jetzt als Rad- und Fußgängerweg ausgebaut ist. Dieser Weg heisst Via Verde geht direkt am Hafen vorbei und ist unglaublich frequentiert. Wir sind dann auch in 2 Tagen soviel Rad gefahren, dass wir Angst hatten vor Muskelkater - aber er blieb aus! Am letzten Tag radelten wir über den Via Verde in den Nachbarort, wo auffallend viele junge Leute mit Rastazöpfen und Rucksächen rumliefen. WIr hockten uns in ein Strassencafé in dem laut Bob Marley lief und tranken etwas, später entdeckten wir Plakate, auf dem für ein einwöchiges Raggae-Festival geworben wurde, es endete am Tag zuvor. Am nächten Tag ging es los zu den Columbretes. Wir waren sehr gespannt: Wie würde es sein, in einem Vulkankrater fetzumachen? Würden wir eine freie Boje finden? Wir fanden reichlich frei Bojen, es waren tatasächlich kaum Boote dort. Wir schnochelten und vertrieben uns die Zeit mit faulenzen. Tags darauf ging es weiter Richtung Balearen. Bei EInbruch der Dunkelheit hatten wir die Westküste von Mallorca erreicht, es herrschte viel Verkehr, Fähren, Fischer, Sportbooten fuhren nach Palma oder kamen daher, weiter westlich beruhigte sich die Lage, und so konnten wir den sternenklaren, mondlosen Himmel geniessen, ich habe 4 Sternschnuppen gezählt! Einer der Wünsche war es, in Menorca einen tollen Liegeplatz zu bekommen, einen von den Begehrten, direkt vor den Restaurants, und dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen! WIr liegen direkt vor dem Restaunrant 'Casa Manolo! So jetzt geh ich mal Siesta halten, die Nacht war anstrengend, und hier ist es sehr warm....

22.08.2014 - Pläne für das zweite mal

Nun sind wir wieder an der Küste mit den unendlich vielen Hochhäusern, Bettenburgen. Dem wollten wir entfliehen und sind zunächst nach Ibiza. Seltsamerweise verlaufen sich hier am Festland die Menschenmassen, zumindest scheint es leerer als auf Ibiza, und auch unterwegs sieht man seltener andere Sportboote. Formentera, eigentlich habe ich darüber nur gutes, ja sogar begeisterte Berichte gehört, aber es ist zumindest im August nicht mehr als als ein Ausweich- und Ausflugsort für die Touris auf Ibiza. Fähren und Katamarene noch und nöcher fuhren die Menschenmassen von Ibiza auf die Nachbarinsel oder direkt in die 'schönste' Ankerbucht. Unsere letzte Hoffnung: Menorca! Warum Menorca? Im Vorfeld fand ich auch diese Insel interessant, Leute die dort waren, beschrieben sie als Ruhig oder auch Langweilig, es scheint dort ehr sanfteren Tourismus zu geben, zudem haben wir folgenden Test gemacht: Es gibt auf allen Baleareninseln Buchten, in denen man nicht ankern darf. Hier wurden zum Schutz des Seegrases Ankerbojen ausgebracht, also Bojen an denen man festmacht statt selbst den Anker auszuwerfen. Diese Bojen kann man reservieren, auf Ibiza und Formentera sind diese 1 Woche im voraus ausgebucht, auf Menorca ist für den nächsten Tag noch in beiden Buchten was frei - welch ein Unterschied! Hoffentlich finden wir da unsere Traumbucht....! Nun ist es recht weit nach Menorca vom spanischen Festland, aber da haben wir die ISLOTES COLUMBRETES entdeckt, eine Vulkaninselgruppe zwwschen Mallorca und Valencia. Hier gibt es in (!) der Hauptinsel auch Ankerbojen, die man allerdings nicht reservieren kann. Deshalb müssen wir ein wenig pokern und ohne Reservierung rüberfahren. Dort wollen wir dann an der Ankerboje übernachten, bevor wir weiter wollen nach Malle. Hier haben wir das Risiko, keinen Hafenplatz zu bekommen. Auf Malle bewegen wir uns dann mit einm Tagesschlag nach Osten, um von dort nach Menorca überzusetzen, evt. auch direkt ohne Zwischstop. Dies alles geht nicht ohne Plan B, und der Wind muss stimmen.... wir werden sehen.   

Übrigens Islotes Columbretas solltet ihr mal googlen, es lohnt sich!

15.08.2014 - Zeit für Wartung und Reparatur

Während der Überfahrt von Ibiza nach Denia haben wir beschlossen 3 Tage im Hafen zu liegen, und eine Verschnaufpause einzulegen. Ihr erinnert Euch: Der Besuch war noch an Bord da war klar, morgen geht es weiter nach Ibiza, ansonsten kommen wir mindestens eine Woche nicht rüber. Unser Gott ist halt der Wind, nachdem haben wir uns zu richten. Nach der Nachtfahrt dann auf Ibiza kamen wir auch nicht zur Ruhe: zweimal hält der Anker nicht, im Hafen dann laut und viel Schwell - Urlaub stellt man sich anders vor! Jetzt hier in Denia schlafen wir richtig aus, frühstücken ausgiebig, und schauen dann was zu tun ist. Gestern habe ich am Motor einen Ölwechsel gemacht, Kraftstofffilter gewechselt und den Impeller kontrolliert. Wie lange hält so ein Ding, ich habe ihn bereits im Winter nur inspiziert, aber er zeigt keinerlei Abnutzung! Dann waren wir noch einkaufen. Heute dann haben wir die Ankerkette um eine 30m lange Ankerleine verlängert. Es war eine 'schöne Makraméarbeit' mit Takelgarn etc. Dann habe ich die Kupplung der Ankerwinsch entfettet, da sie immer öfter durchgerutscht ist. Anschließend habe ich noch das Schwimmerniveau des Aussenborders abgesenkt, damit er nicht mehr so fett läuft. Sandra hat 'so ganz nebenbei' zwei Maschinen gewaschen. Morgen gibt es noch ein paar Kleingkeiten zu tun, und nochmal einkaufen, bevor es am Sonntag weitergehen soll. Es ist also nicht alles nur Faulenzen auf so einem Törn, aber wer glaubt das schon... :-)

14.08.14 – Auf der Flucht

Nachdem der erste Kulturschock vorbei war, überraschte uns Ibiza Stadt dann doch sehr positiv. Insbesondere die Festung mit ihrer super Aussicht und das Hippie-Viertel mit seinem ganz besonderen Flair stimmte uns versöhnlich. Bei einem kühlen Getränk kamen sogar Überlegungen auf evtl. doch noch eine weitere Nacht zu bleiben, zumal uns die Konzertankündigung von Madness kurz reizte. Auf dem Weg zur anyway holte uns die Wirklichkeit jedoch wieder ein. Unmengen von Touris bewegen sich durch die Stadt, Fähren legen im Minutentakt an und ab – dadurch entsteht soviel Schwell, dass unser Steg kaum zu begehen ist, die Bewegungen an Bord sind unangenehm, es ist laut und die Arroganz der anderen Yachtis ist schon fast wieder bemerkenswert – wir wollen nur noch weg und entscheiden uns für die Fahrt zurück ans Festland, weil die Windrichtung dies als einzige Option zu lässt. Für die ca. 65sm  brauchen wir etwa 12 Std. Also früh aufstehen und los. Leider stimmt der Wind zunächst nicht mit der Vorhersage überein, so kämpfen wir uns erst mal dadurch, brauchen jedoch viel zu lange. Vielleicht sollten wir doch noch eine andere Bucht aufsuchen?  OK, nur leider sind am Cap heftig drehende Winde und danach müssten wir gegen den Wind – wir sind ratlos und entnervt und entscheiden uns dann doch wieder fürs Festland. Abdrehen, viel Wind von der Seite und hohe Wellen dazu und obwohl wir zügig unterwegs sind steuern wir Denia dann doch erst im Dunkeln an. Die Einfahrt ist schwierig, überall sind irritierende Lichter, doch dann überholt uns ein Boot und leitet uns in den Hafen. Völlig fertig fallen wir in die nächste Tapas-Bar ein (von wegen Großeinkauf). Der Tag war anstrengend, die Entscheidung jedoch die richtige. Ibiza ist bestimmt eine tolle Insel, landschaftlich sehr schön, jetzt jedoch einfach viel zu voll. Wir kommen gerne zu einer anderen Zeit noch mal wieder. Sandra     

12.08.2014 - Balearen

Nachdem wir unseren Besuch im touristischen Santa Pola bei Alicante abgesetzt hatten, hatten wir genau einen Tag und eine Nacht mit dem passenden Wind innnerhalb der nächsten Woche, um die Balearen anzusteuern. Es war ein herrlicher Tripp bei hellem Voll(?)mond, 3-4 Windstärken achterlich, erreichten wir Ibiza morgens um 7:00h. Wir fuhren in einen Bucht um dort zu ankern, keine Chance, die Bucht war so voller Yachten, dass wir nicht mehr hinpassten, also mal in der Nachbarbucht schauen. Hier ein ähnliches Bild, aber die ersten legen ab, und wir lassen den Anker fallen. Im Laufe des Tages dreht der Wind und unsere zu kurze Ankerkette für solche Tiefen rächt sich, und der Anker löst sich vom nicht optimalen Ankergrund. Wir fahren in die ander Bucht, wo es etwas flacher ist, und finden einen guten Platz, der Anker gräbt sich vorbildlich in den Sand ein. Wir schlafen, schnorcheln, lassen das Dingi zu Wasser, und alles ist gut. Nachts um 1 dreht sich abermals der Wind, und legt heftig zu, der Schwell kommt von der Seite, das kann nicht lange gut gehen. Um 2h heisst es Ankerauf, Richtung Ibiza-Stadt. Hier wollen wir in den angeblich günstigsten Hafen Ibizas (HAHA), um endlich mal richtig auszuschafen. Unterwegs entdecken wir in wirklich jeder buchtähnlichen Vertiefung der Küste ankernde Schiffe - Hier ankert man gerne! In Ibiza bekommen wir zunächst keinen Platz, dann aber im 'günstigsten' Hafen sehen wir ein Boot ablegen, schwupp haben wir einen Platz. Beim Hafenmeister trifft mich der Schlag: 173,- Euro pro Nacht, das ist etwa das 10fache von den wirklich günstigen Häfen, die wir bislang besucht haben! Jedenfalls schlafen wir jetzt mal richtig aus, und kaufen ein, bis der Kühlschrank platzt! Aber wie geht es dann weiter? Uns ist es hier einfach zu voll und auch zu teuer, ab sofort nur noch ankern? Zurück ans Festland? Ist es auf Malle besser? Direkt durch nach Korsika oder Sardinien? Die Franzosen und Italiener haben bestimmt auch alle Ferien, und überschwemmen die Badebuchten.... Wir werden zunächst hier in eine Badebucht gehen, versuchen hier was passendes zu finden, dann überlegen wir, wie wir die restlichen Augustwochen umkriegen, ohne Pleite zu gehen, und wo es möglicherweise etwas abgeschiedener ist. 

 

06.08.2014 - Besuch der Auswanderer

Der Wind in Almerimar legte sich, und so fuhren wir um 9:30h aus der Bucht in Richtung Cabo de Gata. Wir hofften auf wenig Schwell trotz der letzten zwei windigen Tage. Und tatsächlich, der Schwell war ausserhalb der Bucht nicht mehr so stark. Am Cabo de Gata bewunderten wir die unglaublichen Felsen, die dort im Wasser stehen. Direkt hinter dem Kap warfen wir den Anker in der Bucht Genovés. Diese Bucht wird in allen maritimen Reiseführern hervorgergehoben. Dann der Sprung ins kühle Nass. Kühl war etwas untertrieben, den seit seit dem Atlantik hatten wir kein so kaltes Wasser mehr. Das lag an den starken Winden der Vortage, da wird das kalte Wasser aus der Tiefe gegen das warme in Küstennähe ausgetauscht. EIn Blick auf Thermometer: 20°! Ok, dann wollen wir mal das Dingi klar machen. Wir zerren das Schlauchboot aus den Tiefen der anyway und pumpen es auf. Dann den Aussenboarder drangehangen, zieh an der Strippe, zieh an der Strippe, zieh an der Strippe... er spingt nicht an! Und dass, obwohl ich ihn zuhause noch im Eimer hab laufen lassen. Später stellt sich raus, dass der Vergaser verharzt ist. Nach einer Vergaserreinigung und mit frischem Sprit im Tank knattert er ganz manierlich, leider hat der Seilzustarter etwas gelitten, die Feder scheint ein Problem zu haben, das machen wir aber erst morgen ;-). Am nächsten Tag reparieren wir den Seilzugstarter mit sechs Händen, 3 h lang in brütender Hitze, aber es funktioniert, er tuts wieder wie am ersten Tag - Puhh! Dann setzt uns der Schrat am Strand aus, und Sandra und ich gehen zu Fuss in die Nachbarbucht. Hier wohnen seit ca. 5 Jahren Silvia, Barney und Janice. Wir sind mit Silvie verbredet, Barney und Janice sind z. Zt. in Deutschland. Nach 45Min Fusmarsch erreichen wir den Plaza von San José, wo wir verabredet sind. Alle freuen sich über das Wiedersehen! Wir trinken und essen uns durch die andalusiche Tapaslandschaft. Später stossen LIlia und Schrat dazu, die mit dem Schlauchboot direkt in den kleinen Hafen von San José kommen. Wir gehen in die letzte Tapasbar für heute und trinken noch ein, zwei Absacker bevor wir uns mit dem wackeren Gummiboot auf den 30 minütigen Heimweg begeben. Am nächsten Morgen um 6 klingelt der Wecker, es sind fast 80nm bis Cartagena, wir wollen noch im hellen ankommen. was auch nach einm wirklich schönen Tag auf dem Mittelmeer gelingt. Gute 25nm konnten wir am Wind segeln, der Rest musste leider motort werden. Gegen 20.00h machen wir in Cartagena fest. Gehen 22.00h gehen wir noch in die Stadt, ein Bummel durch die imposante Fussgängerzone mit einem dicken Eis und später ein Besuch einer Tapasbar.....

Heute morgen beim Frühstück gab es dann nur ein Thema: Die Beatrice, ein deutsches Boot, das wir seit Sines immer wieder getroffen haben, liegt südlich von uns in Garrucha im Hafen mit Pleuellagerschaden, was für ein Pech....!

02.08.2014 - Deja Vu

Donnerstagmorgen um 9:00h mache ich mich auf dem Weg zur Capitania um dort meinen Standartspruch Queremos salir! loszuwerden. Kurz darauf legen wir ab in Richtung Almerimar. Es herrscht Flaute und so motoren wir aus der Bucht. Lilia schläft noch, Sandra geht nach unten, und sagt Jungs, passt gut auf! 2 Minuten später sagt Schrat, fahr mal nach rechts, da ist 'ne Fischerfahne! Ich schaue nach vorne um die Fahne zu sehe aber nix. Ich denke, Mist, die ist so nah, dass ich sie schon nicht mehr sehen kann, schalte den Autopiloten aus, und lege das Ruder nach Steuerbord. Da macht es flupp, und es hängt schon eine Fischerfahne mit Kanister an der Windsteueranlage! Wir haben die Fahne einfach platt überfahren. Ich mache den Gang raus,wir holen ein Messer und schneiden die Leine durch, dann lasse ich die Schraube Rückwärts laufen geht gut, lasse sie vorwärts laufen, man merkt sofort, da stimmt was nicht! Also raus aus den Klamotten, Badehose und Brille an, Sprung ins klare Wasser. Ich sehe sofort, dass die Leine am Kiel vorbei direkt zur Schraube geht. Also mit Messer runter zur Schraube, die Leine abschnitten, die am Kiel vorbeiführt. Danach benötige ich noch 4 Tauchgänge, um die Schraube von der Leine zu befreien. Anschliessend fahren wir weiter, unterdessen dusche ich auf der Badeplattform das Salzwasser ab. 6h später erreischen wir unter Motor und mit teilweise dazugesetzter Genua Almerimar. Hier wollen wir 2 Tage bleiben, da die nächsten 2 Tage Starkwind angesagt ist. Von hier aus wollen wir zu einer der angeblich genialsten Ankerbuchten im Mittelmeer mit idealem Windschutz zum Ankern. Diese Bucht liegt zwischen dem Cabo de Gata und San José, dem Ort wo Barney, Sylvia und Janice vor einigen Jahren hin ausgewandert sind. Eben habe ich Sylvi angerufen, sie hat sich sehr gefreut, und wir haben ein Wiedersehen angepeilt....  

 

30.07.2014 - En el paraíso

Mittlerweile sind wir in kleinen Schlägen mit unserem Besuch bei Almunecar in der Marina Del Este gelandet. Das liegt zwischen Malaga und Almeria. Dieser Hafen ist echt etwas besonderes, er liegt in einer Bucht, in einer gebirgigen Küstenladschaft, Richtig hohe bewachsene Berge ragen bis ans Wasser, darauf vertreut einige Häuschen. In dieser Bucht nun ragt ein kleiner Berg aus dem Wasser, also eine Insel. Diese Insel haben die Erbauer des Hafens mit in die Kaimauer intergriert. Am Berg selbst, der hier ausläuft finden sich weisse Häuser mit Ferienwohnungen und Restaurantes. Wir z.B. liegen mit der anyway direkt vor einer Pizzaria. Zugegeben, es ist recht Touristisch hier, aber dennoch sehr schön, und es ist eine tolle Abwechselung zu den sonstigen, doch ehr hässlichen Hochhäusern entlang der flacheren Küste.

28.07.2014 - Schreibfaul...

Beim Anlegen in Gibraltar stellten wir fest, das 2 bekannte Schiffe an unserm Steg lagen, die wir schon aus Sines kannten: Beatrice und INVIRI (siehe auch www.inviri.de), die allgemeine Freude war gross! Am nächsten Tag machen wir uns auf Richtung Gibraltar, die Kinder wollen Affen sehen, die Erwachsenen Schnaps kaufen, also trennen sich unsrere Wege, die Kids auf den Berg,wir in die Fußgängerzone. Später treffen wir uns wieder und essen zusammen. Am nächsten Tag legen wir ab nach Estepona. Vorher tanken wir noch steuerfrei in Gibraltar für 0,64€ je Liter - Preise wie 1970! Der Weg nach Estepona war zunächst recht stürmisch, als wir aber die Bucht von Gibraltar verlassen haben, beruhigt sich der Wind nach und nach, so dass wir eine Stunde später optimales Segelwetter haben. In Estepona lernt anyway ihre erste Murringleine kennen. Unter recht heftigem Seitenwind fahre ich das Boot an seinen zugewiesenen Platz, und soll dort festgemacht werden. Leider ist die Muringleine irgendwie defekt und viel zu kurz, worauf wir einen Platz aufrücken, und dort problemlos festzumachen. Nach einiger Überlegung sind wir uns einig, den nächsten Tag auch in Estepona zu verbringen, und die Kinder mit dem Bus zum Flughafen zu bringen. Gesagt getan, am nächsten Tag geht es nach einem letzten Strandbesuch für Jana und Felix mit dem Bus nach Marbella, dort setzen wir die beiden in eine Shuttlebus nach Malaga, wo sie auch ihren Flug erreichen. Am nächstern Tag dann, machen wir uns mit anyway auf Richtung Benalmadena, ankern über Nacht in einer Badebucht mit jede Menge planschen, am nächsten Mittag fahren wir dann in den Hafen von Benalmadena, wo wir unseren nächsten Besuch Schrat und Tochter Lilia erwarten. Die beiden kennen die Temperatur schon von zu Hause, sind also sofort aklimatisiert :-). Am heutigen Tag sind wir dann mit Badestop in dem untouristichen Städchen Caleta in den Hafen gefahren.

23.07.2014 – Die Reise ins Mittelmeer an einem schwarzen Tag

Der Wetterbericht sieht nicht schlecht aus, als wir am Morgen in Barbate starten. Wind 3 Bft, leider ziemlich gegenan, später dann in der Straße von Gibraltar 4 Bft. Es soll durch die Straße von Gibraltar nach Gibraltar gehen. Sandra und ich legen wie schon öfters ohne Frühstück ab, die Kinder stehen auf, wenn sie Lust dazu haben. Dann gibt es Frühstück. Es gibt kaum Wind, und so läuft der Motor ruhig mit der neuen Einspritzdüse. Zum Ende des Frühstücks stellt sich Wind ein. Wir setzen Segel, und ändern den Kurs geringfügig, und segeln mit 4,5 Knoten an der Küste lang, langsam nähert sich das amerikanische Segelboot unter Motor, die Amis winken als sie überholen. Eine Stunde später haben wir 4 Bft, und anyway wühlt sich durch die Wellen. Noch eine Stunde später sind es 5 Bft, und es steigert sich noch auf 6 Bft, als wir uns Tarifa nähern. Da wir nur schwer Kurs halten können, und durch das Kreuzen wichtige Zeit verlieren befürchte ich, dass wir den Strom nach Gibraltar verpassen. Deshalb überlegen wir in Tarifa einzulaufen. PENG! Reißt eine Fockschot, also eine Wende gefahren, und die gekürzte Schot wieder angeknotet – Ein Eiertanz auf dem Vordeck bei 6 Bft, aber wir nähern uns Tarifa. Da wir nicht mit solch einem Wetter gerechnet hatten, haben wir den Gennaker (Leichtwindsegel mit 100qm) noch auf dem Vordeck montiert, wollten wir doch eigentlich längst mal abgebaut haben..... Plötzlich fängt der Gennaker an sich teilweise auszurollen, das Schiff ist kaum noch kontrollierbar, ich klettere nach vorne, habe aber keine Möglichkeit einzugreifen, und es fehlt die zündende Idee. PENG! Reißt das Spifall, an dem das riesige Segel oben am Mast befestigt ist. Das Segel fällt ins Wasser, Sandra macht Geistesgegenwärtig sofort den Leerlauf rein. Da wir die anderen Segel vorher geborgen hatten treiben wir nun in der Bucht von Tarifa. Wir versuchen den Gennaker mit vereinten Kräften ins Boot zu ziehen, was nur etwa halb gelingt. Wir haben Angst, dass es in der Schraube hängt, und wir deshalb den Motor nicht nutzen können. Nach einigen Minuten beschließen wir über Funk jemanden zu suchen, der uns in den Hafen schleppt, für den Fall, dass das Segel tatsächlich die Schraube blockiert. Frustrierender Weise antwortet zunächst NIEMAND auf unsere Hilferufe. Nach 10 Minuten haben wir aber jemanden mit offenem Ohr. Ja, wir werden Hilfe bekommen, wenn wir sie brauchen. Während der ganzen Funkereien kommt mir die Idee nachzuschauen, so gut es geht, ohne das Boot wirklich zu verlassen, ob die Schraube frei ist. Badehose an, Tauscherbrille an, Badeleiter ausgeklappt. Ich gehe ein letztes mal im Atlantik ins Wasser. Halte mich an Badeleiter und Badeplattform fest und gucke unter Wasser was Sache ist. Wegen des Stroms und der Wellen ist ein richtiges Tauchen nicht gerade ratsam! Beim 3. Tauchgang verstehe ich erst was ich sehe: Segel und Tau haben sich um den Saildrive gewickelt, ob die Schraube betroffen ist, kann ich nicht ausmachen. Wir beschließen das Tau zu kappen, und am Segel zu ziehen, um das ganze unter dem Boot hervorzuholen. Gesagt getan, es klappt, HURRAH! Dann fahren wir unter Motor nach Tarifa in den Hafen, um direkt wieder raus zu fahren, da uns eine riesige Katamaranfähre nebst Lotsenboot entgegen kommt. Später dann im Hafen stellen wir fest, es ist nur ein Fischerhafen, und man will uns hier nicht haben. Die Amerikaner haben auch schon den letzten für Yachten geeigneten Platz in Beschlag L WAS NUN?? Laut diversen Unterlagen reißt der Strom in Richtung Gibraltar in den nächsten 30 Minuten ab. Wenn der Strom mit 3,5 Knoten gegen uns setzt, der Wind schon gegen uns ist, wie soll das denn gehen?? OK, wir wagen es: Der Yanmar-Diesel läuft auf Hochtouren, und der Wind lässt nach, und der Strom hält weiter unserer Richtung. Wir fahren mit knapp 10 Knoten über Grund Richtung Gibraltar, brauchen statt der veranschlagten 3h nur 1,5h bis vor den Hafen. Hier dann das selbe Drama, unsere Funkerei interessiert keinen, obwohl man sich auf jeden Fall anmelden muss (Flughafen-Landebahn nebenan). Also einfach rein in den Hafen, doch da antwortet doch jemand. Er sagt, es sei kein Platz für uns im Hafen. Ich bedanke mich resigniert. WAS NUN?? Da meldet er sich noch mal über Funk, und sagt: Fragt mal bei La Linea! Wir fragen über Funk, zunächst keine Antwort (wer hätte es nicht geahnt?), dann eine Antwort, ja klar, macht an der Tankstelle fest, und kommt mit Papieren ins Büro. Aber wo ist der Hafen überhaupt? Diese Frage zu klären dauert ca. 5 Minuten: Er liegt direkt an der Grenze zu Gibraltar in Spanien. Wir fahren rein machen an der Tankstelle fest. Das Büro ist nicht besetzt und abgeschlossen. Ich habe es langsam satt, und schaue durch die Fenster ins Büro und sehe jemanden rauchend an der Hintertüre stehen. Ich gehe ums Gebäude, und treffe auf drei gelangweilte Marinäros. Sie schließen auf, ich muss die üblichen Formulare ausfüllen, in denen nur die Frage nach der Schuhgröße fehlt. Ich gebe als nächsten Zielhafen ‚Greece’ an, und grinse mir einen. Nachdem ich für die Zugangskarte 10,- € Pfand hinterlegt habe können wir endlich an unseren endgültigen Steg! Wir sind überglücklich, das der Segeltag beendet ist, treffen auf zwei aus Sines bekannte Schiffe – HURRAH! Und dann kommt der letzte Streich des schwarzen Tages: Jana will Duschen gehen, und versenkt die Zugangskarte (10,-) im Mittelmeer.....

Sandra:

Der Tag war echt heftig. So als wollte uns der so wohlgesonnene Atlantik nicht gehen lassen. Die Kids waren super! Sie wurden nicht hysterisch, haben sich unters Deck verzogen und bei der Gennakerbergung aktiv von unten geholfen. Gut gemacht!

Kinder:

Der Tag war echt dramatisch! Hohe Wellen, das salzig kalte Wasser spritzt uns über den Kopf und eine Schräglage bei der man fast an den Wänden hätte laufen können. Es begann, etwas komisch zu werden, als Sandra uns bat, die Schwimmwesten anzulegen. Wir machten uns zunächst darüber lustig: „ Boah, das ist ja total übertrieben!“ Als dann noch die Live-Belts dazu kamen, kam uns in den Sinn, dass diese Idee vielleicht doch gar nicht so blöd war.

So hingen wir da also, angekettet, bei absoluter Schräglage und peitschendem Wasser. Die umherfliegenden Leinen und das wie von Geisterhand ausgerollte Segel, gab uns den Rest. Wir verdrückten uns in unsere Kabine, in der nichts mehr so war wie vor dem Aufbruch. Die Matratzen hingen an den Wänden und die Taschen waren ausgekippt darüber. Völlig erschöpft lagen wir unten und lauschten den klatschenden Wellen, dem heulenden Wind und dem Geschrei von Sandra und Berthold. Dann ein Schrei – „JANA UND FELIX! NEHMT DAS SEGEL AN! ZIEHT!“

Gesagt, getan! Wir rannten nach vorne und zogen das Segel durchs Fenster. Da das Boot unaufhörlich versuchte, das Segel an sich zu reißen, mussten wir das Segel eine Stunde lang festhalten. Jana durfte zwischenzeitlich mal das Steuer übernehmen, während Felix treu unten in der schaukelnden Kabine saß und sich nicht einmal von der wachsenden Übelkeit aufhalten ließ. Doch zum Glück hat so ein Tag auch irgendwann mal ein Ende.

 

 

20.07.2014 - Touiristische Ziele

In Mazagón legten wir einen Hafentag ein. Wir gingen zum Strand und ließen uns die Sonne auf den Pelz brennen, liessen uns von der Strömung im angenehm warmen Atlantik vertreiben. Als wir davon genug hatten, gingen wir in die Stadt in eine Tapasbar. Englisch spricht hier keiner, also mussten wir uns wohl in spanisch verständigen, was gar nicht sooo einfach war, weil die Andalusier viele Silben und auch ganze Worte verschlucken.... Aber es war wieder mal ein gutes Sprachtaining, dass wir gut gebrauchen können. Am nächsten Tag legen wir ab um Chipiona zu erreichen. Keiner von uns hatte je von diesem wunderbaren Ort gehöhrt.Wir hatten einen fantastischen Segeltag hoch am Wind, und kamen recht früh am Nachmittag bei Niedrigwasser an. Wir setzten aber leider im weichen Matsch in der Hafeneinfahrt auf, also schnell wieder rückwärts raus, und vor der Hafenmauer geankert. Um auf Hochwasser zu warten, nutzen wir die Zeit etwas zu essen, und ein paar coole Sprünge ins Wasser. 2h später gut informiert aus einem 30 Jahre altem Buch, wo die Untiefen in diesem Hafen zu finden sind, klappt die Einfahrt problemlos! Im Hafenmeisterbüro ist man sehr traurig, dass man keinen Platz für uns hat. Doch was soll's, verbringen wir die Nacht an der 'Muelle de Espera', am Ponton vor dem Büro, der eigentlich dem ankommenden dient, um sich im Hafenmeisterbüro anzumelden. Abends geht es am Strand entlang in Stadt. Chipiona ist eine Stadt, wo die Spanier Urlaub machen, es ist Freitagabend. Am Strand, auf der Promennade und in der Stadt sind ALLE auf den Beinen! WIr schmeissen uns ins Getümmel, feilschen an Nippesständen, und erzählen den erstaunten Verkäufern dass wir mit dem Boot aus dem fernen Alemania kommen. Zwischenzeitlich lassen wir 60,-€ in einer Tapasbar - es ist ein toller Abend, die Kids gehen nochmal an den Strand um tolle Fotos bei letztem Sonnenlicht zu machen.

Auf geht es am nächsten Tag nach Cadiz! Eine Stadt, auf die ich sehr gespannt bin, die keiner von uns je besucht hat. Wir werden nicht enttäuscht, nachdem wir angelegt haben, gehen wir in die wunderschöne Altstadt, schlendern staunend durch die Gassen, und nehmen ein paar Drinks in zwei Bars, Churros dazu, hm lecker! Dann müssen wir noch den dringend fälligen (lästigen) Einkauf tätigen, im Taxi geht es voll bepackt zurück zum Schiff. Hier lassen wir dann mit Gitarre und einem Glas Weiswein den Tag ausklingen. Heute geht es aber nochmal in die engen Gassen von Cadiz, und heute geht die Kamera mit..... Hasta luego!

17.07.2014 - Besuch aus der Heimat

Nach längerer Zeit gibt es endlich wieder einmal die Möglichkeit, die neuesten Berichte ins Internet zu setzen. Seit ein paar Tagen sind wir zu viert an Bord, Jana und Felix kommen uns 11 Tage besuchen, hier ihr Bericht über die bisherige Zeit mit uns:  

17.07.2014 : Zeitverschiebung gleich Zeitmaschine ?

Als wir am Montag, den 14.07 im sonnigen Faro ankamen, staunten wir nicht schlecht. Denn das regnerische und trübe Wetter, was wir gewohnt waren, schien verschwunden zu sein. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug klebten unsere langen Hosen bereits an unseren Beinen. Am Gepäckband grübelten wir dann, wer uns wohl empfangen würde. Wohlmöglich ein Taxifahrer, der ein beschriebenes Schild hochhalten würde, auf dem der Schriftzug „FELIX UND JANA“ zu lesen ist ? Oder tatsächlich doch Berthold und Sandra höchstpersönlich?

Gespannt machten wir uns auf den Weg und konnten es kaum glauben, als beides zutraf (Leider ohne lustiges Schild).

Der Taxifahrer brachte uns zu einem Supermarkt, wo wir Wasser kaufen konnten und etwas Sekt, um auf den Urlaub anzustoßen.

Wir stellten außerdem fest, dass wir nun eine Stunde in der Vergangenheit leben.

Im Hafen Albufeira angekommen, gab es dann ein großes Wiedersehen mit der „anyway“.

Was konnte nun schon schief gehen ? Deutschland ist Weltmeister, wir sind im sonnigen Portugal angekommen und es gibt einen großen Strand!

Nachdem geklärt war, wer wo schläft, zogen wir uns die Badesachen an und liefen voller Vorfreude zum Strand! Dazu mussten wir durch ein kleines Dörfchen laufen und eine hohe Klippe bezwingen. Diese Aufgabe meisterten wir mit Hilfe moderner Technik (einem Aufzug).

Der Strand war ganz besonders schön, leider gab es allerdings keinen Schatten, bis auf den viereckigen, den der gigantische Aufzug warf.

Also sonnten wir uns und liefen mehr oder weniger schnell ins kühle Nass. Berthold und Sandra hatten da etwas weniger scheu vor dem „kalten“ Wasser. Felix und Berthold entdeckten am Rand eine Klippe und wir versuchten uns als Klippenspringer.

 

Am nächsten Tag mussten wir uns damit abfinden, dass früh aufstehen zum Segelalltag dazu gehört. Es sollte nach Ayamonte gehen. Auf halber Strecke merkten wir, dass wir eine Stunde zu spät waren, sodass wir das Hochwasser verpassten und nicht mehr in den Hafen fahren konnten. Also drehten wir um, ankerten in einer Bucht und machten eine Schwimmpause. Es gab Kekse und Waffeln, es wurden Filme über und unter dem Wasser gedreht und die Springerei vom Vortag wurde fortgesetzt. Abends machten wir dann in Vilamoura fest und schlenderten durch den riesigen Touristenhafen mit über Tausend Schiffen und auffallend vielen Engländern. Zum Abschluss des Tages brachten wir dann noch die Klampfe zum Glühen und vergnügten uns mit absurden Videos.

Am darauf folgenden Tag, hatten wir eine überaus lange Tour, bis nach Spanien, vor uns. Es sollte über zehn Stunden dauern und das direkt am dritten Tag! Sandra und Berthold standen dafür extra früh auf und fuhren schon vor dem Frühstück los.

Der Tag bestand aus mehreren Spielen, die wir zum Zeitvertreib nutzten. „Was bin ich?“ und „Was würdest du lieber?“

Manchmal ging es auch einfach nur darum, den besten Schattenplatz an Bord zu finden und sich dort so lange wie möglich aufzuhalten oder einfach nur zu schlafen. In Spanien waren wir dann auch endlich wieder zurück in der Zukunft.

 Als wir dann spät Abends in Mazagón ankamen, fuhren fast alle Boote gerade aus dem Hafen raus, und schauten uns an, als wären wir von einem anderen Planeten. Sie wurden begleitet von regelmäßig ertönenden Feuerwerkskörpern, deren Aufgabe es anscheinend war, unglaublich viel Krach zu machen. Im Hintergrund war laute und dramatische Musik zu hören und das gesamte Dorf lief einer Puppe hinterher, die von vier Männern getragen wurde. Es handelte sich wohl um eine Marienverehrung, oder, wenn man Janas Spanischkenntnissen traut, um eine Schaumparty.

Von Hunger geplagt, machten wir uns gar nicht erst auf die Suche nach einem Restaurant, da das gesamte Dorf ja in festlicher Montur in unserem Hafen versammelt war. Es gab also notdürftige Gulaschsuppe mit Brot und Wein, der nach Hafenbecken schmeckt.

 

10.07.2014 - Das Mittelmeer rückt in greifbare Nähe!

Eigentlich wollten wir Dienstag weiter fahren zur Algarve, Lagos war das Ziel. Montag war optimales Wetter, WIndstärke und Richtung waren perfekt. Zwei deutsche Boote machen sich auch auf den Weg. Wir wollen aber noch einen Tag entspannen, und Sines kennenlernen, Wäsche waschen.... Aber der Wetterbericht sagt für Dienstag ziemlich heftige Winde voraus, die Richtung allerdings würde stimmen. Mittwoch war ehr ein Flautentag, was tuen? WIr beschliessen mit zwei anderen Booten am Mittwoch zu fahren, ich darf mir einen Ford-Diesel im Nachbarschiff anhöhren und den Ventildeckel abschrauben. Der Motor lief mit viel zu wenig Öl, und Skipper Jakob hat Angst, dass der Motor einen Schaden hat. Was jedoch kaum der Fall ist. Danach: Wir gehen im nahegelegenem Dorf spazieren, an der Strandpromenade, und schlecken ein Eis mit anderen deutschen Seglern in der Strandbar. Abends ist dann das Halbfinalspiel. Eine Crew zieht ins Dorf, den Grossbildschirm suchen, eine andere Crew hat TV an Bord. Zur Halbzeit steht es 5:0 für Deutschland, wir können es kaum glauben. Am nächsten morgen klingelt der Wecker um 6:00h Ortszeit. Wir springen in die 'Strampelhose' (Segelhosen haben einen Latz) und legen ab. Die Beatrice ist gerade auch schon los, und auch auf dem Nachbarschiff brennt schon Licht. Dieses Schiff haben wir dann leider nicht mehr gesehen, Schiff Beatrice hat uns die ganze Zeit begleitet, Bog dann aber nach Lagos ab, während wir, wie Tags zuvor abgesprochen 5nm weiter nach Portimao fuhren. Hier an der Algarve ist es unglaublich heiss, kaum Wind, wenig Welle, es war nach dem Cabo de Sao Vincente Barfusssegeln nur in kurzer Hose ein kleiner Vorgeschmack aufs Mittelmeer - YEAH!

 

07.07.2014 – Treffen der deutschen Segler in Sines

Der Weg nach Sines begann mit Regen und Nebel, und die Frau im Hafenmeisterbüro in Sesimbra konnte kaum glauben dass wir bei so einem Wetter starten wollen. Aber wir haben dann noch einen schönen Segeltag am Wind, der Regen hört über dem Wasser schnell auf. Nachdem wir in Sines angekommen sind, stellte sich schnell heraus, dass es 5 weitere Schiffe mit deutscher Flagge im Hafen gab. Einige kannten wir schon aus Lisabon. Es wurde ein netter Austausch von bereits gelesenen Büchern, Wetterdaten und Prognosen, „Wo ist der nächste Supermarkt“, und, wie Sandra sagt, Männergesprächen (technische Gespräche halt). Wir lassen hier bei einem Hafentag die marinaeigene Waschmaschine rennen, und gehen gleich mal zu LIDL (ja genau), später sicher auch noch mal zum nahegelegenen Strand. Uns geht es Prima mit dem ‚Zigeunerleben’ und es ist deutlich zu spüren, wie der Alltag mehr und mehr abfällt.

 

04.07.2014 - Sesimbra, Urlaub vom Urlaub

Nachdem wir in Lissabon eine Stipvisite gemacht haben, wird es Zeit weiter zu fahren, die Großstadt ist auf Dauer nix für uns. Es war eine Überlegung direkt nach Sines zu fahren, oder aber den kürzeren Schlag zu wählen um zunächst nach Sesimbar oder auch Setúbal zu segeln. Laut REEDS, 'The Yachtman's Bible' ist Sesimbars Hafen gerne überfüllt und der in Setúbal noch viel lieber. Wir versuchen es einfach, und hoffen es gibt ein freies Plätzchen ;-). Was allerdings nicht im REEDS steht, das in Sesimbars Hafen Nachmittags grundsätzlich heftige Böen vorherschen, die das Anlegen gerne in ein Chaos verwandeln lassen können. Eine temporäre Wettererscheinung, wahrscheinlich hervorgerufen durch die See- Landwindbewegung, verschärft durch das Gebirge, das bis ans Wasser reicht. Wir haben es dann geschafft im driiten Anlauf im engen Hafen rückwärts (!) ohne Fremdberührung am Steg anzulegen. Zur Belohnung gab es einen kleinen Anleger (Weisswein aus dem Tetrapack), und von der Dame im Büro einen Begrüssungskorb mit Ziegenkäse aus der Region, einer kleinen Flasche Vinho Tinto sowie einer kleinen Flasche Mineralwasser! Später sind wir dann in den Ort gelaufen: Weisse Strände, viele junge Leute, eine Strandpromenade - uups, sind wir im Urlaub? Jedenfalls gehen wir heute mal sonnenbaden und im Atlantik schwimmen, hoffentlich ist er hier wenigstens etwas wärmer als beim letzten mal in Nordportugal.

 

02.07.14 - Lissabon, nicht Rio!

Sonntagmorgens um 6:00h (5:00h Ortszeit) stehen wir auf. Wir haben kaum geschlafen in Povoa de Varzim. Das Fest, ihr erinnert euch? Nicht dass wir gross mitgefeiert hätten, denn das ganze war eine Mischung aus Schützenfest und privatem Sardinen grillen mit den Nachbarn vor der eigenen Haustür - das war nix für uns. Der Schlaf fiel der Kirmes am anderen Ende der Bucht zum Opfer, sehr laute Musik mit noch lauteren Moderationen hielten uns vom schlafen ab. Wir legten so früh ab, weil wir eine lange Strecke geplant hatten: 190nm, direkt durch nach Lissabon. Dies würde, wenn es nicht so gut lief 2 Tage und 1 Nacht dauern. Es lief dann aber recht gut, so gut, dass wir mitten in der Nacht am Kap bei Peniche waren. Hier waren wir im Dunkeln mit der Küstennavigation überfordert. Es gibt dort zwei vorgelagerte Felsen, zwischen ihnen und dem Land wollten wir durch. Allerdings gab es einen neuen Geflügelpark, der in keiner der 3 Seekarten verzeichnet war. Würde also eine Durchfahrt möglich sein? Zudem gab es ein paar Tonnen, die wir nicht in der Seekarte fanden, es war Haarsträubend. So entschlossen wir uns die beiden Felsbrocken mit zu umrunden, um hier nicht in eine Falle zu tappen, was uns etwa eine Stunde Zeit kostete. Gegen 16:00h liefen wir dann in Lissabon ein. Wir sind in einem Hafen unweit der Brücke. Im unteren Teil der Brücke donnern Züge über die Bucht, im oberen Teil sind Autos unterwegs. Da die linke Spur in beide Fahrtrichtungen ein Gitterrost ist, summen die Reifen sehr laut, zudem gibt es hier regen Flugverkehr - Ob das Fest in Povoa de Varzim wirklich so schlecht war??? Gestern haben wir dann ausgeschlafen, den Lazyjack repariert (gerissen), und einen Elektrikfehler behoben. Heute haben wir eine Stadtrundfahrt, und einen Stadtbummel gemacht. Schon eine interessante Stadt, obwohl, wir ziehen die Ruhe und das Landleben vor!

Ihr habt es sicher schon gesehen: Mittlerweile funktioniert der Positionsreport! Ihr braucht bloss den link auf der Startseite 'HOME' anzuklicken, und schon seht ihr wo wir sind, oder eben noch waren. Diesen Positionsreport kann ich auch per KW-Funkgerät unabhängig vom Internet erstellen, ist also aktueller, als diese ausführlicheren Berichte.

 

26.06.14 - PORTUGAL!

Ein langer Schlag nach Vigo, führte uns dann zum Schluss ein gutes Stück den Fluss hinauf, bis wir in einem Vorort von Vigo festmachen. Die Fahrt in der breiten Flussmündung in der Abenddämmerung ist ein wenig mystisch, einige Strände mit vereinzelt ankenden Segelyachten davor. sanfte Hügel mit daran klebenden Häusern, kaum vorstellbar, dass dies auch Spnien ist. Der Hafen dann, liegt allerdings in einem Industriegebiet, und es ist wenig verlockend länger als nötig zu verweilen. Nach einer kalten Dusche (no hay agua caliente!) am Morgen bezahle und beschwere ich mich im Hafenmeisterbüro. Man gelobt Besserung - was habe ich davon? WIr dampfen in die Achterspring ein, und legen gegen den Wind Richtung Süden ab. Es wird wieder ein langer Tag bis wir in Povoa de Varzim gegen 21:00h festmachen. Die Einfahrt ist tricki und wir sehen uns schon in der Hafen-Einfahrt stranden, aber alles läuft glatt. Wir sind im absoluten Fahrtenseglerhafen gelandet, kaum ein Schiff hier ist Portugisisch, viele Engländer, neben uns ein Schweizer. Dann gehen wir mal den Ort erkunden: Ist es tatsächlich die selbe Halbinsel (Iberia)? Die Menschen sehen ähnlich aus, aber es ist definitiv total anders als in Spanien! Ich hatte das so krass nicht erwartet, und es ist ja auch schon fast 24 Jahre her, dass ich in Portugal war.... Am Samstag steigt hier ein grosses Fest, und es fast überflüssig zu erwähnen, dass wir wohl bis Sonntag hierbleiben, oder? ;-)

 

23.06.14 – Klock, da ist die Lichtmaschine abgefallen.

Gestern sind wir von La Coruna aus nach Muxia gefahren. Ein schöner Tag auf See. Bei der Anfahrt des Hafens machte es dann Klock, und es hörte sich sehr seltsam an aus dem Motorraum. Ein Blick genügte, um meine Ahnung zu bestätigen: Die 2. Lichtmaschine war einen Vibrationsschaden zum Opfer gefallen, und lag nun vor dem Motor und schliff an der Riemenscheibe. Ich signalisierte Sandra, sie solle weiterfahren, denn den Motor bei der Einfahrt zum Hafen auszustellen macht wenig Sinn. Der Hafen ist ein Geheimtip und dementsprechend sind wir das 3. Schiff überhaupt im Hafen. Ein 4. läuft wenig später ein. Wir trinken einen Anleger und ich trainiere meine Spanischkenntnisse mit dem Hafenmeister und seiner Frau, später gehen wir essen – Wahnsinn, für 30,- Euro bekommen wir das bislang beste Essen des Trips, und sind ziemlich bedüdelt, als wir am Schiff zurück sind. Nach etwa 11h Schlaf baue ich die 2. Lima aus, und schliesse die andere Lima über ein Trennrelais an. Die Kleine muss jetzt alle Batterien laden. Ich vermute, das die 2. Lima gar nicht benötigt wird, denn über die Solarzellen kommt soviel Strom rein, dass wir schon autonom sind, dabei ist der Windgenerator noch gar nicht montiert....

PS: Muxia ist ein tolles Dorf!

 

20.06.2014 - 4 Tage, 3 Nächte, 448nm ohne Skorbut und ohne Seekrankheit

Dienstagmorgen um 8 öffnet die Tankstelle am Yachthafen nebenan. Also um 6:30 aufgestanden, schnell gefrühstückt und rüber gefahren. Wir legen an, während der Tankwart eintrifft. Er erklärt mir, dass er nur 'Roten Diesel' verkauft, er mich darauf hinweist, weil auf dem Kontinent 'Roter Diesel' im Tank Ärger mit dem Zoll bringen kann. Dabei verstehe ich mich doch mit dem Zoll so gut (siehe Oostende!). Dann fragt er, ob unser Boot ein Heizung hätte, 'YES' antworte ich. Dann kann er mir ein verlockendes Angebot machen, er verkauft mir den 'Red Diesel' 20 Pennys je Liter billiger, wenn ich unterschreibe, dass ich 40% zum Heizen benötige, ich lasse mich auf den Schwindel ein! Dann fahren wir los. Viel Wind in der Bucht von Falmouth bringt uns schnell raus auf die Nordsee. Wir kommen gut voran, bis dann am frühen Abend der Wind einschläft. Wir motoren durch die Nacht. Am nächsten Morgen mit den ersten Sonnenstrahlen stelle ich den Motor ab, ziehe das Vorsegel heraus und wir segeln weiter. Später versuchen wir es mit dem Gennaker, doch dafür hat es dann plötzlich zuviel WInd, die üblichen Spielchen halt. gegen Abend wird der Wind und die Wellen milder, und so fahren wir zum ersten mal unter sternenklarem Himmel unter Segeln durch den Atlantik, sehr schön. Tagsüber haben wir dann immer weider Besuch von Delphinen. Die lustigen Kerle springen ums Boot rum und schwimmen in der Bugwelle. Abends steigt Windstärke und Wellenhöhe weiter an. Ich sitze im Cockpit, und beobachte die heranrollenden Brecher. Ich überlege, ob das ganze eine gute Idee ist... So kommt die Nacht über uns uns und wir fahren weiter Richtung Süden. Im Boot kann man kaum schlafen, es fühlt sich ähnlich an, wie in einer Achterbahn. Trotzdem halten beide Crewmitglieder tapfer durch, und wechseln sich bei der Wache ab. Sandra hat das Vergnügen noch mehr Delphine als Begleitung zu haben! Nach Sonnenaufgang dann vor der N/W-Küste Spaniens entdecke ich blau/oranges Motorboot, dass ein gelbes Warnlicht führt, es hält genau in meiner Fahrtrichtung an. Ich denke nur: ZOLL, RED DIESEL, Dummgelaufen!!!!! Aber es sind nur neugierige Lotsen, die sich auch schon wieder auf den Weg machen. Da mittlerweile der Wind wieder eingeschlafen ist, motoren wir die letzten 35 Meilen nach La Coruna. Heute steigt hier übrigens eine grosse Party (na klar, wo sonst?), aber wir gehen heute doch lieber mal früh ins Bett!

 

15.06.2014 - Wo wir sind, ist PARTY!

Von Weymouth ging es weiter Richtung Brixham. Ein verschlafener Touriort, ein Frisör lockt mit seiner Werbung, Sandra meint aber, sowas steht mir nicht (siehe Foto). Auf dem Weg dorthin backt Sandra ihr erstes Brot an Bord - Applaus!!! Dann am nächsten Tag nach Plymouth, eine wirklich grosse Stadt. Zunächst müssen wir uns wieder einmal durch ein riesiges Vorbecken kämpfen, den es war sonniger Samstag, alles was schwimmt war unterwegs. Dann in den Hafen, der die nötige Tiefe für anyway hat: Mayflower Marina. Zunächst hielt ich das für einen blöden Gag, aber als ich dann noch die 'Pilgrim'-Eisdiele entdeckte, glaubte ich mich zu erinnern, dass von hier aus die Pilgrimfathers mit ihrer Mayflower zur Boston-Teeparty losfuhren.... Jedenfalls fuhren wir mit dem Bus in die City. In der Altstadt war ein grosses Fest, zudem hatte England offenbar ein WM-Spiel, viele waren verkleidet, als wäre Karneval. Außerdem erfuhren wir, das hier 'the english riviera' ist. Heute morgen ging es dann nach Falmouth, in Cornwall (Rosamunde, ik hör Dir trappsen). Hier soll unser Absprunghafen über die Biskaya nach Nordwestspanien sein! Eigentlich wollten wir hier auf günstiges Wetter, milde Winde aus Nord warten. Dieses Wetter ist allerdings schon vor uns da! Laut Vorhersage soll das auch noch mind. eine Woche so bleiben, deshalb brauchen wir also nicht zu warten. Nichts desto trotz, werden wir erst übermorgen starten, denn für dieses Abenteuer wollen wir ausgeschlafen sein.

 

 

12.06.2014 - Hafentag in Weymouth

Entgegen Ankes Mutmaßung im Gästebuch wir wären schon in Cornwall, haben wir einen Gang runter geschaltet, und geniessen das schöne Wetter in Südengland an Land, wir haben doch Urlaub! Weymouth ist eine echte englische Küstenstadt mit Seeefahrerhistorie, aber auch Strand und typischen englischen kleinen Hotels. Morgen soll es dann nach Brixham gehen - immer noch Devon und nicht Cornwall.... spätestens Sonntag sind wir dann aber im Rosamunde Pilcher Ländle, bestimmt! Der Positionsreport tut es immer noch nicht, ich bin ratlos, hoffe aber bis zur Abreise in die Bikaya die Sache im Griff zu haben.

 

10.06.2014 (23:37h) - Durch den Solent nach Pool

Nachdem wir Anke um 10:06h in den Bus nach Southampten gesetzt haben, gehen wir noch in die City von Gosport um in einem Supermarkt einzukaufen. Gosport ist eine interessante Stadt, vor allem das Quai mit Blick über das Wasser nach Portsmouth ist sehr schön. Es wirkt schon ein wenig mediteran... Gegen 12:30 legen wir ab, um durch den Solent nach Pool zu segeln. Leider habe ich mich etwas mit der Planung vertan, es ist deutlich weiter als erwartet. Hinzu kommt, dass der Wind wieder einmal genau von vorne kommt, aber endlich mal genug um anständig zu kreuzen. Wo dann der Solent in den 'Needle-Channel' mündet, ist durch den Strom die Hölle los, gegenanseglen fast unmöglich, man kommt kaum vorwärts. Also motoren wir zu den Needles. Eine der berümtesten Segelecken Englands, naja. Dahinter müssen wir rechts abbiegen, und der Strom macht auch nicht mehr solche Faxen, also können wir 2,5h hoch am Wind Pool entgegen segeln - Herrlich! Pool liegt an einem 'See', der mit dem Meer verbunden ist. Da muss man dann erst mal hinkommen. DIe Fahrrinne ist betonnt, und links und rechts sind nur Boote, Boote und nochmals Boote, an Stegen und an Bojen. Dahinter teilweis alte, teilweise neue interessante Bauten. Es wirkt überhaupt nicht so, als wäre man in England, wir waren fasziniert. Gegen 22:30h haben wir nach 47 nm Pool erreicht, und schliessen diesen Tag durch ein grottiges Anlegemanöver unter ziemlich heftigen Seitenwind ab. Anke hat inzwischen geSMSt, Ihr Flug wurde wegen des 'Thunderstorms' abgesagt - Pech! Übrigens: Mitsegler gesucht für die Biskaya, sicher ein einmaliges Erlebnis!

 

 

10.06.2014 (1:10h) - In der Wiege des Segelsports

In Brighton gibt es eine unglaublich grosse Marina, allerdings ist die Wssertiefe an der Einfahrt bei Niedrigwasser nur 2 Meter. Die angegeben Höhe hätte bei unserer Ankunft eigentlich 2m höher sein sollen, da wir Nippzeit hatten, aber es war zu flach für anyway meinte die Dame vom Hafenfunk. So hatten wir bei sonnigem Wetter Gelegenheit vor der Marina den neuen Anker mal zu testen. Um es gleich zu sagen: der Anker hielt sofort und bot damit die Möglichkeit ins 19,8° warme Wasser der Ostsee zu hüpfen. Anke war kaum zu halten, und sprang ins kühle Nass! Später fuhren wir dann in den Hafen, und liessen es uns beim Italiener schmecken. Beim Spaziergang danach entdeckten wir dann noch eine paar schöne Ecken. Gestern sind wir dann nach Portsmouth gefahren. Hier am Solent, die Wiege des Segelns gibt es unmemgen von Booten und Häfen. Heute werden wir vorbei an der Isle of Wight durch den Solent segeln und versuchen etwas von dem Rum einzufangen, der hier angeblich existiert! Hoffen wir auf guten Wind und Sonnenschein!

Noch eine Anmerkung: Wir haben sehr viele Probleme mit dem Internet, aktuell mit dem versenden von Mails, also bitte etwas Geduld, falls ihr auf Antwort wartet!

 

07.06.2014 - Do you have a radio?

Nachdem Anke dann Mittwochmorgen um 8:30h eintraf, frühstückten wir zusammen gemütlich. Anschließend baute ich die neue sensible Buchse ein, und es war tatsächlich dichter als vorher, aber immer noch undicht! Ich beschloss die Sache weiter zu beobachten und aufzubrechen Richtung Oostende. Am Tag zuvor hatte ich es mit Material aus dem Sanitärfachandel geschafft die Warmwasserleitung zu reparieren -Hurra!. Also wird es mir wohl auch gelingen die EInspritzdüse noch abzudichten... Unser Nachbar vom Schiff nebenan riet uns davon ab, so loszufahren. Bei strömenden Regen legten wir ab. Noch eine Schleuse trennte uns von der Nordsee. Die Sportbootschleuse war geperrt, weshalb wir die Berufsschifffahrtsschleuse nehmen mussten. Kaum raus aus der Schleuse, hörte der Regen auf, und es schien ein schöner Tag zu werden. Wir testeten die Windsteueranlage, leider erwies sie sich als nicht sehr Kurstreu. Raus aus der Bucht, kurs vor Oosteende überfiel uns dann ein dunkler Himmel, viel Wind und jede Menge Regen. Kurz vor der Hafeneinfahrt holten wir die Segel dann runter, und der Motor hatte Mühe gegen Wind, Strom und Welle überhaupt vorwärts zu kommen. Viel Gas hilft viel, so schaffet wir es in den Hafen. Abends gab es dann Pizza und Pasta beim Italiener (jaja). Am nächsten Morgen war es sehr Böig, der Hafenmeister sagt: Heute 5BFT aus West und Regen, morgen dann 2 aus Ost und Sonne!. Kurz entschlossen zahle ich für 2 Nächte und beschliessen den Tag als Hafentag zu nutzen, statt nach zunächst Calais zu fahren, und am nächsten Tag dann direkt nach Dover zu fahren. Meine Crew bestätigt meine Entschlusskraft und geht shoppen, während ich die EInspritzdüse ausbaue. Ich tausche die eigentliche Einspritzdüse im Injektor gegen eine gebrauchte, und verbaue alles mit einer neuen Dichtung (sensible Buchse). Tatsächlich ist die Düse nun noch dichter als zuvor, aber immer noch nicht 100%ig dicht. Aber damit kann ich erst mal leben. Nachmittag kommt dann der Zoll in den Hafen. SIe grüssen freundlich, und laufen zielbewusst auf den nächsten Steg. Ich bin auf dem Vordeck, und höre in kürzester Zeit immer wieder das Wort 'anyway'. Kurz daraf stehen sie vor mir, ob ich 10 Minuten Zeit hätte für ein paar Frage . Ich bitte sie an Bord, einer nimmt das Angebot an. Papiere muss ich zeigen. Dann ein paar Fragen: Woher kommen Sie? Wohin wollen sie? Wie oft machen sie solch eine Reise? Hierzu bietet er mir an: 1 X im Monat? Ich sage ja, denn er fragt ja nicht wie lange die Reise dauert. Dann der Beruf: Mechaniker, lautet die Antwort, er kann es kaum glauben, schreibt es aber auf. Wir lachen später noch viel über die Fragen und Antworten. Freitag fahren wir dann um 6:00 los nach Dover. Zunächst ist wenig Wind, so dass wir motoren, später dann wird gesegelt bei herrlichem Wetter, und auch die neu justierte Windsteueranlage bekommt endlich einen Namen: Hohecker (sie sind raus), da sie immer mal wieder raus muss aus der Steuerfunktion, um sie weiter zu justieren. Gegen 17:30h erreichen wir den Hafen von Dover. Sandra am Steuer, hält ein Lotsenboot voll auf uns zu, weicht im letzten Moment aus, wendet, fährt neben uns. Er öffnet ein Fenster: 'Do you have a radio?'. Ich winke mit dem Walki Talki und rufe: YES! Er brüllt uns zu, wir hätten uns auf Kanal 74 nicht bei ihm angemeldet, wäre aber auch egal jetzt. Aber wir sollten uns auf 80 (eight zero) bei Hafen melden, damit wir einen Platz zugeteilt bekommen. Gesagt getan, Steg C, Platz 3 wird es dann. In Dover gab es dann stielcht FIsh and Chips, der Fish war gut, die Pommes, na ja reden wir nicht drüber...

 

 

03.06.2014 - Frust statt Lust

Nachdem wir letzten Samstag endlich Strijensas verlassen haben, sind wir bei strahlendem Sonnenschein nach Goessche Sas gefahren. Dort angekommen war es etwas schwierig einen freien Liegeplatz zu finden. anyway ist eben recht gross und vor allem breit für niederländische Verhältnisse. Aber es gelang dann doch festzumachen, allerdings fanden wir dann schnell heraus, dass dieser Platz reserviert war. Schleusen kann man bis 18h, danach kann kein Schiff mehr kommen, also Daumen drücken, noch 20 Minuten... Punkt 18:00 steht dann da aber eine fette Bavaria-Yacht, die gerne dort festmachen möchte. In der Zwischenzeit hatten wir eine freie Box ausgemacht, die groß genug war, um dahin zu verholen. Unterwegs war uns wieder einmal der penetrante Gestank, Typ Motor, aufgefallen, der sich im Salon breit machte. Also dann mal suchen was los ist. Die Motorbilge steht voll Diesel, und offenbar sorgt dies für den Gestank. Ich entdecke dann, dass eine Einspritzdüsen undicht ist. Es drückt sich der Diesel zwischen ihr und dem Kopf raus. Nicht viel aber immer bildet sich ein kliener See, von wo der Diesel abläuft über den heissen Motor, und auch aus dem See dampft es, daher also der Gestank. Das Internet funktioniert nicht, und überhaupt scheint das ein wenig wie am Ende der Welt. Also wo zum Kuckuck soll man hier Ersatzteile bekommen? Gegen Abend haben wir dann netten Besuch aus der Heimat, und wir gehen zusammen ins Fischrestaurant - ein Ausflug der sich gelohnt hat. Am Sonntag dann fahren wir weiter über das 'Veerse Meer' und einen Kanal mit jede Menge Brücken und Schleusen nach Vlissingen. Die Bilge steht wieder voll Diesel, es stinkt. Wir landen im VVW Schelde Hafen. Ein Segelklub, sehr nett, und es richt ein wenig nach Fahrtensegeln, wenn man sich umschaut: Alte Kähne, teils gepfegt, teils völlig abgeritten, einige englischen Segler.... Zu allem Überfluss ist die schon zweimal gefickte Warmwasserleitung schon wieder kaputt, auch nach dem Besuch im Baumarkt bietet sich keine Lösung an - Also gibts an Bord erstmal nur kaltes Wasser! Bleibt noch die Einsprtitzdüse! Ausgebaut lässt sich kein Fehler finden. Ich habe dann einen Ringtausch mit den anderen beiden Düsen gemacht, das Ergebnis ist immer gleich: Die Düsen sifft, egal, wo ich sie einbaue... Ich verdächtige die Buchse am untern Ende, die offenbar einen Teil der Abdichtung übernimmt, und laut Telefonat mit dem Willicher Yanmar-Händler 'ein ganz sensibles Teil' ist. Zum Glück bekommen wir aber morgen schon wieder Besuch, Anke bringt zwei dieser sensiblen Buchsen mit, wir werden sehen. Wenn es dann klappt, werden wir diese Woche noch den Absprung vom europäischen Festland schaffen - Hurra!

 

19.05.2014 - Mast stellen

Nachdem wir 2 Tage unter Motor die Maas Runtergefahren sind, haben wir in Strijensas im Yachthafen direkt am Mastkran fest gemacht. Woanders hätten wir mit der Länge von knapp 17 Metern auch nicht hingepasst. 2 Stunden später trafen dann noch 2 fleissige Helfer mit dem Auto ein. Nach einem kleinen Anleger ging es dann nach Strijen ins Restaurant... Gestern dann haben wir den Mast gestellt, und das Achterstag angepasst, da dies ja nun auch als KW-Antenne dienen soll. Die ganze Aktion hat ca. 5h gedauert, ohne den ganzen Kleinkram an Arbeit der damit so zusammenhängt, und auch teilweise noch immer nicht ganz abgeschlossen ist... Hier nochmal viel Lob und Dank an die 3 fleissigen Helfer, besonders an den 'Kletterhorst', der unermüdlich den Mastkran rauf und runter geklettert ist - DANKE!

 

13.05.2014 - Es geht los!

Gestern ging unsere anyway wieder ins Wasser, danach wurde der Mast wieder auf das Deck gelegt. Anschließend hatte ich viel Spass beim fahren auf der Maas im Regen :-). Zweimal musste ich wieder ablegen, einen Bogen fahren, und die nächste Box probieren bis ich einen Platz fand der auch tief genug war für 2,05m Tiefgang. Die Unterseite des Kiels war gerade erst neu mit Antifouling gestrichen, davon wird wohl nicht mehr viel da sein? Ich werde es im Mittelmeer mal abtauchen und nachschauen. Heute habe ich mich mit dem Antrieb und der Aufhängung der 2. Lichtmaschine beschäftigt, morgen baue ich eine Spannvorrichtung für den Rippenriemen und übermorgen schließe ich dann den Hochleistungsregler an. Freitag und Samstag fahren wir dann die Maas runter.

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